Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

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07. September 2010

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

Kategorie: Erlebtes

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

Brief an die Kanzlerinmit Unbehagen habe ich Ihre Äußerungen bezüglich des Einsatzes von Hartz-IV-Empfängern in der Pflege gelesen.

Ich verstehe das als Geringschätzung meines Berufes und meiner Professionalität als Krankenpfleger (bzw. heute als Gesundheits- und Krankenpfleger). Denn zur professionellen Pflege gehört weit mehr als nur, pardon, Hintern abputzen und Essen anreichen ("Füttern").

Wir brauchen vor allem mehr gut ausgebildete PflegeFACHkräfte, die in der Lage sind, Probleme wie Dekubitusgefährdung, psychosoziale Schwierigkeiten und unendlich vieles mehr zu erkennen. Dies können nicht oder nicht fundiert ausgebildete Hilfskräfte nicht leisten.

Die Qualität der Pflege würde noch stärker gefährdet. Wovon Sie allerdings nicht betroffen sein dürften, denn Sie können wählen, von wem Sie gepflegt werden, sollten sie das mal brauchen, was ich allerdings nicht hoffe.

Hochachtungsvoll,
Ulf Hundeiker
Krankenpfleger, Praxisanleiter

Ihr dürft Frau Dr. Merkel auch gerne schreiben! angelamerkel@kanzleramt.de

Bundeskanzleramt
Bundeskanzlerin Angela Merkel
Willy-Brandt-Straße 1
10557 Berlin

Links zum Thema:
- Sozialleistungen.info: Merkel möchte Hartz IV Empfänger als Pflegekräfte einsetzen
- Fuldaer Zeitung: Merkel will Hartz-IV-Empfänger zu Pflegern machen
- Finanzzeug.de: Hartz IV-Empfänger sollen Fachkräftemangel ausgleichen --- (unqualifiziert, d. Red.)

[ 11 Uhr 21 ] - [ 2 Kommentare ] - [ 6 Träckbäcks ]

Mothers Little Helper.

Kategorie: Psycho?!? ,

PsychopharmakaIch futtere ja auch im Dienst brav meine Medikamente. Da kommen dann schon mal Fragen vom lernenden Volk:

Ob mich das nicht stört, Medikamente zu nehmen?
Warum sollte es? Ich habe keine Schluckstörungen, der Rest ist Gewohnheit. Das geht dann ganz automatisch. Wenns hilft, schlucke ichs gerne.

Ob ich die denn für immer nehmen muß?
Wahrscheinlich. Mir aber auch nicht so wichtig.

Ob ich mich nicht komisch im Kopf fühle, weil ich Psychopharmaka nehme?
Im Gegenteil. Mit dem Zeug fühle ich mich erst wieder wie ein (fast) normaler Mensch.

Ob das nicht gefährliche Neben- und Langzeitwirkungen hat?
Im Prinzip möglich. Ich habe aber nur manchmal leichtes Händezittern und Flitzkacke. Damit kann ich leben.

Was passieren würde, wenn ich das Zeug absetzen würde?
Abgesehen von den üblichen Absetzerscheinungen mag ich mir den Rest lieber nicht vorstellen... sad

Ob man das nicht anders behandeln kann?
Für mich: NEIN. Allerdings sind die Medikamente nur eine Stütze. Ohne diese würde mein Neurotransmitterhaushalt wieder meine Stimmung torpedieren. Die Biochemie im Hirn wird eben durch Venlafaxin, Lithium und Quetiapin reguliert. Ohne Psychotherapie (mittlerweile abgeschlossen) wäre ich allerdings nicht an dem Punkt, an welchem ich heute bin. Das DENKEN können die Pillen nicht beeinflussen. Das muß gelernt werden. Die Mischung machts.
Allerdings ist nicht jeder Depressionskranke gleich. Der eine kann irgendwann auf Medis verzichten und wird ganz gesund. Der andere eben nicht. Bei dem nächsten helfen Medikamente gar nicht erst und wieder ein anderer kommt mit Psychotherapie allein zurecht, die aber auch nicht jedem hilft.

Es gibt nicht DIE Therapie für jeden. Und Psychopharmaka sind auch nicht schlimmer als Antibiotika. Bei einer Sepsis würde auch kaum jemand auf Antibiotika verzichten wollen.

Lieber schlucke ich ein paar Pillekes, als daß ich mich wieder ununterbrochen mit dem Gedanken, sterben zu wollen, beschäftige. Denn so, nach Psychothera und mit Medis, geht es mir ausgezeichnet. Warum sollte ich also ein Problem haben mit Ulfis Little Helper?

[ 10 Uhr 38 ] - [ 6 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]

Hier hast n Buckel!

Kategorie: Mischmasch

Zwei Freunde sind um die Häuser gezogen und nun auf dem Heimweg. Der eine hat ein Hinkebein, der andere hat einen Buckel. Auf dem Weg nach Hause kommen sie am Friedhof vorbei, da sagt der Buckelige:
"Komm, laß uns die Abkürzung über den Friedhof nehmen, das ist mir sonst zu viel zum Latschen!"
Sagt der mit dem Hinkebein:
"Nee, Du, das ist mir viel zu gruselig. Ich möchte lieber außen herum."

Sie können sich nicht einigen, und so trennen sie sich, und der Buckelige geht über den Gottesacker.
Da schlägt es Mitternacht! Und die Toten kommen aus ihren Gräbern, und sie beginnen zu tanzen, und sie tanzen einen Reigen um den schreckensstarren Buckeligen herum. Da löst sich ein Geist aus der Gruppe und spricht ihn mit unheimlicher dünner Stimme an:

"Was hast Du da auf Deinem Rücken? Was hast Du da auf Deinem Rücken?"

Der Buckelige, etwas irritiert:
"Ääääh, einen Buckel?"

"Gib ihn mir!" spricht der Geist, greift nach dem Buckeligen- und der Buckel ist weg.

Es schlägt eins, die Toten verschwinden in ihren Gräbern.

Am folgenden Tag in der Kneipe fragt der mit dem Hinkebein:
"Sag mal, wo um alles in der Welt hast Du Deinen Buckel gelassen?"

Die Geschichte erstaunt ihn sehr, und er beschließt, es auch zu versuchen. Zu Mitternacht geht diesmal er auf den Friedhof.

Es schlägt Mitternacht! Und die Toten kommen aus ihren Gräbern, und sie beginnen zu tanzen, und sie tanzen einen Reigen um den schreckensstarren Hinkenden herum. Da löst sich ein Geist aus der Gruppe und spricht ihn mit unheimlicher dünner Stimme an:

"Was hast Du da auf Deinem Rücken? Was hast Du da auf Deinem Rücken?"

Der Hinkende, etwas irritiert:
"Ääääh, nichts?"

Darauf der Geist:
"Hier hast n Buckel!"

[ 08 Uhr 52 ] - [ 2 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]