Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

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12. Februar 2009

Umbenannt

Kategorie: Psycho?!?

Vor vielen Jahren wurde auf dem Gelände des Gutes Mariental die erste Irrenanstalt Münsters eingerichtet. Noch heute nennen es viele ältere Münsteraner Mariental, auch wenn später daraus das Landeskrankenhaus (LKH) wurde, in dem ich dann später (ca. 1994) meinen Psychiatrieeinsatz hatte. Richtig, der mit dem vollgekackten und verstopften Klo.

Nach meinem Examen 1996 hieß es recht bald Westfälische Kliniken für Psychiatrie (WKfP). Später wurde dann daraus Westfälische Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie (WKfPP). Noch etwas später wurde es umbenannt in schlicht Westfälische Kliniken Münster (WKM). Vielleicht fühlte sich deren Innere Abteilung diskriminiert? Als ich 2006 das erste Mal dort Patient war, hieß es noch so. Ein Jahr später dann stand auf dem Briefkopf plötzlich LWL-Kliniken Münster (LWL=Landschafstverband Westfalen-Lippe).

Ob da jemand einen geheimen Vertrag mit einer Briefkopfdruckerei hatte? Vier Umbenennungen in 13 Jahren?

Gut, es störte mich nicht wirklich.

Als ich nach meinem letzten Suizidversuch dann im LKH Osnabrück landete, forderten die mit meiner Erlaubnis Unterlagen von meinem Psychiater und meinem Psychologen an. Ich unterschrieb ein Formular dafür, und dachte nicht weiter drüber nach.

Dann wurde zum Oktober die Klinik an den Schweizer AMEOS-Krankenhauskonzern übergeben, an den das Land Niedersachsen die Klinik verschachert hatte. Dadurch änderte sich allerdings erstmal nichts für mich, nur die Schilder wurden ausgetauscht. Bei Entlassung unterschrieb ich wie immer, daß mein Doc und mein Therapeut den Arztbrief bekommen sollten. Und fur heim. Nach 6 Wochen Tagesklinik ging wieder alles seinen gewohnten Gang. Nur beschwerten sich sowohl Therapeut als auch Doc darüber, daß noch immer kein Arztbrief vom LKH eingetroffen sei. Irgendwann sagte ich, das könne nicht sein, ich hätte schließlich in die Übermittlung eingewilligt.

Ja, vom LKH, das damals die Unterlagen angefordert hatte, sind nach wie vor keine Entlaßunterlagen da. Nur vom AMEOS-Klinikum.

AHA!
Das ließ sich aufklären.

[ 09 Uhr 16 ] - [ 5 Kommentare ]

06. Februar 2009

Das Loch

Kategorie: Erlebtes

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1999

Nennen wir sie Frau Hügel. Frau Hügel hatte Darmkrebs und einen künstlichen Darmausgang (Stoma). Sie hatte lange bei den Proktologen gelegen und war schätzungsweise tausendmal operiert worden, und der Darm wurde immer kürzer dabei. Kurzdarmsyndrom. Sie aß Erdbeeren, und kurz darauf kamen sie zum Stoma wieder heraus. Weitestgehend unverändert, nur eben zerkaut.

Also konnte der Darm auch kaum noch Wasser aufnehmen- auch dieses landete im Beutel, der spätestens eine halbe Stnde nach der Mahlzeit geleert werden mußte, sonst wäre er abgeplatzt. Und auch zwischendrin ständig. Trotzdem mußten wir 3-4 Mal täglich den Beutel erneuern.

Außerdem hatte sie nach der letzten OP eine Nahtinsuffizienz, das bedeutet, die Naht ging wieder auf. Nach mehreren vergeblichen Versuchen, sie zu schließen, verlegte man sie mit einem etwa handtellergroßen Loch, unter dem man prima die Darmschlingen bei der Arbeit bewundern konnte, zu uns.
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[ 06 Uhr 00 ] - [ 5 Kommentare ]