Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Archiv.

31. August 2010

Ich verstoße gegen die Programmrichtlinien von Google Ads.

Kategorie: Vernetzt , Meine unqualifizierte Meinung

Post von Google aus dem puritanisch-verklemmten Amerika:
Hallo,

Bei der Überprüfung Ihres Kontos haben wir festgestellt, dass Sie derzeit Google-Anzeigen auf eine Art und Weise schalten, die gemäß unseren Programmrichtlinien nicht zulässig ist. Wir fanden beispielsweise auf Seiten wie http://weblog.hundeiker.de/?itemid=1533 Verstöße gegen die Programmrichtlinien von AdSense.

Gemäß unseren Programmrichtlinien dürfen AdSense-Publisher keine Google-Anzeigen auf Seiten mit nicht-jugendfreiem Content schalten. Neben Fotos und Videos, die nackte Körper oder sexuelle Aktivitäten zeigen, sind hier noch weitere Beispiele für inakzeptablem Inhalt:

* Anstößige oder provokative Bilder
* Grobe oder unangemessene Ausdrücke, einschließlich nicht jugendfreier Erzählungen
* Tipps oder Ratschläge bezüglich Sex
* Websites zu sexuellen Fetischen (z. B. Inhalte über Fußfetisch)
* Sexspielzeug oder -produkte
* Anzeigen oder Links zu externen Websites mit nicht jugendfreiem Inhalt

Aus diesem Grund haben wir die Schaltung von Anzeigen für die Website deaktiviert.


Biddeschön, wenn Ihr meint. Ich war wohl zu drastisch, zu provokant. Ich habe zwar eine potentielle JMStV-Freigabe ab zwölf Jahren, trotz diverser Kraftausdrücke, über die selbst Fünfjährige nur müde lächeln heutzutage.

Ich werde gar nichts unternehmen. Keine dreißig Euro in einem Dreivierteljahr hat mir das gebracht. Dafür, daß ich mein Blog verschandele damit, ist das etwas mager. Also stört mich das recht wenig. Für die paar Kröten übe ich keine Selbstzensur.

Eigentlich fühle ich mich sogar geehrt.

[ 23 Uhr 37 ] - [ 9 Kommentare ] - [ 2 Träckbäcks ]

Die Zeugen sterben aus.

Kategorie: Erlebtes

Leider kann ich nicht so lange zuhören, wie ich gerne würde. Denn andere PatientInnen haben auch das Recht, versorgt zu werden. Doch hat jemand die Gabe, spannend zu erzählen aus alten Zeiten, dann kümmert mich das doch etwas.

Fast hundert Jahre hat sie gesehen und ist immer noch fit wie ein Turnschuh. Der Name ist recht verbreitet bei deutschen Juden, und in der Tat hat sie recht viel zu erzählen aus ihrem Leben und Überleben. Wie sie verhaftet wurde und wieder frei kam und vieles mehr.

Die ZeitzeugInnen sterben leider langsam aus. wie auch die beiden Herren, die sich ein Zimmer teilten, vor vielen, vielen Jahren.

Der eine trug seine Blutgruppe auf der Innenseite des Oberarmes eintätowiert. Sein Zimmergenosse war ebenfalls tätowiert. Er trug nicht seine Blutgruppe, sondern eine Nummer.

Wir achteten peinlichst darauf, daß der eine nicht von der Tätowierung des anderen erfuhr, und so verstanden die beiden sich nicht schlecht. Doch- was hätten sie sich andernfalls wohl zu sagen gehabt? Doch ist das Krankenhaus kein Ort für Menschenversuche.

Über die Jahre, die ich nun in der Pflege arbeite, werden diejenigen, die vom Dritten Reich berichten können, weniger. Die meisten werden dement oder sind schon gestorben.

Diese alte Dame jedoch nicht.

[ 10 Uhr 42 ] - [ 5 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

30. August 2010

Der ewige Schützengraben der Seele.

Kategorie: Erlebtes

Er war siebzehn, als er für Führer, Volk und Vaterland an die Ostfront kommandiert wurde, und siebzehn war er, als er von der Roten Armee gefangengenommen wurde. Als er zurückdurfte in die Heimat, die nun eine ganz andere war, war er dreißig, und Hilfe bekam er nicht. Er ging also zur Tagesordnung über, studierte, fand Arbeit und gründete eine Familie.

Nacht für Nacht, wenn er aufschreckend von Schlachtfeld oder Gefangenenlager ins Bett zurückkehrte, beruhigte und tröstete ihn seine Frau in ihren Armen. Nacht für Nacht.

Nun stehe ich am Bett des Mannes, dessen Alpträume in nun auch wach heimsuchen, der erleichtert und ängstlich zugleich ruft: "Wir leben!" oder: "Zwei, vier, hiiiieeerheeer!"

Manchmal beruhigt er sich und entspannt sich, wenn ich seine Hand halte. Doch manchmal hilft nur noch Chemie gegen die Angst eines Neunzigjährigen, die sich einem Siebzehnjährigen im Schützengraben sehr tief in die Seele gefressen hat.

[ 19 Uhr 27 ] - [ 3 Kommentare ] - [ Ein Träckbäck ]

Dieser verdammte Dreckscomputer!

Kategorie: Mischmasch , Vernetzt

...ist nicht ohne Grund unser Reserverechner:

Dreckscomputer!

[ 17 Uhr 27 ] - [ 9 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

29. August 2010

Heute vor drei Jahren: Ein Lebenszeichen.

Kategorie: Psycho?!? , Erlebtes

Knapp fiel meine Meldung aus, die ich während der Belastungserprobung schrieb nach zwei Monaten geschützter Krisenintervention. Es ginge mir besser.

Doch folgten noch zwei weitere Suizidversuche und mehr als fünf Monate Klinik.

Heute ist das alles so weit weg. Ich vermisse diese Zeit nicht.

[ 12 Uhr 12 ] - [ 1 Kommentar ] - [ Kein Träckbäck ]

28. August 2010

Die eigentliche Partei des Thilo Sarrazin...

Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung

...hat zwei Buchstaben mehr als die SPD und hatte auch schon mit Genen und Rassen (die es bei Menschen gar nicht gibt) Ratten gefangen und Menschenjagden veranstaltet.

Thilo, Du bist über 65 Jahre zu spät dran mit Deiner Hetze!

[ 19 Uhr 10 ] - [ 6 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

Geschnitten.

Kategorie: Psycho?!? , Verfilmt

Das in zwei Etappen gedrehte Filmmaterial von Dennis ist nun sehr professionell geschnitten und unterlegt mit Musik von John Dowland, welche ich 2005 selbst mit einem kleinen von mir gegründeten Ensemble eingespielt hatte.

So etwas mache ich ja gerne, auch in der Klapse habe ich mich gerne als Lehrmaterial zur Verfügung gestellt. Müssen die jungen Leut ja wat lernen, ne? Ist jedenfalls bedeutend eindrucksvoller als mein eigenes Zeug... biggrin

[ 18 Uhr 45 ] - [ 6 Kommentare ] - [ Ein Träckbäck ]

27. August 2010

Kein Engel: Von mir aus rupft das Huhn, aber bitte auch den Gockel.

Kategorie: Erlebtes

Daß Nadja Benaissa, ein mir bislang unbekannter vermutlicher Z-Promi, der es irgendwie in die möchtegernseriöse Presse geschafft hat, HIV-infiziert ist, ist traurig für sie. Daß sie dies ihren häufig wechselnden Geschlechtspartnern verschweigt und ohne Pariser mit ihnen herumvögelt, ist verabscheuungswürdig.

Doch entbindet es ihre Stecher nicht von der Eigenverantwortung, sich eine Lümmeltüte überzuziehen. Wer des öfteren mal den Begatter wechselt, muß ja nicht gleich HIV haben. Da gibt es noch viele andere schöne Krankheiten: Lues (Syphilis), Gonorrhoe (Tripper), Herpes genitalis, Chlamydien und so fort. Würde ich auch alles nicht haben wollen.

Insofern trägt der Betroffene da auch ein wenig Mitschuld- immerhin laufen seit einem Vierteljahrhundert ständig Kampagnen für Safer Sex.

[ 09 Uhr 05 ] - [ 6 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

26. August 2010

Tod eines Ökofuzzies.

Kategorie: Satire, Pamphlete, Unflätiges , Erlebtes

Nein, ein wirklicher Ökofuzzie war ich nie. Ich sah aber fast so aus. Zu Beginn der Pubertät hatte ich den Tee und den Umwelt- und Tierschutz für mich entdeckt (wie alle anderen in meiner Klasse auch), denn wir befanden uns in der ersten Hälfte der Achtziger.

Mit meinem Pottschnitt war ich nie zufrieden, aber es dauerte, bis ich mich da gegen die Obrigkeit durchzusetzen wagte und die Haare wachsen ließ. Das war 1989, als ich auch Metallica für mich entdeckte. Ich trug grausam bunte Kleidung und die Haare offen, bis ich sie wegen der doch sehr eingeschränkten Sicht zusammenband.

Ein wenig spirituell war ich auch, wie man mit siebzehn eben so ist, und ich befragte oft das I-Ging, auch wenn ich nicht wirklich daran glaubte, doch ließ mich dieses Ritual zur Ruhe kommen. Die Suche nach dem Sinn des Lebens begleitete mich lange. Heute suche ich nicht mehr, ich lebe einfach.

Lange Zeit war die mich nicht kennende Menschheit überzeugt, ich sei Vegetarier. Und völlig geschockt, wenn ich meine Leidenschaft für furchtbar blutige Steaks erwähnte.

Irgendwann war ich das bunte leid und ich stieg auf Schwarz um. Irgendwann 2005 hatte ich Bock auf Bart. Jetzt sehe ich nicht mehr aus wie ein Müslikauer, auch in weiß nicht, und das Steak schockt als solches, weil sehr blutig, paßt aber zu mir.

Nein, ein Öko war ich nie. Und mir ist egal, ob der Mais genmanipuliert ist- auch natürliche Züchtung ist Manipulation, und der Segen der Gentechnik ist bakteriell erzeugtes Humaninsulin, welches die Produktion weniger umständlich und unabhängiger vom Fleischkonsum der Bevölkerung macht und außerdem für den Körper natürlicher macht. Und noch mehr. Und ich würde niemals ein Genmaisfeld im März besetzen, um die Aussaat, die erst Mitte April beginnt, zu blockieren und damit zu demonstrieren, daß ich schlecht informiert bin.

Nein ich bin kein Ökofuzzi mit Wuselbart und Räucherstäbchen. Und Mais mag ich ohnehin nicht.

[ 10 Uhr 31 ] - [ 1 Kommentar ] - [ Kein Träckbäck ]

25. August 2010

Abgedreht.

Kategorie: Psycho?!? , Verfilmt

Ich bin ja, wie neulich erwähnt, der Star in einem Dokumentarbeitrag von @dennzus. Seit eben sind die letzten Aufnahmen im Kasten. Ist schon etwas anderes, als wenn man mal eben die Kamera aufbaut und ein paar Minuten dummes Zeug erzählt. Dieses ist nun eine recht ernste Sache. Schließlich handelt der Film von Depressionen.

Wie das nachher aussehen soll kann ich mir nur sehr vage vorstellen.

Nun hat, obwohl das Werk nur fürs Studium als Hausaufgabe gedacht war, ein Lokalfernsehsender Interesse angemeldet. Von mir aus gerne. Ich werde berühmt! Viele Berühmtheiten sind ja auch geisteskrank gewesen, zum Beispiel Marilyn Monroe oder Hannibal Lecter.

Übrigens hat mich heute das erste Mal ein Nichtraucher ausdrücklich darum gebeten, zu rauchen.... biggrin

[ 19 Uhr 37 ] - [ 2 Kommentare ] - [ Ein Träckbäck ]

Nierchen süß-sauer.

Kategorie: Satire, Pamphlete, Unflätiges

Nieren kann man ja bekanntlich nicht nur kochen, sondern auch transplantieren. So bekommt nun Steinmeiers Frau Elke eine von ihrem Frank-Walter. Nicht zum Kochen, sondern weil ihre eigenen Nieren nichts gescheites mehr tun. "Der alte Otto-Witz Jetzt hab ich eine, und er hat drei!" ist gar kein Witz, die funktionsuntüchtigen Teile bleiben drin, damit die Operation nicht größer wird als nötig. Obwohl die zum Essen ja noch taugen könnten, oder?

[ 15 Uhr 42 ] - [ 1 Kommentar ] - [ Kein Träckbäck ]

24. August 2010

Ins Heim abgeschoben.

Kategorie: Erlebtes

Als ich Anfang der Neunziger in der Pflege anfing, wurde Familien oft unterstellte, sie hätten ihre demenzkranken und/oder pflegebedürftigen Angehörigen "ins Heim abgeschoben". Damit war man sehr schnell dabei. Vor allem diejenigen, die keine Ahnung haben, was Pflege bedeutet.

Gehe ich in die Klinik, habe ich nach acht Stunden Feierabend. Pflegst Du Angehörige, ist das in der Regel ein Vierundzwanzigstundenjob, und wahrlich nicht der leichteste, wenn Opa gerne wegläuft, weil er noch einkaufen oder Birnen pflücken muß oder Oma sich im Keller verkriechen will, weil Fliegeralarm ist oder die Russen kommen. Der Wasserkocher schmilzt auf der Herdplatte, die Kacke landet im Mülleimer. Du bist die Mutter und mußt das Kind zur Schule bringen. Und so weiter. Auch nachts.

Irgendwann sind alle mit den Nerven fertig. Denn nebenher muß irgendwer das Geld verdienen, ohne Erholung zu bekommen.

Wer von Abschieben spricht, sollte das mal selbst durchmachen.

[ 08 Uhr 06 ] - [ 3 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

23. August 2010

Preisfrage: Wann wurde die erste Digitalkamera entwickelt?

Kategorie: Vernetzt

Das Ding ist älter als Ihr glaubt: Das war schon 1975 (Mit Foddos!). Ist also fast so alt wie ich. Als Speicher wurden handelsübliche Musikcassetten (Wer nicht mehr weiß, was das ist: Wikipedia. Ich habe solche Dinger noch, nur mit Mucke drauf.) verwendet, der Speichervorgang dauerte über 20 Sekunden. Der Bastler, Steven Sasson, war damals gerade 25 Jahre alt.

Wenn man damals in ein Mobiltelephon so etwas hätte hineinbauen wollen, hätte das wohl gepaßt. Immerhin haben auch die Dinger damals einen Kofferraum gefüllt. Aber Sinn hätte das nicht gemacht.

Wie dem auch sei: Zum Glück sind die Dinger jetzt ein wenig handlicher und besser zu bedienen.

[ 12 Uhr 12 ] - [ Noch kein Kommentar ] - [ Kein Träckbäck ]

Grandioser Plan: auch KassenpatientInnen sollen Arzthonorare vorstrecken. Das will die antisoziale F.D.P.

Kategorie: Erlebtes , Meine unqualifizierte Meinung

Die Partei der Besserverdienenden drischt wiedermal auf dem Pöbel der Normal- und Geringverdiener in Gestalt der gesetzlich Versicherten ein: Auch wir sollen jetzt die Arzthonorare und so vorstrecken. Damit wir begreifen, was für Kosten wir dreist, unnötig und böswillig verursachen. Welch Unverschämtheit, sich um seine Gesundwerdung zu kümmern! Meine Liebste und ich rennen ja auch nur aus Spaß an der Freude regelmäßig zum Psychiater. Ich hätte zur Zeit keine Ahnung, woher wir das Geld zum Vorstrecken überhaupt nehmen sollten. Und dabei haben reichlich Haushalte noch weniger zur Verfügung als wir beide.

Liebe Liberale, wollt Ihr uns ausbluten? Vergeßt nicht, daß Euer Reichtum auf unserer Arbeit fußt. Wir erbringen die Leistung, welche Ihr (weg)tragt. Ihr [ZENSIERT]!

[ 01 Uhr 13 ] - [ 1 Kommentar ] - [ Kein Träckbäck ]

22. August 2010

Nachtaktiv.

Kategorie: Erlebtes , Psycho?!?

Trotz Remission habe ich noch ein paar Macken von der Depression übrigbehalten. Leichte Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen.

Letztere sind allerdings längst nicht so schlimm wie früher. Anstrengend wird dieses Problem nur nach Nachtschichten. Diese sind auch für einen gesunden Organismus problematisch und belastend. Bringen den Biorhythmus durcheinander. Und mich bringen sie völlig aus dem Takt. Dabei mache ich Nachtwachen durchaus nicht ungern, aber das danach... Montag hatte ich um 6:15 Uhr Feiermorgen. So weit, so gut. Ich schlief gleich bis zum Dienstagmorgen mit Unterbrechungen von etwa zwei Stunden. Seitdem stehe ich immer mit meiner diszipliniert immer um Sieben aus dem Bett hüpfenden Liebsten auf. Dennoch bin ich immer noch sehr nachtaktiv. Rein ins Bett, schlafen versuchen, wird nix, wieder raus, oder: kurz schlafen, aufwachen, nicht weiterschlafen können.

Irgendwann normalisiert sich das dann mal. Meistens bis zu den nächsten Nachtwachen. biggrin

[ 19 Uhr 24 ] - [ 2 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

Schaltet endlich das Internet ab! Ist besser so!

Kategorie: Satire, Pamphlete, Unflätiges , Vernetzt

Wenn Vadda Staat endlich das Internet abstellen würde, dann wäre alles besser und einfacher. Zum Beispiel müßte sich niemand damit auseinandersetzen, ob Seiten von Kinderfickern gelöscht werden sollen oder ob Uschi von der Leyens Stoppschild nicht viel besser ist. Deutschland bräuchte sich nicht zu Wikileaks positionieren. Und so weiter.

Das Internet ist eine Brutstätte von Terroristen und Verbrechern und Betrügern, deren schändliches Treiben durchs Netz erheblich erleichtert oder gar erst ermöglicht wird.

Dann gäbe es auch diese elenden Zensurdebatten nicht mehr. Dann könnten sich auch subversive Elemente nicht mehr so gut zusammenrotten und sich so schändliche Dinge aushecken, wie man Beispielsweise aus Deutschland doch noch eine Demokratie machen könnte. Nicht nur Bombenbastelanleitungen wären unzugänglich, auch Wissen und Bildung, die samt und sonders gefährlich sind. Denn Information ist die Mutter des Zweifels.

Amen.

[ 07 Uhr 08 ] - [ 3 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

21. August 2010

Zwei Wochen weniger Urlaub, und die Wirtschaft ist gerettet!

Kategorie: Erlebtes , Meine unqualifizierte Meinung

Behauptet und fordert jedenfalls Ursula Frerichs, ihres Zeichens Präsidentin des Unternehmerverbands mittelständische Wirtschaft. (Quellen: Sauna, SPON). (Bekannt wurde Frau Frerichs übrigens durch ihren Kampf gegen stinkende ArbeitnehmerInnen, was ihre hohe Kompetenz belegt.)

Das rettet die Kapitalisten (sorry für die Wortwahl) bestimmt. Aber nur, wenn man gleichzeitig sämtliche Arbeitnehmerrechte mit abschafft. Denn schon heute müssen (nicht nur im Krankenhaus) ohnehin immer weniger Leute immer mehr leisten, und das natürlich perfekt, schnell, effizient. Subjektiv nehme ich einen immer mehr steigenden Krankenstand wahr. Und nicht, daß da simuliert würde, die Leute sind wirklich krank. Das wird mit Sicherheit nicht besser, wenn man uns Arbeitnehmern den Urlaub kürzt. Dann müßten zeitgleich die Lohnfortzahlung und der Kündigungsschutz im Krankheitsfall abgeschafft werden. Denn dann werden wir endgültig verheizt.

Ich empfehle der Dame mal, um wieder auf den Teppich zu kommen, richtig zu arbeiten. Körperlich. Zum Beispiel in der Krankenpflege: Nur jedes zweite Wochenende frei, Früh-, Spät- und Nachtdienst, Feiertage arbeiten (ja, auch Ostern und Weihnachten und so). Oder in der Montanindustrie. Oder wasweißich.

Oder am besten gleich im Steinbruch.

[ 19 Uhr 01 ] - [ Noch kein Kommentar ] - [ Kein Träckbäck ]

Apps für jeden Zweck. Fast jeden. Doch die ultimative App fehlt noch.

Kategorie: Vernetzt , Satire, Pamphlete, Unflätiges

Für Smartphones und son Zeugs gibt es ja für fast jeden Zweck eine App. Man kann seine ganze Hütte fernsteuern, Rolläden hoch, Heizung aus, Garagentor zu und so. Man kann eine Drohne durch die Gegend fliegen lassen. Sogar fürs Telefonieren gibt es welche. Für das iPad gibt es sogar eine App, mit der man Kaffee und Espresso kochen kann. Tolle Sache.

Doch meine Liebste und ich vermissen die ultimative App, deren Entwicklung doch so naheliegt, wenn man schon sein Haus steuern kann: Die Haushalts-App, die einem die Hausarbeit abnimmt.

[ 11 Uhr 08 ] - [ 2 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

Jetzt war ich so viel pöhse, jetzt muß ich auch mal etwas nettes schreiben...

Kategorie: Vernetzt

Nach all den Gemeinheiten, die ich in den letzten Tagen abgesondert habe, könnte ich ja auch mal nett sein.

Ich danke allen meinen LeserInnen, meinem Stammpublikum für bis zu acht Jahren Treue, meinen KommentatorInnen und so weiter.

Das mußte einfach mal geschrieben werden.

[ 10 Uhr 46 ] - [ 2 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

20. August 2010

Nicht das Bild des Fisches stinkt, sondern der Fisch selbst.

Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung

Christian Wulff sieht sich im neuen Amt mit seinen schlimmsten Befürchtungen konfrontiert: Das Image von Politikern in Deutschland sei miserabel, klagt der Bundespräsident nun in einem Interview. "Häme, Spott und Misstrauen" würden ihnen entgegengebracht - "das kann so nicht bleiben". (SPON 20.8.10)

Das kann nicht so bleiben? Das wird so bleiben. Denn nicht das Image ist miserabel, sondern die ganze Kaste von Berufsbonzen. Nicht das Bild des Fisches stinkt, sondern der Fisch selbst. Und dieser stinkt vom Kopf her. Wie auch immer dieser an seinen Platz kam.

[ 17 Uhr 10 ] - [ Noch kein Kommentar ] - [ Ein Träckbäck ]

Ich bin Sekundärvegetarier aus Überzeugung!

Kategorie: KuliNarrisch , Satire, Pamphlete, Unflätiges

Eigentlich bin ich ja Vegetarier. Nur ist eben zwischen der Pflanze und mir noch ein Rind zwischengeschaltet. Das nennt man Veredelung, wie Dirk richtig erkannt hat. Denn auch Produkte wie enzymatisch denaturiertes Eutersekret, besser bekannt als Käse, werden zum Teil auf verschiedene Arten und Weisen veredelt, zum Beispiel durch Verschimmelnlassen oder auch durch Fliegenmaden. Diese Veredelung geschieht also jeweils durch andere Organismen, so auch beim Wein durch Botrytis cinerea.

Ich lasse mein Gemüse eben auch durch Fremdorganismen veredeln.

Leckeres FLEISCH!!!!



[ 00 Uhr 08 ] - [ 1 Kommentar ] - [ 2 Träckbäcks ]

19. August 2010

Was wäre mein Twitter-Account ohne Spamfollower?

Kategorie: Vernetzt

Ja, wenn ich meine Spam-Follower bei Twitter nicht hätte, dann würde wirklich etwas fehlen- ohne diese Idioten und Arschlöcher, die sich an jeden dranhängen, um auch verfolgt zu werden oder sonstwie aufzufallen, hätte ich viel weniger Follower und sähe nur halb so wichtig aus. Real profitiere ich natürlich nicht davon, aber es poliert mein Ego enorm auf. Ich bin so toll! Mir folgen Affiliate-Fritzen, Geschlechtsverkehrsseiten, Vielgeldverdienenhelfer, Suchmaschinenoptimierer, idiotische Bots und wattweißich.

Sieht toll aus. Fehlt nur noch Angela Merkel in meiner Sammlung. Oder Uwe Leichsenring und Michael Kühnen. Ach nee, die sind ja tot. Aber das macht nichts.

[ 09 Uhr 58 ] - [ 2 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

18. August 2010

Was ist mein Blog wert? Oder: Reich werden leicht gemacht.

Kategorie: Vernetzt , Meine unqualifizierte Meinung

Immer wieder sehe ich Buttons an Blogs, die anzeigen, wie viel es angeblich Wert ist. Wohlan, gehen wir mal ein paar "Berechnungsdienste" durch:

valuatemysite.com: 2,067,630 USD - Sagenhaft! Ich bin Dollarmillionär! Seltsam nur, daß mein erster Versuch damit vor einigen Minuten nur etwa $1.600.000 ergab. In wenigen Minuten eine Wertsteigerung um 25%!

directory.sootle.com kommt immerhin noch auf $270.276 - Stellt sich mir immer noch die Frage, wer so viel für dieses Popel-Blog latzen würde...

bizinformation.org ist nicht realistischer: € 108.490,62

websitevalued.com möchte mehr Informationen. Bekommen sie aber nicht, solange kein wirklich verläßliches Ergebnis erwarte. Und das tue ich auch nicht.

website2value.com ist mit $6,462 zwar viel bescheidener, behautet aber tägliche Einkünfte von immerhin 29 Dollar. Das hätte ich aber schon längst bemerkt. Und daß täglich 16.000 Besucher kommen halte ich für wahnsinnig. Ein Zehntel davon habe ich.

mywebsitewoth.com ist mit popeligen $3,095 dagegen beinahe glaubwürdig. BEINAHE. Aber immerhin: Wenigstens dort erzielt mein Blog zweimal das gleiche Ergebnis.

Mich würden mal die Algorhitmen interessieren. Falls es da überhaupt welche gibt.

Q.E.D.: Bullshit das alles. Diese Buttons sind in der Tat lächerlich.





[ 19 Uhr 38 ] - [ Noch kein Kommentar ] - [ Kein Träckbäck ]

Beleidigt mich gefälligst!

Kategorie: Vernetzt , Meine unqualifizierte Meinung

Das Piratenweib wird mit tollen Schimpfwörtern beglückt. Wohl überwiegend von FeministInnenhassern und Sexisten. Irgendwie habe ich gelegentlich nur einfache Idioten zu Gast, die meine Texte mangels Grütze nicht zu verstehen vermögen und außerdem nicht im Stande sind, mich wirklich zu beleidigen.

Nun denn, dies ist Euer Post: hier dürft Ihr. Vielleicht.

Barcode

[ 17 Uhr 02 ] - [ 19 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

Ich will auch so eine Drohne haben!

Kategorie: Vernetzt , Satire, Pamphlete, Unflätiges

Der Quadcopter läuft zwar momentan nur mit Ei-Fön und Ei-Pott, aber bald soll auch eine App für Android herauskommen. Angeblich ist das 299-Euro-Kamera-Fluggerät für Spiele konstruiert worden. Mal ehrlich, wer will das denn für Spiele haben, hat es doch nach vorne und am Bauch eine Kamera, die sich vielseitig nutzen ließe. Scheiß auf StreetView, mit dem Ding kannste Deinen Nachbarn durchs Schlafzimmerfenster live beim Ficken zugucken.

Das reizt mich allerdings weniger. Lieber würde ich Unfug damit treiben. Zum Beispiel könnte ich damit vorsichtig von hinten Passanten anfliegen und ihnen den Hut herunterschubsen. Oder mit etwas bastlerischem Geschick und ein wenig Programmiererei könnte ich einen Greifer dran befestigen und damit grillierenden Mitmenschen die Würstchen vom Grill klauen.

Oder ich lasse in der Nachtwache das Ding durch die Zimmer fliegen und überwache so die PatientInnen beim poofen, ohne meinen Hintern aus dem Dienstzimmer bewegen zu müssen. Das Teil saust dann ferngesteuert über die Station, und ich kann getrost die Station verlassen und eine rauchen gehen. Mit etwas Geschick könnte ich auch mit dem Greifer den Patienten zu trinken geben.

Und zu Hause schicke ich ihn dann vom Sofa aus Kaffee holen. Spiele, so ein Kinderkram!

[ 11 Uhr 03 ] - [ 4 Kommentare ] - [ Ein Träckbäck ]

17. August 2010

Google Street View? Juckt mich nicht.

Kategorie: Vernetzt

Mir doch schnurz, ob mich mal jemand zufällig auf Google Street View sehen tut, echt jetzt. Was soll das Getue? Die meisten derer, die am lautesten dagegen wettern, lassen genau wie ich im Netz öffentlich die Hosen runter. Ich jedenfalls beschwere mich nicht darüber, außer, daß ich in Google Street View keinen Nutzen erkennen kann. Im Netz ist so viel über mich verfügbar, da brauchts kein Foddo von dem Haus mehr, wo ich resp. wir hausen.

Big Google is watching me sowieso.

Und die Kreditkartenfirma.
Und die Kunden- und Paybackkarten.
Und dies und das.

Wenn ich mit meinen Daten um mich werfe, dann macht das auch keinen Belag mehr aufs Butterbrot. Was habe ich noch zu befürchten? Wenn die Google-Karre kommt, dann laß ich einfach die Hosen runter. Mache ich ja eh schon.

[ 20 Uhr 54 ] - [ 7 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

A. und der Schmerz des Erwachsenwerdens.

Kategorie: Erlebtes

A. hatte einen seltsamen Namen und saß in der Klasse neben mir. Wir "gingen" nicht miteinander, wir waren nicht verliebt oder sonst etwas, aber wir hingen, wie man das heute so nennt, viel miteinander ab. In unserem Dunstkreis waren noch ein paar Mädels und sehr wenige Jungs, die meisten anderen waren eher Rabauken. Es war die Zeit, da wir Playmobil, Lego und Puppen in der Schublade und die unschuldigen Spiele der Kindheit sein ließen und statt dessen miteinander Tee tranken und diskutierten furchtbar erwachsen über alles mögliche und unmögliche, vor allem Politik, wie wir sie verstanden (nämlich gar nicht) und Tierschutz.

Wir gründeten eine Art Frauenbefreiungsbewegung mit dem Slogan Wlunu GfJuM, was da hieß: Wir lassen uns nicht unterdrücken - Gleichberechtigung für Jungen und Mädchen und auf unserer Handfläche stand. Wie die Unterdrückung aussah und wie die Gleichberechtigung aussehen sollte, das wußten wir selbst nicht so genau. Aber wir kämpften dafür!

Wir brachten eine Art Klassenzeitung heraus, deren Chefredakteur ich gemäß dem Peter-Prinzip war.

Wir zelteten auf einem Grundstück hinter unserer Schule - heute ist zwischen dieser und Allendorf alles bebaut, und die Stelle finde ich nicht mehr. Dort versuchten wir auch, aus einem wassergefüllten Erdloch etwas zu machen, was wir für ein Feuchtbiotop hielten. Immerhin gediehen wenigstens Mückenlarven darin.

Wie gerne würde ich A. mit dem ungewöhnlichen Vornamen noch einmal treffen, mit ihr über alte Zeiten plaudern und mich mit ihr über das, was wir erwachsen fanden totlachen, weil das damals doch naiv und unschuldig und unbeschwert war im Vergleich zu dem, was später kam, als wir wirklich erwachsen zu werden begannen.

Doch das geht nicht. Vor einigen Jahren erfuhr ich leider, daß sie eine Psychose ausgebrütet und sich das Leben genommen hatte.

[ 16 Uhr 20 ] - [ Noch kein Kommentar ] - [ Ein Träckbäck ]

Das Verbrechen des Malte Welding: Ein ferkeliges Jesusbild und die Beschimpfung von Bekenntnissen.

Kategorie: Vernetzt , Meine unqualifizierte Meinung

Unanständiges Jesusbild.Eigentlich hatte Malte Welding nur eine Ikone bei Twitter herumgereicht. Mit dem Kommentar: "Jesus, du hast aber tolle Bauchmus... äh ... OH MEIN GOTT!" Seht Ihr da auch statt Bauchmuskulatur eine riesige Erektion? Diese dürfte der Grund dafür sein, daß Malte Welding nun eine Vorladung vom Landeskriminalamt bekam. Wegen angeblicher "Beschimpfung von Bekenntnissen" (§166 StGB). Darüber könnte man ja sprechen, wenn er diese Ikone "verbrochen" hätte. Tatsächlich aber müßte sich die Anzeige gegen Janet Jaime richten, die diese Ikone für die Warr Acres Catholic church schuf. Denn nicht nur er sah dort männliche Genitalien, sondern die halbe Welt, so daß die "Künstlerin" aus Oklahoma (nackte Pimmel in Amiland! Skandal!) nun dieses Bild ändern wird.

Vielleicht war das nur ein Trick dieser Dame, um unverdient in die Medien zu kommen?

Jedenfalls sehe ich in diesem Tweet keine Beschimpfung von Bekenntnissen. Wohl aber in dem Bild an sich.

[ 10 Uhr 40 ] - [ 1 Kommentar ] - [ Kein Träckbäck ]

Unlesbar.

Kategorie: Mischmasch

Weil man als Büromensch ständig vor dem Rechner sitzt, greift kaum noch jemand zu Stift und Papier. Folge: Die Handschrift verkümmert. Unser Autor hat inzwischen sogar Schwierigkeiten, seine eigene Klaue zu entziffern. Kann man dagegen gar nichts tun? (FTD online 16.08.2010)

Ich weiß nicht, ob ich mich dem anschließen soll, war meine Handschrift doch schon immer ziemlich übel. In der Grundschule hatten wir als Fach "Schönschreiben", ich weiß nicht, ob es das heute noch gibt. Damals war ich schon der Schlechteste. Vor etlichen Jahren hatte meine Mama mal ein Schönschreib-Heft von damals ausgegraben. Freilich sah meine Schrift damals sehr anders aus als heute, doch furchtbar war sie schon immer.Grausam. Augenkrebs! Und damals war noch nichts mit computergesteuerter Schriftverkümmerung. Und seit ich viel am Rechner schreibe, ist meine Schrift auch nicht grausamer geworden, sie hält sich vielmehr seit ewigen Zeiten auf diesem Niveau:

Schriftprobe von Ulf, grausam anzusehen.

Ich verkrampfte mich schon immer beim Schreiben, bekam regelrechte Druckstellen von Füllfederhalter oder Kugelschreiber im Sinne eines Dekubitus 1. Grades. Deshalb schreibe ich, wo es geht, mit dem Computer. Um meine Mitmenschen zu schonen.

[ 09 Uhr 11 ] - [ 2 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

16. August 2010

Extra viel Löffel-Schaum-Scheiß.

Kategorie: KuliNarrisch

Großartig finde ich ja dieses Instant-Gesöff von Nestlé, welches als Cappuccino verscheuert wird, im Gegensatz zum echten Cappuccino allerdings kein Häubchen aus aufgeschäumter Milch hat, sondern irgendwelchen Schaum aus dem Gesamt-Gebräu und somit eigentlich überhaupt nichts mit Cappuccino und dessen mehrschichtigem, sich langsam mischenden Trinkerlebnis. Beworben wird das auch noch "mit extra viel Löffel-Schaum!" - ja und? Was ist an Schaum so toll?

Ich kenne auch Menschen, denen Schaum auf Kaffee und Espresso, auch Créma genannt, total wichtig ist. Dabei ist all dieses Geschäume nur eine Menge feiner Luftblasen, umschlossen von der zu trinkenden Flüssigkeit. Beim richtigen Cappuccino macht das noch Sinn- Die Milch vermischt sich nicht sofort mit dem Kaffee, und der Geschmack verändert sich stetig. Aber Schaum um des Schaumes Willen? Schaumschlägerei.

[ 21 Uhr 18 ] - [ 2 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

Wenn die Schwarze Lady kommt...

Kategorie: Psycho?!? ,

...dann bin ich gerüstet.

Eben hat sie es versucht. Ich habe Nachtwache und es ist sehr ruhig. Prima Gelegenheit für das Gehirn, vor sich hin zu denken.

Manchmal habe ich Sehnsucht nach der unbeschwerten Kindheit. In den Tag hineinzuleben, keine Verantwortung tragen zu müssen, im Wald zu spielen oder Sandburgen zu bauen. Der Wald- er war unsere Welt! Vor einigen Jahren habe ich mal Gießen-Kleinlinden aufgesucht, die Stätten meiner Kindheit und ihrer unschuldigen Spiele zu besichtigen. Ich war erstaunt, wie klein das alles war. Unsere Welt, der Wald, maß vielleicht einen Viertelquadratkilometer.

Und ich merkte, wie sich die Sehnsucht verselbständigte. Wie die Schwarze Lady begann, die Gelegenheit auszunutzen, wie sie begann, daraus fiese schwarze Fäden zu einem schwarzen Netz zu knüpfen, um mich wieder gefangen zu nehmen, mich in ihre Gewalt zu bringen.

Nein, nicht mit mir! Aber was tun, wenn keiner zum Reden da ist, wenn es so spät ist, daß ich niemanden anrufen könnte und die Arbeit erstmal getan ist?

Am besten etwas stumpfsinniges, worauf ich mich aber konzentrieren muß.
Ich habe mein Mobiltelephonbuch aufgeräumt und bei Twitter die Liste derer, denen ich folge.

Nun sitzt die Schwarze Lady in einer Ecke und schmollt.

[ 03 Uhr 18 ] - [ 4 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

15. August 2010

Die Faszination des Todes.

Kategorie: Erlebtes

Was genau passiert nach dem letzten Atemzug habe ich noch nicht so recht ergründen können. In Augenblicken wird der lebende Mensch zu einem toten Menschen, und ich habe keine Ahnung, wie und warum. Irgendwie ist dann das Leben draußen aus ihm. Irgendwie. Wie auch immer.

Auch wenn ich mich fleißig bemüht habe, die biologischen und physiologischen Prozesse zu ergründen, schlauer bin ich nicht geworden. Und zur Metaphysik oder gar Esoterik habe ich so gar keinen Draht.

Der organisatorische Ablauf ist schnell erklärt. Den Sterbenden pflegen und betreuen und die Angehörigen gleich mit. Schmerzen und Unruhe nehmen, mit Duftlampen den desinfizierten Krankenhausodem übertünchen und eine warme Atmosphäre der Geborgenheit schaffen.

Danach verharre ich so lange im Zimmer, bis die Situation geeignet ist, den Arzt und die Patientenverwaltung zu informieren, daß ein Todesfall festzustellen ist. Wieder zurück ins Zimmer und versuchen, eventuell vorhandene Angehörige in die Sitzgruppe zu locken, am besten mit unserem Seelsorger zusammen, damit ich den Verstorbenen zurechtzuppeln kann. Soll ja gut aussehen. Fertig? Angehörige wieder reinlassen.

Nach ein paar Stunden, dem Abschied der Angehörigen und der Feststellung von Frau Doktor, daß der Betreffende wirklich tot ist (sichere Todeszeichen: Totenflecke, Leichenstarre [häßliches Wort]) kommt er in die Prosektur, raus aus dem Bett, rauf auf die Zinkwanne, rein in die Kühlung. Den Rest übernimmt der Bestatter.

So ist der Ablauf, kälter geschildert, als ich ihn handhabe.

Aber was geschieht im entscheidenden Augenblick?

Ich weiß es nicht. Noch nicht. Aber bis ich es erfahre, wird es hoffentlich noch lange dauern.

[ 17 Uhr 34 ] - [ 1 Kommentar ] - [ Kein Träckbäck ]

Gute-Laune-Musik LXXXVII: Hoja hoja hoooooooooo!

Kategorie: Gute-Laune-Musik

[ 06 Uhr 00 ] - [ 4 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

14. August 2010

Telefonterror.

Kategorie: Mischmasch

Ich erhielt soeben einen Anruf auf meinem Mobiltelephon. Ich hätte ihn in der vergangenen Nacht ab drei Uhr sechs bis sieben mal angerufen. Ein Blick in meine Anrufliste bestätigte dieses. Nur- ich kannte ihn nicht und hatte auch seine Nummer nicht gehabt. Da mußte ich wohl die Displaysperre nicht eingeschaltet gehabt haben und das in meiner Hosentasche befindliche Smartphone irgendwie zufällig seine Nummer gewählt und immer wieder Wahlwiederholung gemacht haben. :-/

Das tat mir ziemlich leid, das ist ja nun eine wirklich unmögliche Uhrzeit. Naja, sagte er, er dachte zuerst, es wäre einer seiner Söhne gewesen, aber die Nummer hätte nicht gepaßt. Oder jemand von deren Freunden.

Ob ich das irgendwie wieder gut machen könne?
Neinnein, das sei nicht nötig. Ich solle nur in der kommenden Nacht die Tastensperre aktivieren.

Mich wundert, daß der Mann so freundlich war und gar nicht sauer. Sehr angenehm, bei aller Peinlichkeit.


Blogger-Marathon 2010

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[ 14 Uhr 36 ] - [ 4 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

Formspring: Es geht auch ernsthaft!

Kategorie: Vernetzt

Manchmal treffen über Formspring auch vernünftige Fragen ein:

Ulf, warum bist du krankenpfleger geworden? weisst du, deine artikel im blog berühren mich sehr. ich denke, dass patienten an dir einen besonderen menschen haben.
Der Weg dahin war ziemlich unspektakulär: Ich hatte eine Broschüre darüber gelesen vom Arbeitsamt und dachte, das könnte mir Spaß machen. Echt so gewesen.

danke für die antwort. lese gerne ab und zu wie du deine arbeit lebst und wahrnimmst. deine ernst/skurile seite gefällt mir sehr. gibt es demnächst wieder mal einen kurzfilm? weisst du, dass du eine begabung für kabaretistik hast?
Danke für das Kompliment. Ich werde immer Kurzfilme drehen, aber geplant wird das eher selten. Nur einen habe ich im Kopf, der etwas wilder werden soll, dafür suche ich noch Darsteller.

Begabung fürs Kabarett? Weiß nicht. Aber an meinem Herumgekasper hatten schon mehrere Freude. smile


was für darsteller suchst du denn? machst du eine ausschreibung ? oder sollen die dir von selber über den weg laufen? ( bin gespannt wie ein regenschirm ) wünsch dir nen guten tag...gute gedanken...überraschende begegnungen, freude, spass, neues...
http://weblog.hundeiker.de/item-1126.html
biggrin


Welches sind für dich die drei wichtigsten Fragen im Berufsleben? ( Ich denke an Fragen, die ich mir stellen kann, um herauszufinden WO ich StelleninhaberIN bleibe oder wechseln soll...eine Stelle annehme od. nicht. ) Danke für deine Mithilfe.
Ist das Team einig und solidarisch?
Paßt mir die Fachrichtung?
Wie ist das Haus? Persönlich, unpersönlich, menschlich, Gewinnmaximierung?


hast du (es) schon mal mit marihuana probiert?
Ja, habe ich. Und es hat mir nicht gefallen. Ich mag Rausch nicht.

zum Artikel "behindert" vom 21.7.10: Was habt Ihr gewissenhaften Krankenpfleger in D eigentlich für eine Berufs- Lobby? ( Unterstützend -. ) Das ist ja ein Dauerbrenner weltweit, seit Jahrzehnten! ( Als Patient gäbe es da auch manches Liedchen zu singen.
Nunja, ich bin organisiert im Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe, und da gibt es auch noch mehr von. Was wir wollen, interessiert von den Politärschen aber eh keine Sau.

Wo oder wie kann ich im Internet kritisches Forum zu Selbsthilfe für Patienten finden? (Deutschsprachiger Raum) Einigermassen geschützt?) Danke Ulf.
Für PatientInnen? Keine Ahnung, weil ich das nicht brauche, wenn man mal vom Spezialforum www.depri.ch für Depressionskranke absieht. Ich treibe mich bei krankenschwester.de als dem besten deutschsprachigen Forum für Pflegekräfte. Das nutzt Dir als PatientIn aber wenig. Tut mir leid, da kenne ich mich nicht aus...



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[ 12 Uhr 55 ] - [ Noch kein Kommentar ] - [ Kein Träckbäck ]

Nachtwachgedicht.

Kategorie: Literarisch , , Satire, Pamphlete, Unflätiges

SteckbeckenspüleEs rauscht die Thrönchenspüle,
Spült alle Kacke fort.
Im schlafenden Gewühle
ist dies ein ruhiger Ort.

Die Leute rufen mich und fragen
was gegen Juckreiz tun?
Da muß ich ihnen sagen:
Ich schmier diese Salbe nun.

Ein Bett ist vollgekotet
ich mach es wieder schön
und biet ihr an, als nächstes
Mit ihr zum Klo zu gehn.

Ein Schlucki wird entzügig
Ich stopf ihm Distra® rein
dadurch wird er gefügig
und schläft schnell wieder ein.



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[ 03 Uhr 34 ] - [ 1 Kommentar ] - [ Kein Träckbäck ]

13. August 2010

Sieben auf einen Streich.

Kategorie: Erlebtes

Die Kolleginnen von der Spätschicht kündigten mir gestern schon eine Horrornacht an. So schlimm war es dann nicht, ich bin mit allem fertig geworden, was zu tun war. Aber es war schon viel zu tun, etliche Schwerstkranke, viele "Kontinenzkontrollen" und ungeheuer viele Toilettengänge. Die vielen Schellen verteilten sich meist recht gut. Doch kurz vor vier klingelten gleich Sieben auf einen Streich.

Neuer Rekord.

Bloß keine Hektik- ich sehe, wer da klingelt, und kann abschätzen, was wie eilig ist. Immer der Reihe nach und das Gerenne gut organisieren, dann geht das schon.

Ich war schon ziemlich platt am Morgen. Aber zufrieden. Und nicht gestreßt. Schaun mer mal, wies heut wird.

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[ 19 Uhr 48 ] - [ 2 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

12. August 2010

Das Auge.

Kategorie: Erlebtes

Kaum ist das Gerstenkorn am Oberlid weg, kommt am Unterlid ein neues. Und dann noch auf der Innenseite! Ständig muß ich Eiter aus dem Auge entfernen, und nach dem Aufstehen ist es erstmal völlig verklebt.

Entzündetes Auge

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[ 19 Uhr 05 ] - [ 4 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

Schwule sind Lüstlinge. Deshalb dürfen sie kein Blut spenden.

Kategorie: Erlebtes , Meine unqualifizierte Meinung

Diese obskure Regel trat nach dem Skandal in Kraft, als vor allem Bluter verseuchte Konserven aus den USA bekommen hatten, die trotz des Wissens um HIV nicht korrekt getestet worden waren.

So weit, so schlecht. Männliche Homosexuelle gelten als Risikogruppe, da sie sich angeblich besonders leicht mit dem HI-Virus anstecken. In der Tat sind manche Praktiken (die allerdings durchaus auch von Heten praktiziert werden) bei ungeschütztem Verkehr besonders gut für die Übertragung geeignet. Bei ungeschütztem Fick wohlgemerkt. Heutzutage benutzen doch wohl die meisten Pariser, und wer das nicht tut, wird es wohl wissen, daß er es nicht getan hat.

Schwule haben außerdem ein hohes Ansteckungsrisiko, weil sie promiskuitiv leben. Ja sicher. Ich kenne etliche sehr monogame Schwule. Und ich kenne viel mehr Mädels mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern, die sich vor allem auf die Pille verlassen. Und das Kondom auch schon mal "vergessen". Das ist sicherlich ein bißken riskanter, als wenn Schwule mit Lümmeltüte herummachen.

Schwule heutzutage noch als AIDSschleudern zu diffamieren ist mies- und schlimm für die PatientInnen, denen vielleicht das Blut eines Schwulen fehlt.

[ 09 Uhr 12 ] - [ 10 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

11. August 2010

Der Untergang des Abendlandes - langsam, aber sicher.

Kategorie: Kultur , Satire, Pamphlete, Unflätiges

Alle großen Kulturen und Imperien sind bisher irgendwann untergegangen, bis bestenfalls ein Schatten ihrer selbst übrigblieb: Das pharaonische Ägypten, das alte Griechenland, das Römische Reich.

Nichts und niemand kann unbegrenzt aufsteigen. Irgendwann ist der Gipfel erreicht, der Zenith überschritten, und dann? Geht es abwärts im Sauseschritt. Das zu nicht mehr beherrschbar aufgeblähte Römische Reich war kaum noch zu kontrollieren, spaltete sich in Ost- und Weströmisches Reich und hauchte dann allmählich endgültig seinen Geist aus.

Europa geht langsam den Bach herunter: Hieß es vor sechzig Jahren noch: "Wohlstand für alle!", so müssen heute etliche zu niedrig bezahlte ArbeitnehmerInnen Nebenjobs annehmen, um sich und ihre Familien über Wasser zu halten. Mußten damals noch Arbeitskräfte aus dem Ausland "importiert" werden, heißt es nun häufig: "Ausländer raus!"

Vom Arbeitskräftemangel während des Wirtschaftswunders in die Massenarbeitslosigkeit- Massenbeschwichtigung mit Unterschichten-TV, wegsparen von Kultur und Bildung: Eines Tages wird hier wieder Barbarei herrschen wie vor zweitausend Jahren, und eine neue Epoche der Kultur beginnt. Irgendwo anders.

[ 19 Uhr 24 ] - [ Noch kein Kommentar ] - [ Kein Träckbäck ]

Die Rache des Benjamin Blümchen.

Kategorie: Kultur , Erlebtes

Scan aus Lurchi-ComicNein, mit diesem dämlichen, angepaßten Elephanten, der alles kann und überall reinpaßt, sogar in Helikopter und gar Flugzeuge in der Economy Class, hat dieser Eintrag nichts zu tun. Dieser Idiot von Rüsselträger mit dem Auftrag, Kinder zu verblöden mit Cassetten, auf denen er und seine behämmerten quietschenden und kreischenden MitstreiterInnen nicht zu überhören sind, ist gar nicht zu vergleichen mit Lurchi, dem Salamander!

Lurchi, der für die Firma Salamander seit 1937 unterwegs ist, löst sämtliche Probleme mit seinen von eben dieser Firma produzierten Schuhen. Notfalls tritt er mit diesen auch mal eine Türe ein. Seine Freunde sind noch durchgeknallter und seine Abenteuer, die ihn durch Straßen, Vegetation und Kanalisation aller Herren Länder führen, erst recht.

Immer, wenn ich mit meiner Mama im Schuhhaus Darré in Gießen neue Schuhe für meine stetig wachsenden Füße kaufen ging, gab es ein neues Heftchen. Diese besitze ich zwar nicht mehr (aber einen Sammelband, den mir meine Liebste schenkte), aber noch einige Singles (für die Jugend: kleine, runde, schwarze Scheiben, die es vor CD und MP3 gab), die heute recht wertvoll sein könnten.

Schuhe trage ich heute nicht mehr. Nur Sandalen. Aber ich habe auch keine Abenteuer zu bestehen.

[ 18 Uhr 03 ] - [ 3 Kommentare ] - [ Ein Träckbäck ]

Münster-Marathon 2005 - Mein letzter Marathon.

Kategorie: Beweglich , Erlebtes

Da ich dieses Jahr am Blogger-Marathon teilnehme (Bitte für mich stimmen! Startnummer 45!), krame ich mal alte Marathonstories aus aus sportlicheren Tagen...

12.9.2005:

Ich könnte den Hauptdarsteller in einem Zombiefilm mimen. Jedenfalls von meinem Gangbild her. Steif und ungelenk stapfe ich in die Sauna. Nach drei Gängen und einer Runde auf dem "Chi-Master" (eine Art Ganzkörpervibrator, man legt die Beine auf ein Wackelding und wird durchgeschüttelt. Das soll für und gegen alles gut sein. Mir egal, es lockert jedenfalls die Muskeln) kann ich sogar wieder Treppen steigen.


11.9.2005:


Vorm Rennen treffe ich noch zwei Leute aus dem Forum des MS-Marathons, doc aus bückeburg und Holger. Austausch über diverse Rennen.


Ulf im StartblockIm Startblock Gelb (für die Untervierstundenläufer) werde ich doch etwas nervös. Meine Vorbereitung war nicht optimal gelaufen, ich hatte viel um die Ohren gehabt usw., andererseits fühle ich mich gut und das Wetter ist perfekt: bedeckt, kühl, kein Regen. Nur die Luftfeuchte ist etwas zu hoch.


Neun Uhr


Auf gehts. da ich diesmal weiter vorne bin, finde ich recht schnell in mein Tempo. Dies ist heute zügiger als ich geplant hatte- Ich bin mit meinem Zeitziel nicht so anspruchsvoll gewesen wie dieses Tempo. Naja, vielleicht gehe ich nachher noch vom Gas.


In der Stadt, bei der Ludgerikirche, treffe ich Korbinian, der ein eigenes MüMa-Forum aufgebaut hatte und an seinem 359-Shirt (=3h 59min) zu erkennen ist. Wir laufen uns bis Gievenbeck mehrmals über den Weg- dort hat er bereits seine Mitläufer abgehängt.In Gievenbeck gehe ich etwas mit dem Tempo runter, und er hängt mich ab.



Zur Strecke erzähle ich nichts. Die gleiche wie 2004. Nur etwas weniger Zuschauer - wohl wegen des Wetters.


Eigentlich kann nix passieren, außerdem habe ich meine Lieblingsschuhe an. Denke ich. Nur, daß diese mehr Kilometer drauf haben, als ich dachte. Das bekomme ich bei km 20 schon deutlich zu spüren: die Dämpfung ist hinüber, und meine Füße fühlen sich, als hätten sie den Marathon schon hinter sich. Das kann ja heiter werden...


Ulf in Gievenbeck, km 19
Ulf in Gievenbeck, km 24
Gievenbeck, Verpflegung


Als ich nach Roxel reinlaufe, kommt mir Holger schon entgegen. Mit einem Affenzahn. Himmel!


In Roxel, kurz nach km30, überhole ich Korbi, trotz fürchterlich schmerzender Laufwarzen. Das letzte mal, daß ich ihn sehe, obwohl er nur 6 minuten nach mir eintrifft.


km 37


Die Versuchung, auszusteigen, ist kurz vor meiner Haustür mal wieder gewaltig. Irgendwie siegt der Durchhaltewille gerade noch so eben.


Ziel


Die letzten zweihundert Meter ziehe ich das Tempo gewaltig an. Auf daß der Schmerz bald vorbei sei. Fatal. Ich bekomme hinter der Ziellinie einen fürchterlichen Magenkrampf und entleere erstmal meinen ohnehin schon leeren Magen. Woraufhin mich erstmal ein Sanitöter einkassiert. Lange lasse ich mich aber nicht im Zelt halten...


Nach einem Viertelstündchen bin ich wieder glücklich und zufrieden und freue mich auf den nächsten Lauf. Pervers, nicht wahr?


Ulf im Ziel
Ulf im Ziel



In der Vorbereitung zu diesem Marathon hatte schon die Depression hineingefunkt und mein Training gefunkt. Später legte ich dann während eines siebeneinhalb Monate dauernden Psychiatriemarathons dreißig Kilo zu. Das war es dann. Vorläufig?



[ 09 Uhr 04 ] - [ 4 Kommentare ] - [ 2 Träckbäcks ]

10. August 2010

Gewinnmaximierung im Krankenhaus- auf dem Rücken der Pflegekräfte.

Kategorie: Erlebtes , Meine unqualifizierte Meinung

Natürlich müssen auch Kliniken wirtschaften und haushalten in diesen unrosigen Tagen. Die meisten Kliniken dürfen allerdings keinen richtigen Gewinn erzielen- wenn sie gemeinnützig sind. Daneben gibt es aber auch gemein- ohne -nützige Kliniken wie die Rhön-Kliniken, die unter anderem die Universitätskkliniken Gießen geschluckt haben, oder auch den schweizer Ameos-Konzern, der Ende 2007 das damalige Landeskrankenhaus Osnabrück fraß. Diese dürfen Gewinne maximieren. Und tun dieses auch. Ohne Rücksicht auf (Qualitäts)Verluste. Leidtragend ist das Personal, denn dort läßt sich am meisten sparen. Per Umweg über eine konzerneigene Leiharbeitsfirma drosselt Ameos die Kosten pro Pflegekraft um bis zu dreißig Prozent. Bei mehr als gleicher Arbeitsbelastung zu einem Dumpinglohn werden Pflegekräfte regelrecht verschlissen.

Dabei können Pröfessionalität und Qualität nur vernichtet werden.

Fernsehbeitrag des SWR
Danke für den Tip @psychoMUELL

Die Pflegebranche wächst- der Lohn sinkt. Das Personal wird abgebaut, der klägliche Rest verheizt, und auf der Strecke bleibt der Patient.

[ 08 Uhr 08 ] - [ 5 Kommentare ] - [ 5 Träckbäcks ]

09. August 2010

Wikipedia und ich.

Kategorie: Vernetzt

Ich hätte nie gedacht, daß ich mal an Wikipedia mitmurkse. Ich hatte zwar früher schon kleinere Korrekturen und Ergänzungen vorgenommen, doch in letzter Zeit mache ich da mehr.

Mittlerweile gehen sogar zwei ganze Artikel auf mein Konto. Die Entstehung des ersten (über Wilhelm Mülhens, den Gründer des Hauses 4711) war eher zufällig. Ich guckte etwas nach über Chanel, deren Duft "Platinum" meine Aura veredelt, und landete über O de Klo bei 4711 und wunderte mich, daß zum Gründer kein Artikel existierte. Also dachte ich, kannste ja mal versuchen. Als der Artikel drinstand, kamen plötzlich die Schreiber, und mittlerweile ist der Artikel stark verändert und erweitert. Aber immer noch kurz. Allerdings ist die Quellenbeschaffung für mich eher schlecht.

Heute habe ich seinen Sohn Peter Joseph eingefügt.

Ich bin und bleibe ein Genie.

[ 11 Uhr 44 ] - [ 3 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

Heiß wie die Hölle - 42,195km in 3:58h.

Kategorie: Beweglich , Erlebtes

Startnummer 71 beim 3. Volksbank-Münster-Marathon
Da ich dieses Jahr am Blogger-Marathon teilnehme (Bitte für mich stimmen! Startnummer 45!), krame ich mal alte Marathonstories aus aus sportlicheren Tagen...

Ich bin eigentlich gut vorbereitet. Nur die Prognosen! Es wird warm werden. Viel zu warm. Und die Kohlenhydrate hängen mir zum Halse heraus.



Freitag, 3.9.2004


Ich fahre zum Steingymnasium. Dort ist die Startunterlagenausgabe. Dort treffe ich einige bekannte Gesichter: "Viel Erfolg!" Die Marathon-Messe ist sehr überschaubar- ist ja auch ein recht überschaubarer Lauf. Per Telephon, Anrufbeantworter, SMS und E-Mail kommen eine Menge guter Wünsche.


Und der Lomo Oktomat wird geliefert. Das ist eine Plastikkamera, die in Serie innerhab von zweieinhalb sekunden acht winzige Bilder auf ein Negativ macht. Diese will ich mitnehmen, statt der sonst immer gehabten Einwegkamera. Da kann man sozusagen Bewegungsabläufe mitnehmen smile



Der Tag davor


Spätnachmittags kommt Peter, um ein paar Beutel Powergel für km 37 als Notfallreserve abzuholen.


Tag X


Ich stehe um sechs Uhr auf, damit ich noch ein Frühstück verdauen kann. Fülle die Wasserspeicher auf. Mache meine Klamotten fertig. Werde nervös. Gewicht nach dem Aufstehen: 65 Kilogramm. Mal sehen, was diesmal übrigbleibt.



Warm solls werden. Ich hatte diverseste Online-Wetterdienste abgefragt. Ich mag Hitze nicht wirklich.


Ulf im Startblock
Kleidersackabgabe an der Überwasserschule. Latsche zum Hindenburgplatz. Dixiklo benutzen (froh sein, daß man Mann ist, obwohl- in Münster ging es noch mit den Dingern, bei den großen Läufen, besonders in Berlin, waren die Teile ziemlich übel...)


km Null


Im StartblockWie üblich: stockend setzt ich das Feld nach dem Startschuß in Bewegung. Beim Gymnasium Paulinum schlage ich mich noch mal in die Büsche. Der letzte Urin vor 16:00 Uhr...
Mein Puls ist schon ab Start recht hoch. Hitze, Aufregung? Egal. Ich werde ihn ignorieren und die Uhr mehr beachten und nur zusehen, daß der Puls nicht gar zu hoch kocht. Ich fühle mich ja eigentlich sehr gut.im Startblock



km 6 oder 7 oder so


Kettelerstraße 22- hier haben wir bis Februar 1999 gewohnt.
Genau bei km 7 fragt mich eine Dame, was ich denn so vorhabe. "Irgendwas unter vier, wenns klappt." Sie stellt fest, daß sie viel zu schnell ist. Ich laufe genau 41 Minuten.
Das Kreuzviertel ist leider etwas eng und kurvig. Aber das macht mir nicht wirklich viel aus...
Unterwegs
Der Aasee


Bei


km 14


sehe (und überhole) ich den ersten, der Probleme mit seiner Form zu haben scheint. Er läuft sehr sonderbar, guckt sehr angestrengt und gibt beim Atmen absonderliche Laute von sich. Wir umrunden den Zentralfriedhof und schlängeln uns Richtung Gievenbeck. An der Musikschule spielt eine Oldie-Band "Hit the Road, Jack" - Na, wenn das nicht paßt.

Unterwegs

Etwa bei


km 17,



beim Fachhochschulzentrum, sehe ich den ersten am Boden liegen, die Beine hochgehalten bekommend von einem Helfer. Der Notarzt ist schon zu hören.


Halbzeit


Unter zwei Stunden, sehr gut. Wenn nichts dazwischen kommt, werde ich wohl knapp unter vier Stunden ins Ziel laufen. Wenn...
Gievenbeck


In den etwas belebteren Gebieten ist die Stimmung super. Bei


km 24,5


danke, mir geht es gut!wieder mal im Einkaufszentrum Gievenbeck, wo wie immer ein "PowerPoint" ist. (Das Microsoft noch nicht geklagt hat... wink ). Dort steht Peter mit Freunden. Wenn Kirsten durch ist, wird er nach km 37 wandern und Beutel mit Powerschleim bereithalten. Im Grunde würde ich mich ganz gerne in die Eisdiele setzen. Schlielich bin ich Eisoholiker.


Der Moderator ruft mich aus. Ich fühle, wie meine Waden härter werden. Aber ich bin noch fit. Bei km 26 etwa steht Angelika von 1A, und dann geht es schon beim Ratio um die Ecke auf die Roxeler Straße, wo Gernot, unser Ex-Stationsarzt steht und mir irgendetwas anfeuerndes zuruft. Hier steigt die Straße permanent ein wenig an. Gibt aber schlimmeres, richtige Wellen zum Beispiel. Kurz vor


km 30


Laufen, laufen, laufen...Wieder ein "Kraftpunkt", und zwar, wenn ich es noch recht wahrnehme, auf dem Pantaleonplatz. So langsam spüre ich den Marathon. Und mein Tempo. Ich bin genau passend in der Zeit. Aber jetzt kommt publikumsmäßig eine Durststrecke, außerdem spüre ich die Hitze. Ich habe das Gefühl, in meinem Magen schwappt höchst unvorteilhaft eine Suppe aus Powergel und Wasser. Und sie scheint daran nichts ändern zu wollen, jedenfalls bleibt sie, wo sie ist. Manchmal möchte ich mich gerne übergeben, um dies Geglucker loszusein...



Ich ziehe die Konsequenz und verzichte auf den letzten zehn Kilometern ganz aufs trinken. Ich müßte es auch so schaffen.


Zwischendrin: Johannes. Angelika aus meinem Ausbildungskurs. Lange nicht gesehen. Und Dr. Landgraf und Petra aus dem EKG.


km 35,5 bzw. 26


Krankenwagen. *Schluck*
Auf der Roxeler Straße gibt es Gegenverkehr


Kurze Zeit später klemme ich im berühmten "Team Kenia" (welches alle Jahre wieder im Baströckchen antritt) fest. Ich würde eigentlich gerne überholen. Aber die laufen alle nebeneinander. Und rufen kann ich nicht mehr wirklich, also füge ich mich. So laufe ich wenigstens nicht Gefahr, mich völlig zu verausgaben. Peter jedoch, den ich ziemlich genau bei 37 ausmache, kann mich nicht sehen. Aber ich brauche eh keine Verpflegung mehr. Bei dem Gedanken daran laufen die Beine schon wie von selbst. Nur noch fünf Kilometer! "Kannst Du mir nicht ein bißchen von Deiner Power abgeben?" - "So viel ist da auch nicht mehr!" antworte ich demjenigen, den ich da gerade überhole. Ein seltsames Phänomen: Ich bin im Grunde völlig fertig. Dennoch werden die Kilometer kürzer statt länger.



km 40


Wieder am Zentralfriedhof vorbei. Innerlich muß ich grinsen: etwas makaber, nicht wahr?


Ich muß nicht mehr weit! Schon bin ich bei 41. Und sehe einen, dem die Beine wegknicken. Zwei Helfer versuchen ihn aufzurichten. Doch er knickt wieder ein. Wie bitter, so kurz vor dem Ziel. Ob er es doch noch schafft? Ich zweifle arg daran. Simone aus meinem Kurs. Manu von meiner Station und Werner. Eine Kurve noch, rauf auf den Horsteberg, über Kopfsteinpflaster in den Zielkanal. Am Rande nehme ich schemenhaft das tosende Publikum wahr. Unter vier Stunden! Mein Traum wird wahr!


42,195


Ich habe es geschafft. Ich habe mein Ziel erreicht. Länger hätte ich auch nicht gekonnt. Ich muß mich erstmal setzen. Irgendwo im Schatten beim Lambertibrunnen. Ein wildfremder Mensch spendiert mir Wasser. Von wegen sture Westfalen! Vielen Dank.



Der Mann mit dem Hammer ist hinter mir hergelaufen. Erwischt hat er mich nicht!


[ 07 Uhr 30 ] - [ 1 Kommentar ] - [ Kein Träckbäck ]

08. August 2010

Dadaistischer Esoterik-Jazz.

Kategorie: Erlebtes , Kultur

Ich war noch jung (ja, sogar ich war das einmal!) und gerade in der Oberstufe. Den Kopf hatte ich, wie in diesem Alter üblich, voller Flausen, und ich war ungeheuer kreativ. Glaubte ich jedenfalls damals und plante mit zwei Mädels zwei Jahrgänge unter mir mal wieder ein noch vor dem Start scheiterndes Projekt: Eine Jazz-Combo.

Kreativ, wie wir waren, erfanden wir auch gleich eine neue Stilrichtung. Be Bop und Free Jazz und so gabs ja schon. Also erfanden wir, da ich damals total auf Dada stand, den dadaistischen Esoterik-Jazz. Allerdings war das Problem das gleiche wie bei meinem ersten Projekt Penisneid: Wie soll so etwas nur klingen? Zumal sich auch niemand von uns wirklich jemals mit Esoterik beschäftigt hatte. Und ich war zwar recht gut dabei mit Klassischer Gitarre, aber Jazz hörte ich zwar gerne, hatte ihn aber nie zu spielen gelernt, und wirklich musikalisch war ich auch nicht.

So wurde auch daraus mal wieder nichts. Vielleicht war das auch besser für die Welt.

[ 20 Uhr 07 ] - [ Noch kein Kommentar ] - [ Kein Träckbäck ]

Marathon, die vierte: Karstadt-Ruhrmarathon, 25.4.2004.

Kategorie: Beweglich

Da ich dieses Jahr am Blogger-Marathon teilnehme (Bitte für mich stimmen! Startnummer 45!), krame ich mal alte Marathonstories aus aus sportlicheren Tagen...

23.4.



Meine Sachen sind zusammengeräumt- die übliche Zusammenstellung:
Startnummer Ruhrmarathon



Die logistischen Probleme habe ich bewältigt. So schwer wars dann doch nicht. Ein Hotel in Essen in Bahnhofsnähe habe ich, nicht weit vom Zielgelände. Morgen Mittag breche ich dorthin auf. Einchecken, dann die Startunterlagen besorgen, Pastaparty, trinken auf Vorrat, gaaanz früh ins Bett. So früh wies geht frühstücken und gegen acht Uhr das Zielgelände betreten, Kleidersack abgeben und per Shuttle nach Dortmund-Bövinghausen zum Start.



Meine letzte Sorge:

Hoffentlich kann ich im Ziel eine Dusche ergattern!


24.4.


Am späten Vormittag breche ich auf nach Essen. Im Hotel wartend an der Rezeption: Lauter Läufer. Check-In. Zur Marathonmesse- nur zwei U-Bahn-Stationen. Startunterlgen abholen und den Kleiderbeutel (diesmal eine richtige Tasche!). Zur Carboloadingparty. Haha. Kartoffelsuppe. Echt lecker. Aber so nicht nahrhaft. Lt. Rezept in der WAZ pro Nase 40g Kratoffeln... Und ne Party war das auch nicht. Und ich danach hungriger als vorher- aber im werbefinanzierten Stadtplan fand ich gleich um die Ecke einen Italiener mit guter Pasta auf dem Plan. Dort erschienen nach mir noch mehr mit Kleidertaschen- denen hatte die Suppe offenbar auch nicht gereicht...


Am abend ein Altbier, dann ins Bett, 20:30 Tiefschlaf.


25.4.


5:45 Uhr



Der Wecker weckt mich. Sehr gut. Denn gestern war er irgendwie erst nicht in die Gänge gekommen und hatte nur Murks angezeigt. Geschlafen habe ich prima. Irgendwann zwischen drei und vier war ich mal wach, futterte eine Banane und schlief weiter.


6:25


Eigentlich sollte erst um 6:39 Frühsück sein- aber offenbar wurde den Marathonis Rechnung getragen. Zwei Brötchen mit Honig, Kaffee und danach Eimerweise Wasser, das wars. Meine Klamotten habe ich schon mit runtergenommen, bezahlt gestern. Ich gehe jetzt. Lamb to the slaughter. Zur U-Bahn. Die eigentlich erst 7:21 planmäßig fährt. Jetzt aber schon um sieben. Weil voll.


Klamottenabgabe. Plastikfolie geholt. Shuttlebus.


7:30


Neben mich setzt sich eine Halbmarathoni. Wo ich die Folie herhabe. Habe aber zwei bekommen. gebe ihr also eine. Gesprächspartnerin für die Fahrt. Warum Laufen? Weils Spaß macht- das ist die Antwort.



8:30 - Dortmund

Im Startblock

Habe einen weiteren Gesprächspartner gefunden in der Nähe des Startblocks. Halbmarathon, operationsbedingt. Gewesener Rettunsassi. Usw.


9:45


Die Rollis sind los, die Skater sind los, ich reihe mich in meinem Startblock ein. Ein Ultrafreak gibt etwas an. Soll er. Tue ich ja auch ganz gerne. Wärmefolie weg, ist jetzt warm genug.


10:00


Es macht "Peng". Und es geht los. Langsam ruckend, wie immer. Aber das Feld läßt schneller genug Platz als ich dachte- obwohl der Startbereich für die Massen sehr schmal ist.



Bochum


Eingang des Opelwerks

Eingang der Presshalle

Arbeiter im Presswerk

Nach wenigen Kilometern kommen wir durch Bochum. Und durchs Preßwerk von Opel. Nachher höre ich etwas Unmut, da die Luft darin recht stickig ist und der Boden etwas glatt (Problem für die Skater. Ich aber finde die Idee großartig. Einige Arbeiter im Blaumann an der Strecke.


Herne


Auf dem Weg nach Herne verliere ich meine Plastikwegwerfkamera. Irgendwie gelingt mir, sie zu finden und zu schnappen- ein Wunder, daß sie nicht wie die Becher plattgetreten wurde.



Bei km 17 sehe ich den ersten eine Gehpause machen.


Bei km 20: "Marathon rechts, Marathon rechts!"

"Hier trennt sich die Spreu vom Weizen...."

Hält er sich für was besseres als Marathoni, nur weil er doppelt so weit läuft? Für diese Arroganz soll ihn der Mann mit dem Hammer treffen!


Und abrupt wird das Feld stak ausgedünnt. Jetzt haben wir alle sehr viel Platz und Abstand auf einer sehr breiten und verlasenen Straße.



Gelsenkirchen


Ich weiß nicht wirklich, ob wir in Gelsenkirchen sind. Seit Kilometer Zehn habe ich das Tempo etwas angezogen. Unter vier Stunden wird das zwar nicht, aber dennoch eine gute Zeit. Dreißig Kilometer habe ich hinter mir. Ich spüre meine Beine und Füße recht deutlich. Aber der Hammermann läßt mich in Ruhe. Habe fleißig Powergel geschluckt (brrrr). Ich überhole immer mehr Leute. Die ihre Gehpausen leider oft etwas plötzlich vor meiner Nase beginnen. Aber ich weiß ja, wie das ist.

Gelegentlich stehen LäuferInnen am Rand und dehnen etwas die gequälten Muskeln. An einem fiesen Anstieg liegt einer auf der Sanitäterpritsche und wird irgendwie am Bein verarztet- irgendwas luxiert?



Kilometer fünfunddreißig: Ich überhole jemandem, der mich verstört fragt: "Das sieht noch so leicht aus bei Dir- bist Du erst beim Halbmarathon eingestiegen?" und: "Du schwitzt ja gar nicht!"

Nein, leicht ist es nicht wirklich, und mein Schweiß verdampft sofort, so heiß bin ich schon...


Essen



Zielgerade

Zielgerade

Nur noch wenige Kilometer. Und dann, bei 41, beginnt das letzte Gefecht. Hier stehen die Massen dicht Gedrängt und zwingen einen geradezu zum Gasgeben. Und immer wieder: "ULF Du schaffst das!"- Den Namen auf die Startnummer zu drucken war eine gute Sache- persönliches Anfeuern ist immer gut, egal, ob man die Leute kennt. Und ich war ja alleine...


42- Zielgerade. Ich könnte auch keinen Kilometer mehr. "Ihr riecht wie Sieger!"


Ziel



4:06:36 - Glücklichsein, Folie, Medaille, trinken. Ich erwische einen Becher Imperialistenbrause. Mag ich nicht. Trinke ich dennoch. Und kotze ihn gleich wieder aus. Danach bin ich wieder richtig fit. Ich hole meine Klamotten ab und mache mich auf den Weg zum Bahnhof. Duschen? Zu lange Schlange. Stinke ich halt ein wenig. "Ihr riecht wie Sieger!" sagte das Schild auf der Zielgeraden. Stinken wie Sieger hätte eher gepaßt... smile



[ 11 Uhr 21 ] - [ Noch kein Kommentar ] - [ Kein Träckbäck ]

Gute-Laune-Musik LXXXVI: Und das am Sonntag!

Kategorie: Gute-Laune-Musik



Slayer: The Antichrist

[ 06 Uhr 00 ] - [ 2 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

07. August 2010

Dummheit stirbt nicht. Was tot ist, kann nicht mehr sterben.

Kategorie: Satire, Pamphlete, Unflätiges , Meine unqualifizierte Meinung

Dummheit ist gestorbener Geist. Wer dumm ist, ist quasi ein Untoter, ein Zombie, dem das Denken noch nicht einmal fehlt. Eigentlich sollten nach Darwins "Survival of the fittest" die besten und stärksten durchsetzen. Das schafft mir Irritation, wenn ich immer wieder sehen muß, wie sich Dummheit durchsetzt (vor allem in der Politik). Stärke hat also nicht immer etwas mit Grips zu tun, aber eigentlich müßten Dumme daran sterben, daß sie einfach zu dumm zum Leben sind. Und damit aussterben. Aber da es so schön heißt: "Dumm fickt gut" vermehren sich die auch noch wie die Karnickel Zombies. Auch Zensursula.

Die Gescheiten bringen die Entwicklung der Menschen voran, die Dummen machen sie wieder kaputt. Die Welt wird von Leichen beherrscht.

[ 18 Uhr 38 ] - [ 3 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

Tierärztliches Bulletin: Bruno- um Kopf und Kragen.

Kategorie: Erlebtes ( Köter-Kontent )

Bruno, der Hund mit dem Kragen.

Nachdem vor gut einer Woche ein Irish Setter versucht hatte, Teilzeit-Töle Bruno zu verspeisen, was eine eineinhalbstündige Notoperation nach sich zog, geht es ihm sehr viel besser. Er geht immer noch auf andere Hunde zu (darf aber noch nicht spielen. die Fäden sind noch drin).

Nur sieht er mit dem Kragen (den er tragen muß, damit er nicht dauernd an der Wunde leckt) noch dümmer aus als sonst, außerdem rennt er damit alles um und versucht alles, um ihn loszuwerden. Besonders doof sieht es aus, wenn er sich am Ohr kratzen will... biggrin

Wir lieben ihn.

[ 16 Uhr 47 ] - [ 2 Kommentare ] - [ Ein Träckbäck ]

Marathon, zum dritten: Berlin 28. September 2003 - endlich ohne Qualen!

Kategorie: Beweglich

Da ich dieses Jahr am Blogger-Marathon teilnehme (Bitte für mich stimmen! Startnummer 45!), krame ich mal alte Marathonstories aus aus sportlicheren Tagen...

Vorher


Angst- Angst vor dem Mann mit dem Hammer, der mich in Münster letztes Jahr erwischte, Angst vor Problemen mit dem linken Fuß, den ich in Wien im Mai so mißhandelt habe.


Egal- ich tue es. Nummer 16569 lebt.



5:30 klingelt der Wecker in einer schönen Altbauwohnung am Prenzlauer Berg. Ein hochgradig nervöser Ulf schält sich aus dem Bett und macht sich ein paar Scheiben Toast mit Honig und eine Tasse Kaffee und säuft anschließend eine Flasche Wasser. Kriecht zum Verdauen noch einmal ins warme Bett zurück.


6:30 scheint die Stadt Berlin noch zu schlafen. Doch an den Tramhaltestellen sammeln sich ein paar Menschen in Turnschuhen, mit Chip daran und Kleidersack über der Schulter. Am Alexanderplatz allerdings: Massen füllen die S-Bahn, alle in Richtung Startzone.


Von der Kleidersackabgabe in den Startblock8:00 Kalt isses. Sehr gut. Ich werde zwar erst frieren, zum Laufen wird das gut sein. Ich folge denen, die den Eindruck machen, als wüßten sie, wo es langgeht. Langer Weg... Ich ziehe mich um und gebe meinen Kleidersack ab.
Zwischendrin: traumatische Erfahrungen mit einem Dixieklo.



Ich trotte den Scharen hinterher zum Startblock, wie ein Lamm zur Schlachtbank. Ich friere, ich habe Angst. Die laute Discomusik lenkt mich nicht ab, eher ein wenig die Aerobic-Aufwärmübungen, die recht amüsant aussehen mit den gut gebauten Vorturnern und Vorturnerinnen.


km null


Langsam und stockend kommt die Meute in Bewegung. Etwas ärgerlich stelle ich fest, daß sich viele aus Block H (Einsteiger) in Block G (meiner) gemogelt haben. Diese halten mich reichlich auf. Bis


km zehn


ist es unmöglich, sich zu lösen und mein eigenes Tempo zu laufen. Eingekeilt zwischen langsamere Läufer hoppele ich vor mich hin. Ach, egal. Schxxx auf Superzeiten. Einfach nur gut ankommen.



km zwanzig


Ulf bei km 20Ein erstes Wiedersehen mit meinem “Fanclub” (Kirsten, Katja, Joachim), der mich bei km 10 verpaßt hatte. Tut gut. Überhaupt gehts mir gut. Die Zeit ist mir schnurz mittlerweile. Kein Durst, kein Schmerz, kein nix. Ich habe sofort angefangen, Wasser zu kübeln und vorher meine ekelhaften Gels zu schlucken.


Was auffällt: Unheimlich viele DänÍnnen rennen mit. Und unheimlich viele DänInnen stehen in großen Gruppen am Streckenrand. Ist überhaupt noch jemand in Dänemark geblieben?



Kurz vorm Halbmarathon hält ein Mann ein Schild aus dem Fenster: Weltrekord! Paul Tergat in 2:04:55! Mein Nebenmann grinst: “Wir haben grad die Hälfte, und der darf schon nach Hause!”


Und überall, die ganze Strecke: Remmidemmi ohne Ende. Kaum Lücken. Trommeln, Bands, Stereoanlagen, wunderbar laut.


Langsam werden die ersten langsamer, und ich muß gelegentlich ausweichen, um zu überholen.


km fünfundzwanzig



Auf kranartigen Geräten Photographen. Alle reißen die Arme hoch- das ist schön theatralisch und erleichtern nachher das Zuordnen der Bilder zu den Läufern.


Mein linker Fuß macht sich etwas bemerkbar, und ich beginne meine Waden zu spüren. Aber alles nicht schlimm.


km dreißig


Schon so weit?!?


km fünfunddreißig



Ulf bei km 35Das Publikum trägt. Nur einer läßt mich allein: Der Mann mit dem Hammer! Mir geht es prima! Ich ziehe das Tempo nochmals an und überhole einen nach dem anderen. Mittlerweile muß ich zickzack laufen. Bislang habe ich nur zum Wasserfassen Gehpausen machen, und das wird offenbar so bleiben.


Das Publikum ruft Durchhalteparolen. Ja, feuert mal die an, die es nötig haben! Ich gebe weiter Gummi und bekomme das Gefühl, meine Sohlen qualmen.


km vierzig


Ein Adidas-Plakat an der allerletzten Kurve: “Denke ja nicht daran, aufzugeben!”. Ab jetzt geht es nur noch geradeaus. Ich sehe das Brandenburger Tor- kurz dahinter ist das Ziel.



Ulf Überläuft die Ziellinie mit einem UrschreiBeflügelt reiße ich immer wieder grüßend die Arme hoch und steigere nochmals mein Tempo auf etwa 5:15. Mit einer gewaltigen Gänsehaut renne ich durchs Brandenburger Tor und zweihundert Meter weiter mit einem Jubelschrei über die Ziellinie.


Es geht doch...


Mein Telephon piepst: Das vorläufige Ergebnis. 4:13:47, erste Hälfte in 2:20, zweite in 1:53. Ich glaube es kaum.


ca. zwei Kilometer muß ich noch durchs Gedränge zu den Treffpunkten. Und dort lange warten auf die anderen- kein Durchkommen, alles abgesperrt und voll. Ich lege mich, eingewickelt in meine Plastikfolie, irgendwo hin und ruhe mich aus und fühle mich gut...
In der Wartezone
Vorm Brandenburger Tor





[ 10 Uhr 08 ] - [ Noch kein Kommentar ] - [ Ein Träckbäck ]

06. August 2010

Die Erde für die Blumenkübel wird aus dem Sommerloch geschaufelt.

Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung ( Käseblatt und andere Medien ) , Satire, Pamphlete, Unflätiges

Vor drei Tagen wurden ein paar Blumenkübel in einem Kaff bei Münster zerdeppert. Das war der noch schlechteren Zeitung von beiden tatsächlich eine Meldung wert.

Heute kam der Ersatz.

Nach neuesten Informationen wurde jetzt ein speziell ausgebildetes Sonderkommando des KSK aus Calw zum Schutz der Blumenkübel abgestellt.

Wirklich weltbewegend. Zur Einweihung dieser Kübel durch Bundespräser Wulff und Kanzel-Merkel wird Daniel Kübelkötz "singen" und dieses wird dann u.a. von CNN live übertragen.
Die Erde für die Blumenkübel wird aus dem Sommerloch geschaufelt.




Blogger-Marathon 2010

Beim Blogmarathon für mich stimmen! (Startnummer 45)

[ 16 Uhr 19 ] - [ 4 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

Wien-Marathon, 25. Mai 2003 - 42 Kilometer mit verstauchtem Fuß.

Kategorie: Beweglich

Da ich dieses Jahr am Blogger-Marathon teilnehme (Bitte für mich stimmen! Startnummer 45!), krame ich mal alte Marathonstories aus aus sportlicheren Tagen...

Vorlauf


17. März 2003


Heute beginnt die "Heiße Phase", d.h. der zehnwöchige Trainingsplan. Soll ich die Vier-Stunden-Marke anpeilen, oder einfach versuchen, etwas schneller als in Münster 2002 zu sein? Auf jeden Fall mache ich nicht wieder den Fehler, zu flott loszulaufen und das nicht zu merken. Ich habe jetzt eine Pulsuhr mit codiertem Sender und besserer Start-Stop-Funktion als die Vorgängerin.



Anlauf


Tags zuvor


Samstag: besichtigen das Figarohaus, wo Mozart eine Weile gelebt und die dazugehörige Oper geschrieben hatte. Auf dem Weg dorthin muß ich einem Autofahrer in der schmalen Gasse ausweichen, wobei ich mit dem Fuß umknicke. Ich messe dem mangels stärkerer Beschwerden keine Bedeutung bei.


Starttag


Ulfs StartnummernschildSchlecht geschlafen, statt sechs vom wecker halb sechs von alleine erwacht. Duschen. Brustwarzen rasieren und abkleben, damit sie nicht blutig gescheuert werden. Frühstück halb sieben. Schlechter Appetit. Trinken, trinken, trinken, denn es wird warm werden.

Horden von Menschen in Laufklamotten und mit Zeitnahmechip am Fuß und Kleidersack in der Hand strömen Richtung U-Bahn, die U1 Richtung Kagran schließlich scheint nur noch Läufer zu transportieren. Wir alle haben Flaschen und trinken schluckweise.


Startbereich


Ulf, eingequetscht im StartblockSchon ziemlich warm für acht Uhr morgens. Bis zum Startschuß werden wir noch ordentlich geröstet werden. Aber Vöslauer steht schon da und verteilt Stilles Vöslauer Mineralwasser palettenweise unter uns.

Schwitzend im Startblock: Gedankenaustausch mit den Läufern der Umgebung. Ein Moderator oder so erzählt alles mögliche, ich verstehe kein Wort, aber hört überhaupt wer zu?
Ich bin guter Dinge, fühle mich superfit.
Punkt neun: Der Schuß aus der Leuchtpistole fällt, löst die Spannung und baut gleich eine ganz andere Spannung auf. die Leuchtkugel verschwindet rechts in der UNO-City. Langsam und stockend kommt ein Pulk von 25.000 Läufern in Bewegung, davon 10.500 Marathonis.

Durchlauf


KM 1


Der Boden vibriert. Ich muß mal. Gebüsch. 25.000 Paar Füße machen ein sonderbares Geräusch. Schon über 20 Grad. Das kann ja heiter werden.


KM 5


Erste "Tankstelle", kostet mich viel Zeit, da ich von stärkeren abgedrängt werde. Wird sich noch verteilen.

Warum aber Plastikbecher? Pappe läßt sich besser plattreten und verformen (damit man besser laufend trinken kann und nicht so viel verschüttet).


KM 6


Wenige Kilometer nach dem Start, die Läufer vor mirMama und Kirsten, wie verabredet. Langsam merke ich, daß mein linker Knöchel nicht perfekt ist. Ignoriere ich aber.
Super Stimmung bisher. Vorbei an einer Kneipe nit Regenbogenfahne und Dragqueens u.ä., an Bands und Blaskapellen. Auch einige Nonnen stehen da und halten die Hände zum Abklatschen hin.


Irgendwo zwischen KM 10 und 15



Ein Passant rennt quer über die Straße. Beim Ausweichen lande ich mit dem Fuß in einem Straßenbahngleis. Mit dem linken natürlich.


KM 15


"Marathon links, Fernwärme rechts!"- Die "Kurz"streckenläufer des "Fernwärmelaufs" über 15,8 Kilometer werden ausgefiltert.



Mein Fuß macht sich allmählich deutlicher bemerkbar.


KM 20


An der Donau. Ich merke, daß es eigentlich vernünftiger wäre, auszusteigen. Das Zeitziel kann ich ohnehin vergessen, schneller werde ich nicht mehr werden. Die Spendenaktion im Hinterkopf will ich aber wenigstens ankommen.
Nachdem die ersten schon nach dreißig Minuten von Sanitätern abtransportiert wurden, werden ab jetzt die Sirenen häufiger.



Im Prater


Im Prater werden richtig Kilometer gemacht: Straße rauf, auf der andern Seite runter, dazwischen Hütchen als Absperrung und Security, daß keiner die Gelegenheit ausnutzt, zu mogeln.
Im PraterGanz schlimm: Prater Hauptallee. Auf der anderen Straßenseite die Zwischenzeitkontrolle für Kilometer Dreißig. Super. dann sind wir ja.... und dann sehe ich das Schild auf meiner Seite: 26.
Mittlerweile will ich nicht mehr. Ich bin ein Pechvogel: gut im Futter, fit und dann der Fuß....
Wieder rennt mich fast ein Passant um. Hätte er mich getrroffen, ich wäre liegengeblieben und hätte mich abtransportieren lassen. Bis KM 41 dominiert der schmerzende Knöchel und mein Verlangen, einfach aufzuhören und mich versorgen zu lassen.

Am Rand: jede Menge Aussteiger. Bei km 36 ein schwaches Grinsen zu meinem Nachbarn: "Immerhin sind wir schon weiter als Dieter Baumann!" (der letztes Jahr in Hamburg bei 35 aufhörte)


KM 41


Langsam bin ich wieder motivierter. Den Rest schafft der Fuß auch noch, jetzt brauche ich auch nicht mehr aufhören...


KM 42


Noch 195 Meter: Nur noch um die Ecke, durchs Heldentor und über die Zielmatte. Dann massieren lassen und ab zu den Sanitätern....

Hinter dem Ziel: Medaille, "Glückwunsch!"
Ja, Glück habe ich gehabt. Aber keinen Verstand! Humpelnd suche ich mein persönliches Ziel: Versorgung. Find ich nicht. Doch ja da- alles voll. Denn nicht. erstmal setzen.



Auslauf


Ulf unterm Baum

Ich sitze auf einer Bank. Schuhe aus. Keine Blasen. Aber etwas dick geworden ist der Knöchel. Mein Mobiltelephon piept: meine Zeit kommt per SMS. 4:52:32. Geht ja, für die Umstände...


Pulsgurt lösen. Hat nur wenig gescheuert. Brustwarzen entpflastern. Meine Sportuhr sagt, ich hätte 3800 Kalorien verbraten.

Etwas verschnaufen. Ich spare mir die Versorgung. Ich hole meine Sachen, treffe mich mit meinem Anhang und dann ab dafür.
Ich verpasse meine Leute natürlich im Gewühl. Unter einem Baum liegend ruhe ich mich erst noch etwas aus und beobachte die Nachhut, die noch länger unterwegs war.


Vorbei


Ulfs mit Eisbeutel versorgter Knöchel
Sonnenbrand

Im Hotel: Duschen, danach baden, dann nochmal kalt abduschen. Ich lasse mich mit Schokolade versorgen. Dann macht einen Müllbeutel nehmen und mit den Eiswürfeln aus der Minibar einen Eisbeutel für meinen Fuß machen.

Wir gehen nachher noch essen und mit Mama ein Weinchen trinken, und auch morgen darf ich dann beim Frühstücksbuffet wieder alles essen, was ich will...


Nie wieder?


Nie wieder mit verstauchtem Fuß. Ich freue mich schon auf Berlin...





Blogger-Marathon 2010

Beim Blogmarathon für mich stimmen! (Startnummer 45)

[ 07 Uhr 00 ] - [ 2 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

05. August 2010

Münster, 8.9.2002 - Der Mann mit dem Hammer.

Kategorie: Beweglich

Da ich dieses Jahr am Blogger-Marathon teilnehme (Bitte für mich stimmen! Startnummer 45!), krame ich mal alte Marathonstories aus aus sportlicheren Tagen...


Abends zuvor

"Worauf habe ich mich da eingelassen? Bin ich wahnsinnig? Mit diesen Beinen soll ich 42,195 Kilometer laufen? Ich kann nicht einschlafen!"

Morgens

Ich wache gleich mit auf um 4:45 Uhr. Weiterschlafen? Zwecklos. Frühstück. Kurz vor sechs: SMS von einer Freundin, die Dienst hat und mich deshalb in Gedanken anfeuern muß.

Habe ich alles?

Den Champion-Chip habe ich gestern schon am Turnschuh befestigt. Und jetzt: Startnummer anheften, was warmes überziehen. Den Kuchen für meinen "Fanclub" hinstellen. Schlüssel einstecken und auf zum Hindenburgplatz. Am Steingymnasium (mittlerweile nach Gievenbeck umgezogen) "Check in",umziehen, Klamottenbeutel abgeben und Startblock anpeilen.

Vorm Start

Startnummer 35 beim 1. Münster-Marathon Am Start sind 4700 LäuferInnen. Zwar waren 5000 angemeldet, aber egal.
Was soll ich für eine Zeit versuchen? Meinen letzten 35-Kilometer-lauf hatte ich ohne Probleme in 3:16 erledigt, soll ich vier Stunden versuchen? Nee, lieber nicht, keine Experimente beim Debut. 4:15 ist da realistischer, und das wäre auch schon Spitze für den Einstieg.

Zeitplan

Neun Uhr

Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann betätigt das Schießeisen. Adrenalin! Ein Ruck geht durch 4700 Menschen. Langsam kommt der Haufen in Bewegung. Bis ich über die Zeitnahmematte komme und damit aus dem Spaziergehertempo vergehen allerdings noch zwei Minuten.

Kurz hinter dem eigentlichen Start sehe ich schon meine KollegInnen stehen, die heute nicht arbeiten müssen. Sind die doch tatsächlich auf einen Sonntag so früh raus!

Ich bin richtig gerührt.

Auf der Promenade versucht mich Cpt. Night-Rappel abzulichten und hechtet sehr malerisch dazu am Feld der Läufer vorbei.

KM 5

Wir kommen an meiner Klinik vorbei. Aus der Ambulanz gucken auch welche raus und feuern mich an. Tut das gut!

Im Trott

Bei der Westfälischen Schule für Musik stehen meine Leute schon wieder. Klasse!

Mittlerweile habe ich mein Tempo. Fatal nur, daß ich erst viel später merke, daß ich viel zu schnell laufe: Ich habe die zwei Minuten Startverzögerung einzuberechnen vergessen.

Hinter der Universität (Corrensstraße, KM 10 oder so) gönne ich mir eine Pinkelpause. Die einzige übrigens- bis ca. 16:00!

KM 10

Zwischenzeitnahme (0:56:5 cool .
Wenn man über die Matte rennt, piept es ganz eklig- und das Feld ist noch recht dicht. Mir fallen fast die Ohren ab.

KM 15 (Gievenbeck)

Überall an der Strecke jubelnde und anfeuernde Menschen. Eine Stimmung, völlig unwestfälisch!

Meine damalige Sparkassenfiliale, bei meinem damaligen zu Hause um die Ecke. Hier ist der Runners Point-Remmidemmistand. Und meine Familie. Meine kleine Schwester steckt mir Futter zu. Manfred von meiner DFG-VK-Gruppe schafft es leider nicht, die Fahne rechtzeitig hochzureißen. Ich sehe ihn erst auf dem Rückweg.

KM 20

Verflixt: in meinem Schuh reibt was! Keine Blase, bitte nicht! Und schon gar nicht so früh! Dann bluten meine Füße irgendwann, und ich darf aufgeben.

An der Strecke: Matthias (Arzt auf meiner Station) mit Nachwuchs.

In Roxel werde ich von Leuten angefeuert, die ich leider nicht sehe. Krankenhaus, soviel ist klar.

KM 21,1 (Halbmarathon)

1:59:20
Jetzt habe ich auch die zwei überschüssigen Minuten bemerkt. Ich bin viel zu schnell, aber jetzt voll im Tempo drin. Da komme ich auch nicht mehr raus.

Überall stehen Kinder und strecken die Hand zum Abklatschen aus. Klasse!

KM 30 - Hammermann

Ulf nach dreißig Kilometern
(Zwischenzeit: 2:54:33)
Ich habe geglaubt, es passiert mir nicht, da ich im Training in diesem Tempo völlig problemlos 35km gelaufen bin. Aber da kommt er, pünktlich bei Kilometer dreißig: der gefürchtete "Mann mit dem Hammer". Gnade! Ich muß doch noch 12,195....

Manuela und Werner- weiterlaufen, weiterlaufen, weiterlaufen!
Aber jetzt kommen immer wieder Kinder mit Gartenschläuchen. Tut das gut!

KM 31- Angelika. Weiterlaufen...

KM 32- Ich versuche eine Gehpause zu machen. Doch da stehen meine Nachbarn: "Das ist kein Spaziergang!" Mist, weiterlaufen, weiterlaufen, weiterlaufen!

KM 33- Wieder in Gievenbeck. Ich könnte prima aussteigen, einfach aufhören und nach Hause gehen und mich hinlegen, ich hätte es ja nicht weit.

Aber: Das geht nicht. An der Strecke stehen meine Familie und Manfred (jetzt sehe ich ihn), meine Station, alle denken an mich, ich kann die nicht alle enttäuschen. Also weiter!
Ich lerne gerade, was Schmerzen sind.

Qualen

Die Kilometer werden immer länger und ich immer langsamer. Bei 34 sehe ich einen Läufer am Rand stehen und kotzen. Ich kann es nachvollziehen. Kurze Zeit später: Da liegt einer, leichenblaß und ohne Bewußtsein, und bekommt die Beine hochgehalten, Sanitäter sind unterwegs. Krankenwagen. Die Fahrer feuern uns über Lautsprecher an.

Ich sehe Lemmi und Carsten Pfaffe, ehemalige Mitschüler. Waren in meinem Sportkurs. Gucken etwas erstaunt. Schließlich war ich die absolute Null. Feuern mich an. Weiterlaufen, weiterlaufen, weiterlaufen!

KM 40

Nochmal meine Station. Jetzt habe ich es fast geschafft. Fast. Überall an der Strecke: "Durchhalten, Ihr schafft es!"
Weiterlaufen, weiterlaufen, weiterlaufen!

KM 41

Nicht mehr denken, nicht mehr fühlen, gar nichts mehr, nur noch durchhalten.

KM 42

Ulf Kurz vorm Ziel
Noch 195 Meter! Scheißkopsteinpflaster? Ach, auch egal. Kristina ist das letzte bekannte Gesicht vorm Ziel. Jetzt mobilisiere ich die allerletzten Kraftreserven, um meine Gesichtsmuskulatur in Lächelposition zu zwingen.

42,195

Ich hoppele ins Ziel. 4:20:46. Nehme erleichtert das Zeitnahmepiepen wahr. Es ist vorbei! Jemand hängt mir eine Medaille um und gratuliert mir. Es ist vorbei.

Danach

Durst. Trotzdem ich unterwegs getrunken habe. Mörderischer Durst. Ich bekomme mein Finisher-T-Shirt. Die Massagestelle übersehe ich. Ist auch schnurz, Hauptsache nicht mehr laufen oder stehen müssen!
Sanitäter und Notarzt versorgen ein paar Kollabierte.

Kollegin gratuliert mir. Um aus dem Zielfeld rauszukommen, muß ich über einen kniehohen Schlauch. Ich schaffe es gerade noch so eben.

Mama nimmt mich in Empfang. Nur hinsetzen. Nie wieder Marathon. Trinken. Schuhe aus. In den Lambertibrunnen steigen.

Zehn Minuten Katzenjammer, aber jetzt geht es mir besser. Das mit dem "nie wieder" überlege ich mir nochmal, eigentlich war es doch klasse.

Nie wieder?!? Vienna-City-Marathon 2003, Startnummer 617. Sag niemals nie...

Blogger-Marathon 2010

Beim Blogmarathon für mich stimmen! (Startnummer 45)

[ 20 Uhr 53 ] - [ Noch kein Kommentar ] - [ Kein Träckbäck ]

04. August 2010

Fick Dich schlank!

Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung

Unser etwas machomäßiger Politiklehrer in der Mittelstufe nahm mit uns die Kalorienzuteilungen der verschiedenen Besatzungszonen nach dem Zweiten Weltkrieg durch und forderte die Mädels der Klasse auf, ihre Kalorientabellen mitzubringen. Die taten das sogar. Eine mußte vorlesen, wieviel man wobei verbrennt.

"Gehen langsam soundsoviel Kalorien, Gehen schnell soundsoviel Kalorien, Laufen soundsoviel Kalorien, Beischlaf normal soundsoviel Kalorien, Beischlaf heftig soundsoviel Kalorien, bla bla...."

Was heftiger Beischlaf sein soll, weiß ich immer noch nicht. So pornomäßig oder etwas mit auspeitschen?

Nun denn, für das iPhone gibt es eine App, die den Kalorienverbrauch beim Poppen mißt. Nun kann ich mir auch geileres vorstellen, als mit umgeschnalltem Telephon zu rammeln. Macht das überhaupt noch Spaß, wenn man es um des Abnehmens willen miteinander treibt?

Sex soll Spaß machen und Liebe transportieren. Ich zähle da keine Kalorien.



Blogger-Marathon 2010
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[ 18 Uhr 16 ] - [ 3 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

03. August 2010

Gammelfleisch.

Kategorie: Mischmasch ,

Vor über zehn Jahren stieß ich auf ein Projekt namens Stinkymeat. Wie ich eine Art Wissenschaftler, der gerne ausprobiert, was passiert, wenn. Ich erinnere da an mein Fleisch-Cola-Projekt. Hier nimmt der Wissenschaftler Fleisch und läßt es im Hochsommer herumliegen.

Daß dieses Projekt noch online ist, wußte ich gar nicht. Und dann noch mit Hähnchen!


Blogger-Marathon 2010
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[ 10 Uhr 16 ] - [ 2 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

02. August 2010

Vierzehn Tage? Das dauert mir zu lange!

Kategorie: Vernetzt , Meine unqualifizierte Meinung

Vierzehn Tage Gratis downloaden? Dauert mir zu lange!

Ein vierzehn Tage dauernder Download? Mit einer Geschwindigkeit von 31 Bit/sec? Tut mir leid, liebe Spammer, die Ihr mir diesen "Linktausch" andrehen wollt, das ist mir zu lahm, auch wenns nix kostet.



Blogger-Marathon 2010
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[ 20 Uhr 46 ] - [ 2 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

Flitzkacke - ein beschissenes Problem.

Kategorie: Psycho?!?

Nicht immer habe ich dieses Problem. Meistens habe ich habe ich schönen, festen Stuhlgang, der mir Freude macht. Aber seit ich meine Medikamente so nehme wie jetzt und in dieser Dosis, habe ich gelegentlich mal ein paar Tage Sprühwurst. Zum Glück hat mich dieses jetzt lange nicht mehr in Bedrängnis gebracht, aber ich muß mich doch manchmal recht schön beeilen, damit ich mir nicht in die Hosen scheiße.

Zwar leide ich nicht darunter, aber mitunter ist es schon etwas lästig, quasi mit Rückstoß auf die Toilette zu müssen. Und Abputzen ist an diesen Tagen etwas unkomfortabel, weil ich mehr putzen muß und das Venlafaxin in der Kapsel lauter Kügelchen hat, die unverdaut ausgeschieden werden und dann ziemlich schmirgeln.

Nun sterbe ich nicht gerade daran. Aber es ist immer besser, bei Wanderungen Schnupftücher mitzuführen und ein transportables Gebüsch.



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[ 17 Uhr 30 ] - [ 3 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

Anonymität der Großstadt.

Kategorie: Mischmasch

Trotz des Wetters ist die Eisdiele gut gefüllt. Es wird gescherzt, gelacht und Eis geschleckt.

Mittendrin hält jemand seine Liebste im Arm und versucht sie zu trösten, denn sie hat gerade erfahren, daß ein alter Freund von ihr gestorben ist.

Niemand nimmt Notiz davon.






Ruhe in Frieden, Guido. Gell Du?

[ 16 Uhr 07 ] - [ ] - [ Kein Träckbäck ]

Flitschauge.

Kategorie: Erlebtes ,

Großartig sieht mein rechtes Auge aus. Um Euch zu schonen, habe ich es vor dem Photo wenigstens vom gröbsten Siff befreit und die Farben etwas runterreguliert.

Ulfs Flitschauge bei Zustand nach Gerstenkorn.

Gestern machten mich meine Kolleginnen auf das geschwollene Oberlid aufmerksam, und als ich mir das Elend betrachten wollte, sah ich ein Gerstenkorn, welches gerade platzte und seinen Eiter entleerte. Hätte ich ja klasse gefunden, wäre es nicht mein Auge gewesen. Jetzt habe ich wohl eine Konjunktivitis.

Wenn es morgen nicht besser ist, gehe ich zum Augenarzt. Das Jucken nervt. Ich bekomme dann bestimmt so eine tolle Augenklappe wie mein persönlicher Held Kapitän Flitschauge.



Blogger-Marathon 2010
Beim Blogmarathon für mich stimmen! (Startnummer 45)

[ 09 Uhr 58 ] - [ 5 Kommentare ] - [ Ein Träckbäck ]

01. August 2010

Die Rättin.

Kategorie: Mischmasch

Nicht jeder findet sie possierlich, seien sie lebendig oder tot: Ratten.

Zwischen Zwinger und Maximilianstraße führt ein Weg an der Aa entlang, auf welchem meine Liebste plötzlich angewidert stehenblieb und nicht mehr weitergehen wollte: Da war eine Ratte. Sie lief nicht fort und Schmeißfliegen umschwirrten sie, also war sie tot. Mir graust ja nun vor nichts, und so plante ich, den Kadaver am Schwanz zu packen und in die Aa zu schleudern, daß der Weg für meine Liebste frei sei. Doch da- sie rührte sich ein wenig, langsam und schwach.

Da mußte ich mir etwas anderes einfallen lassen, denn von einer dreivierteltoten Ratte gebissen zu werden mußte auch ich nicht unbedingt haben. Nachher wird man davon zum Zombie, das finde ich wenig erstrebenswert.

So nahm ich ein Zweiglein zu Hilfe, um die Ratte fort zu schleudern.

Im Nachhinein fiel mir dann ein, daß ich sie vielleicht mit einem beherzten Fußtritt hätte erlösen können.


Blogger-Marathon 2010
Beim Blogmarathon für mich stimmen! (Startnummer 45)

[ 19 Uhr 33 ] - [ 2 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]