Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

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24. April 2010

Frauen und Technik!

Kategorie: Literarisch

Frauen haben ja gar keine Ahnung von Technik, schon gar nicht, wenn das irgendwie mit Schrauben oder gar Computer zu tun haben tut. Meine Frau fragt mich zum Beispiel immer, was sie machen soll, wenn sie ein Programm unter Linux nicht auf der Kommandozeile mit -force architecture installiert bekommt. Und zu drucken erfordert bei ihr immer einen eingeschalteten Computer. Anfängerin, die. Ich habe das früher mit Kartoffelscheiben gemacht.

Nur eins können die Weiber bis zur Perfektion: Telephonieren. Wir haben exakt das gleiche Mobiltelefon, doch irgendwie surft sie damit unterwegs im Internet , twittert und bucht Gesichter. Keine Ahnung, wie.

Aber von Computer keine Ahnung haben.

[ 15 Uhr 01 ] - [ 2 Kommentare ]

17. April 2010

Ficken für die Rente.

Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung

Wenn Ihr mich fragt, ob wir denn Kinder wollen, sage ich "nein". Gründe haben wir genug. Meistens isses dann gut.

Doch manchmal kommt der Einwand, wer dann unsere Rente zahlen soll.

Nun, abgesehen von der Tatsache, daß ich das auch eine Form von Mißbrauch finde, Kinder quasi zu züchten, um die eigene Zukunft zu sichern (Kinder soll man bekommen, weil man sie haben und lieben will!), glaube ich kaum, daß die Produktion zukünftiger Arbeitsloser die Renten wirklich sichert. Ich will mir meine Rente nicht zusammenficken!

[ 17 Uhr 50 ] - [ 10 Kommentare ]

03. April 2010

Die Veränderung des Zeitempfindens in der geschlossenen Psychiatrie.

Kategorie: Psycho?!?

Im Sommer 2007 verschwand ich lange von der Bildfläche, indem ich wegen Suizidgefahr etliche Wochen auf der "Geschützten Kriseninterventionsstation" verbrachte. Da sind die Ausgangsregeln zwar weniger restriktriv als auf anderen Geschlossenen, aber bis zu bestimmten Ausgangsstufen ist die Tür doch erstmal ziemlich zu.

Was bedeutet das denn für mich als Patienten?

Zum Verständnis erstmal die verschiedenen Ausgangsstufen in der LWL-Klinik:

Stufe 0: Die Tür ist so zu, zuer geht es nicht. Gar kein Ausgang, auch nicht mit Personal.
Stufe 1: Ausgang in 1:1-Betreuung durch Personal. Effektiv nicht besser als Stufe 0.
Stufe 2: Ausgang in der Gruppe mit Personalbetreuung. Damit kann (muß) man morgendlichen Spaziergang und an der Ergotherapie teilnehmen. Ein wenig frische Luft und Beschäftigung.
Stufe 3: Ausgang mit mindestens auf gleicher Ausgangsstufe befindlichem Leidensgenossen und Besuchern.
Stufe 4: Ausgang allein auf dem Gelände
Stufe 5: Ausgang auch in die Stadt.

Ich war etliche Tage auf 0 und 1, also gleichsam eingesperrt. Ich hatte nur die Uhr und die Mahlzeiten. Lesen ging nicht wirklich, dafür ging es mir zu schlecht. Der Tag dehnte sich endlos, auch dadurch, daß der Geschmack der breiten Masse das Fernsehprogramm bestimmte, und dieser war absolut nicht meiner. Nur- im Zimmer rumgammeln wollte ich und durfte ich nicht, und das Wohnzimmer war schon gemütlich.

Die ersten Tage zogen sich wie Kaugummi, sie dauerten gefühlt wesentlich länger als die restlichen Wochen ab Stufe 2 aufwärts.

Aber danach ging es sehr schnell, ruck-zuck waren mehrere Wochen vorbei.
Denn zusätzlich zu den Mahlzeiten wurde die Zeit zum Teil auch am Wochenende mit Ergotherapie gefüllt. Ich malte wie ein Irrer (naja, bin ich ja auch biggrin ) in Acryl, obwohl ich das erste mal in meinem Leben malte, gelang es ganz gut. Ich verwurstete Erlebnisse und Gedanken und mehr. Und wurde besser. Unser Stationspsychologe kaufte mir sogar ein Gemälde ab. Ich traf ihn vor einigen Wochen. Es hängt noch immer in seinem Büro, trotzdem er damit umgezogen ist.

Im hoch eingezäunten Garten wurde gegrillt, wir kauften im nahen Supermarkt auch für die anderen ein...

Ruckzuck wurde ich entlassen. Auch wenn ich dann erstmal zur Scheiß-Reha kam und von dort wieder in die Akutklinik. Und irgendwann nach siebeneinhalb Monaten, die mir viel kürzer vorkamen, ging ich wieder ganz nach Hause und zur Arbeit (Wiedereingliederung). Eine fremde Welt. Ich mußte mich wieder an ein normales Leben gewöhnen. Die Klapse war mein zu Hause geworden. Denn die Uhren in der Klinik ticken langsamer, viel langsamer. Nur keinen Streß. Keine Hektik. Gemütlich von Therapie zu Therapie schlendern. Das war mein Leben gewesen.

[ 12 Uhr 47 ] - [ 4 Kommentare ]