Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

<   September 2010   >
MoDiMiDoFrSaSo
  12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930   

08.09.2010

Ungelernte in die Pflege - Für sozialverträgliches Frühableben?

Über die Geringschätzung der professionellen Pflege seitens unserer geschätzten Frau Bundeskanzlerin habe ich mich schon gestern erregt. Frau Dr. Merkel streicht Zuschüsse für die Umschulungen, gleichzeitig versucht sie, die Qualität der Pflege durch Einsatz ungelernter Kräfte zu killen. Ich dachte eigentlich, das Paradigma "Sauber, satt und still" sei einer menschenwürdigeren Haltung gewichen.

Wenn Hartz4er in die Pflege sollen- warum ermöglicht man ihnen dann nicht gleich eine qualifizierte dreijährige Ausbildung für eine echte berufliche Perspektive statt der Arbeitslosigkeit und statt gefährlicher Pflege, an der Patienten, Bewohner und Gäste zwangsläufig Schaden nehmen werden?

Würde Frau Dr. Merkel sich etwa von ungelernten Kräften pflegen lassen? Oder würde sie auf gut ausgebildetes Personal bestehen?

Zweierlei Maß
Ich hasse das.

tags: , , , , , , , ,

09:12:07 - [ Ulf ] - [ 7 Kommentare ] [ Trackbacks: 0 ]
<- Guter Artikel? Klick!

07.09.2010

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

Brief an die Kanzlerinmit Unbehagen habe ich Ihre Äußerungen bezüglich des Einsatzes von Hartz-IV-Empfängern in der Pflege gelesen.

Ich verstehe das als Geringschätzung meines Berufes und meiner Professionalität als Krankenpfleger (bzw. heute als Gesundheits- und Krankenpfleger). Denn zur professionellen Pflege gehört weit mehr als nur, pardon, Hintern abputzen und Essen anreichen ("Füttern").

Wir brauchen vor allem mehr gut ausgebildete PflegeFACHkräfte, die in der Lage sind, Probleme wie Dekubitusgefährdung, psychosoziale Schwierigkeiten und unendlich vieles mehr zu erkennen. Dies können nicht oder nicht fundiert ausgebildete Hilfskräfte nicht leisten.

Die Qualität der Pflege würde noch stärker gefährdet. Wovon Sie allerdings nicht betroffen sein dürften, denn Sie können wählen, von wem Sie gepflegt werden, sollten sie das mal brauchen, was ich allerdings nicht hoffe.

Hochachtungsvoll,
Ulf Hundeiker
Krankenpfleger, Praxisanleiter

Ihr dürft Frau Dr. Merkel auch gerne schreiben! angelamerkel@kanzleramt.de

Bundeskanzleramt
Bundeskanzlerin Angela Merkel
Willy-Brandt-Straße 1
10557 Berlin

Links zum Thema:
- Sozialleistungen.info: Merkel möchte Hartz IV Empfänger als Pflegekräfte einsetzen
- Fuldaer Zeitung: Merkel will Hartz-IV-Empfänger zu Pflegern machen
- Finanzzeug.de: Hartz IV-Empfänger sollen Fachkräftemangel ausgleichen --- (unqualifiziert, d. Red.)


tags: , , , , , , , ,

11:21:55 - [ Ulf ] - [ 2 Kommentare ] [ Trackbacks: 2 ]
<- Guter Artikel? Klick!

04.09.2010

Angestochen.

Immer wieder kommt diese unsägliche Debatte auf: Krankenschwestern sollen Blut abnehmen. Anderswo tun sie das auch, und außerdem dürfen das sogar Arzthelferinnen.

Ich frage mich, weshalb die KollegInnen so scharf darauf sind, dem Doc seine Arbeit zu machen. Wollen sie mit dieser Tätigkeit sich in dessen Glanze sonnen? Weil das gar so schrecklich qualifiziert ist? Kann jeder Student.

Natürlich kann ich das auch. Ohne das mir das jemand hätte erklären müssen. Soviel zur Qualifizierthaftigkeit dieser Tätigkeit. Ich will es aber nicht. Denn mit Pflege hat das nichts zu tun. Uns Pflegekräften wird ohnehin immer mehr Zeug zugemutet. Während überall Pflegekräfte eingespart werden. Wir sind keine ärztlichen HilfsarbeiterInnen, die dem Arzt lästige Tätigkeiten abzunehmen haben. Der Doc würde uns ja auch niemals beim Pflegen helfen.

Kompetenz als Pflegekraft demonstriere ich jedenfalls nicht dadurch, daß ich jemandem eine Vene punktiere. Punkt.

tags: , , , , , , , , , ,

11:53:19 - [ Ulf ] - [ Noch kein Kommentar ] [ Trackbacks: 0 ]
<- Guter Artikel? Klick!

31.08.2010

Die Zeugen sterben aus.

Leider kann ich nicht so lange zuhören, wie ich gerne würde. Denn andere PatientInnen haben auch das Recht, versorgt zu werden. Doch hat jemand die Gabe, spannend zu erzählen aus alten Zeiten, dann kümmert mich das doch etwas.

Fast hundert Jahre hat sie gesehen und ist immer noch fit wie ein Turnschuh. Der Name ist recht verbreitet bei deutschen Juden, und in der Tat hat sie recht viel zu erzählen aus ihrem Leben und Überleben. Wie sie verhaftet wurde und wieder frei kam und vieles mehr.

Die ZeitzeugInnen sterben leider langsam aus. wie auch die beiden Herren, die sich ein Zimmer teilten, vor vielen, vielen Jahren.

Der eine trug seine Blutgruppe auf der Innenseite des Oberarmes eintätowiert. Sein Zimmergenosse war ebenfalls tätowiert. Er trug nicht seine Blutgruppe, sondern eine Nummer.

Wir achteten peinlichst darauf, daß der eine nicht von der Tätowierung des anderen erfuhr, und so verstanden die beiden sich nicht schlecht. Doch- was hätten sie sich andernfalls wohl zu sagen gehabt? Doch ist das Krankenhaus kein Ort für Menschenversuche.

Über die Jahre, die ich nun in der Pflege arbeite, werden diejenigen, die vom Dritten Reich berichten können, weniger. Die meisten werden dement oder sind schon gestorben.

Diese alte Dame jedoch nicht.

tags: , , , , , , , , , , ,

10:42:38 - [ Ulf ] - [ 5 Kommentare ] [ Trackbacks: 0 ]
<- Guter Artikel? Klick!

30.08.2010

Der ewige Schützengraben der Seele.

Er war siebzehn, als er für Führer, Volk und Vaterland an die Ostfront kommandiert wurde, und siebzehn war er, als er von der Roten Armee gefangengenommen wurde. Als er zurückdurfte in die Heimat, die nun eine ganz andere war, war er dreißig, und Hilfe bekam er nicht. Er ging also zur Tagesordnung über, studierte, fand Arbeit und gründete eine Familie.

Nacht für Nacht, wenn er aufschreckend von Schlachtfeld oder Gefangenenlager ins Bett zurückkehrte, beruhigte und tröstete ihn seine Frau in ihren Armen. Nacht für Nacht.

Nun stehe ich am Bett des Mannes, dessen Alpträume in nun auch wach heimsuchen, der erleichtert und ängstlich zugleich ruft: "Wir leben!" oder: "Zwei, vier, hiiiieeerheeer!"

Manchmal beruhigt er sich und entspannt sich, wenn ich seine Hand halte. Doch manchmal hilft nur noch Chemie gegen die Angst eines Neunzigjährigen, die sich einem Siebzehnjährigen im Schützengraben sehr tief in die Seele gefressen hat.

tags: , , , , , , , , ,

19:27:45 - [ Ulf ] - [ 3 Kommentare ] [ Trackbacks: 1 ]
<- Guter Artikel? Klick!

27.08.2010

Kein Engel: Von mir aus rupft das Huhn, aber bitte auch den Gockel.

Daß Nadja Benaissa, ein mir bislang unbekannter vermutlicher Z-Promi, der es irgendwie in die möchtegernseriöse Presse geschafft hat, HIV-infiziert ist, ist traurig für sie. Daß sie dies ihren häufig wechselnden Geschlechtspartnern verschweigt und ohne Pariser mit ihnen herumvögelt, ist verabscheuungswürdig.

Doch entbindet es ihre Stecher nicht von der Eigenverantwortung, sich eine Lümmeltüte überzuziehen. Wer des öfteren mal den Begatter wechselt, muß ja nicht gleich HIV haben. Da gibt es noch viele andere schöne Krankheiten: Lues (Syphilis), Gonorrhoe (Tripper), Herpes genitalis, Chlamydien und so fort. Würde ich auch alles nicht haben wollen.

Insofern trägt der Betroffene da auch ein wenig Mitschuld- immerhin laufen seit einem Vierteljahrhundert ständig Kampagnen für Safer Sex.

tags: , , , , , , , , , , , , , ,

09:05:51 - [ Ulf ] - [ 6 Kommentare ] [ Trackbacks: 0 ]
<- Guter Artikel? Klick!

24.08.2010

Ins Heim abgeschoben.

Als ich Anfang der Neunziger in der Pflege anfing, wurde Familien oft unterstellte, sie hätten ihre demenzkranken und/oder pflegebedürftigen Angehörigen "ins Heim abgeschoben". Damit war man sehr schnell dabei. Vor allem diejenigen, die keine Ahnung haben, was Pflege bedeutet.

Gehe ich in die Klinik, habe ich nach acht Stunden Feierabend. Pflegst Du Angehörige, ist das in der Regel ein Vierundzwanzigstundenjob, und wahrlich nicht der leichteste, wenn Opa gerne wegläuft, weil er noch einkaufen oder Birnen pflücken muß oder Oma sich im Keller verkriechen will, weil Fliegeralarm ist oder die Russen kommen. Der Wasserkocher schmilzt auf der Herdplatte, die Kacke landet im Mülleimer. Du bist die Mutter und mußt das Kind zur Schule bringen. Und so weiter. Auch nachts.

Irgendwann sind alle mit den Nerven fertig. Denn nebenher muß irgendwer das Geld verdienen, ohne Erholung zu bekommen.

Wer von Abschieben spricht, sollte das mal selbst durchmachen.

tags: , , , , , , , ,

08:06:48 - [ Ulf ] - [ 3 Kommentare ] [ Trackbacks: 0 ]
<- Guter Artikel? Klick!

23.08.2010

Grandioser Plan: auch KassenpatientInnen sollen Arzthonorare vorstrecken. Das will die antisoziale F.D.P.

Die Partei der Besserverdienenden drischt wiedermal auf dem Pöbel der Normal- und Geringverdiener in Gestalt der gesetzlich Versicherten ein: Auch wir sollen jetzt die Arzthonorare und so vorstrecken. Damit wir begreifen, was für Kosten wir dreist, unnötig und böswillig verursachen. Welch Unverschämtheit, sich um seine Gesundwerdung zu kümmern! Meine Liebste und ich rennen ja auch nur aus Spaß an der Freude regelmäßig zum Psychiater. Ich hätte zur Zeit keine Ahnung, woher wir das Geld zum Vorstrecken überhaupt nehmen sollten. Und dabei haben reichlich Haushalte noch weniger zur Verfügung als wir beide.

Liebe Liberale, wollt Ihr uns ausbluten? Vergeßt nicht, daß Euer Reichtum auf unserer Arbeit fußt. Wir erbringen die Leistung, welche Ihr (weg)tragt. Ihr [ZENSIERT]!

tags: , , , , , , , , , , , , , , , ,

01:13:04 - [ Ulf ] - [ Noch kein Kommentar ] [ Trackbacks: 0 ]
<- Guter Artikel? Klick!

22.08.2010

Nachtaktiv.

Trotz Remission habe ich noch ein paar Macken von der Depression übrigbehalten. Leichte Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen.

Letztere sind allerdings längst nicht so schlimm wie früher. Anstrengend wird dieses Problem nur nach Nachtschichten. Diese sind auch für einen gesunden Organismus problematisch und belastend. Bringen den Biorhythmus durcheinander. Und mich bringen sie völlig aus dem Takt. Dabei mache ich Nachtwachen durchaus nicht ungern, aber das danach... Montag hatte ich um 6:15 Uhr Feiermorgen. So weit, so gut. Ich schlief gleich bis zum Dienstagmorgen mit Unterbrechungen von etwa zwei Stunden. Seitdem stehe ich immer mit meiner diszipliniert immer um Sieben aus dem Bett hüpfenden Liebsten auf. Dennoch bin ich immer noch sehr nachtaktiv. Rein ins Bett, schlafen versuchen, wird nix, wieder raus, oder: kurz schlafen, aufwachen, nicht weiterschlafen können.

Irgendwann normalisiert sich das dann mal. Meistens bis zu den nächsten Nachtwachen. biggrin

tags: , , , , , , , ,

19:24:18 - [ Ulf ] - [ 2 Kommentare ] [ Trackbacks: 0 ]
<- Guter Artikel? Klick!

21.08.2010

Zwei Wochen weniger Urlaub, und die Wirtschaft ist gerettet!

Behauptet und fordert jedenfalls Ursula Frerichs, ihres Zeichens Präsidentin des Unternehmerverbands mittelständische Wirtschaft. (Quellen: Sauna, SPON). (Bekannt wurde Frau Frerichs übrigens durch ihren Kampf gegen stinkende ArbeitnehmerInnen, was ihre hohe Kompetenz belegt.)

Das rettet die Kapitalisten (sorry für die Wortwahl) bestimmt. Aber nur, wenn man gleichzeitig sämtliche Arbeitnehmerrechte mit abschafft. Denn schon heute müssen (nicht nur im Krankenhaus) ohnehin immer weniger Leute immer mehr leisten, und das natürlich perfekt, schnell, effizient. Subjektiv nehme ich einen immer mehr steigenden Krankenstand wahr. Und nicht, daß da simuliert würde, die Leute sind wirklich krank. Das wird mit Sicherheit nicht besser, wenn man uns Arbeitnehmern den Urlaub kürzt. Dann müßten zeitgleich die Lohnfortzahlung und der Kündigungsschutz im Krankheitsfall abgeschafft werden. Denn dann werden wir endgültig verheizt.

Ich empfehle der Dame mal, um wieder auf den Teppich zu kommen, richtig zu arbeiten. Körperlich. Zum Beispiel in der Krankenpflege: Nur jedes zweite Wochenende frei, Früh-, Spät- und Nachtdienst, Feiertage arbeiten (ja, auch Ostern und Weihnachten und so). Oder in der Montanindustrie. Oder wasweißich.

Oder am besten gleich im Steinbruch.

tags: , , , , , , , , , , , ,

19:01:56 - [ Ulf ] - [ Noch kein Kommentar ] [ Trackbacks: 0 ]
<- Guter Artikel? Klick!

15.08.2010

Die Faszination des Todes.

Was genau passiert nach dem letzten Atemzug habe ich noch nicht so recht ergründen können. In Augenblicken wird der lebende Mensch zu einem toten Menschen, und ich habe keine Ahnung, wie und warum. Irgendwie ist dann das Leben draußen aus ihm. Irgendwie. Wie auch immer.

Auch wenn ich mich fleißig bemüht habe, die biologischen und physiologischen Prozesse zu ergründen, schlauer bin ich nicht geworden. Und zur Metaphysik oder gar Esoterik habe ich so gar keinen Draht.

Der organisatorische Ablauf ist schnell erklärt. Den Sterbenden pflegen und betreuen und die Angehörigen gleich mit. Schmerzen und Unruhe nehmen, mit Duftlampen den desinfizierten Krankenhausodem übertünchen und eine warme Atmosphäre der Geborgenheit schaffen.

Danach verharre ich so lange im Zimmer, bis die Situation geeignet ist, den Arzt und die Patientenverwaltung zu informieren, daß ein Todesfall festzustellen ist. Wieder zurück ins Zimmer und versuchen, eventuell vorhandene Angehörige in die Sitzgruppe zu locken, am besten mit unserem Seelsorger zusammen, damit ich den Verstorbenen zurechtzuppeln kann. Soll ja gut aussehen. Fertig? Angehörige wieder reinlassen.

Nach ein paar Stunden, dem Abschied der Angehörigen und der Feststellung von Frau Doktor, daß der Betreffende wirklich tot ist (sichere Todeszeichen: Totenflecke, Leichenstarre [häßliches Wort]) kommt er in die Prosektur, raus aus dem Bett, rauf auf die Zinkwanne, rein in die Kühlung. Den Rest übernimmt der Bestatter.

So ist der Ablauf, kälter geschildert, als ich ihn handhabe.

Aber was geschieht im entscheidenden Augenblick?

Ich weiß es nicht. Noch nicht. Aber bis ich es erfahre, wird es hoffentlich noch lange dauern.

tags: , , , , , , , , , ,

17:34:13 - [ Ulf ] - [ 1 Kommentar ] [ Trackbacks: 0 ]
<- Guter Artikel? Klick!

13.08.2010

Sieben auf einen Streich.

Die Kolleginnen von der Spätschicht kündigten mir gestern schon eine Horrornacht an. So schlimm war es dann nicht, ich bin mit allem fertig geworden, was zu tun war. Aber es war schon viel zu tun, etliche Schwerstkranke, viele "Kontinenzkontrollen" und ungeheuer viele Toilettengänge. Die vielen Schellen verteilten sich meist recht gut. Doch kurz vor vier klingelten gleich Sieben auf einen Streich.

Neuer Rekord.

Bloß keine Hektik- ich sehe, wer da klingelt, und kann abschätzen, was wie eilig ist. Immer der Reihe nach und das Gerenne gut organisieren, dann geht das schon.

Ich war schon ziemlich platt am Morgen. Aber zufrieden. Und nicht gestreßt. Schaun mer mal, wies heut wird.

Blogger-Marathon 2010

Beim Blogmarathon für mich stimmen! (Startnummer 45)


tags: , , , , , , , , , , , , , ,

19:48:56 - [ Ulf ] - [ 2 Kommentare ] [ Trackbacks: 0 ]
<- Guter Artikel? Klick!

12.08.2010

Das Auge.

Kaum ist das Gerstenkorn am Oberlid weg, kommt am Unterlid ein neues. Und dann noch auf der Innenseite! Ständig muß ich Eiter aus dem Auge entfernen, und nach dem Aufstehen ist es erstmal völlig verklebt.

Entzündetes Auge

Blogger-Marathon 2010

Beim Blogmarathon für mich stimmen! (Startnummer 45)


tags: , , , , , , ,

19:05:49 - [ Ulf ] - [ 4 Kommentare ] [ Trackbacks: 0 ]
<- Guter Artikel? Klick!

Schwule sind Lüstlinge. Deshalb dürfen sie kein Blut spenden.

Diese obskure Regel trat nach dem Skandal in Kraft, als vor allem Bluter verseuchte Konserven aus den USA bekommen hatten, die trotz des Wissens um HIV nicht korrekt getestet worden waren.

So weit, so schlecht. Männliche Homosexuelle gelten als Risikogruppe, da sie sich angeblich besonders leicht mit dem HI-Virus anstecken. In der Tat sind manche Praktiken (die allerdings durchaus auch von Heten praktiziert werden) bei ungeschütztem Verkehr besonders gut für die Übertragung geeignet. Bei ungeschütztem Fick wohlgemerkt. Heutzutage benutzen doch wohl die meisten Pariser, und wer das nicht tut, wird es wohl wissen, daß er es nicht getan hat.

Schwule haben außerdem ein hohes Ansteckungsrisiko, weil sie promiskuitiv leben. Ja sicher. Ich kenne etliche sehr monogame Schwule. Und ich kenne viel mehr Mädels mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern, die sich vor allem auf die Pille verlassen. Und das Kondom auch schon mal "vergessen". Das ist sicherlich ein bißken riskanter, als wenn Schwule mit Lümmeltüte herummachen.

Schwule heutzutage noch als AIDSschleudern zu diffamieren ist mies- und schlimm für die PatientInnen, denen vielleicht das Blut eines Schwulen fehlt.



tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

09:12:53 - [ Ulf ] - [ 10 Kommentare ] [ Trackbacks: 0 ]
<- Guter Artikel? Klick!

10.08.2010

Gewinnmaximierung im Krankenhaus- auf dem Rücken der Pflegekräfte.

Natürlich müssen auch Kliniken wirtschaften und haushalten in diesen unrosigen Tagen. Die meisten Kliniken dürfen allerdings keinen richtigen Gewinn erzielen- wenn sie gemeinnützig sind. Daneben gibt es aber auch gemein- ohne -nützige Kliniken wie die Rhön-Kliniken, die unter anderem die Universitätskkliniken Gießen geschluckt haben, oder auch den schweizer Ameos-Konzern, der Ende 2007 das damalige Landeskrankenhaus Osnabrück fraß. Diese dürfen Gewinne maximieren. Und tun dieses auch. Ohne Rücksicht auf (Qualitäts)Verluste. Leidtragend ist das Personal, denn dort läßt sich am meisten sparen. Per Umweg über eine konzerneigene Leiharbeitsfirma drosselt Ameos die Kosten pro Pflegekraft um bis zu dreißig Prozent. Bei mehr als gleicher Arbeitsbelastung zu einem Dumpinglohn werden Pflegekräfte regelrecht verschlissen.

Dabei können Pröfessionalität und Qualität nur vernichtet werden.

Fernsehbeitrag des SWR
Danke für den Tip @psychoMUELL

Die Pflegebranche wächst- der Lohn sinkt. Das Personal wird abgebaut, der klägliche Rest verheizt, und auf der Strecke bleibt der Patient.

tags: , , , , , , , , , , , , , , , ,

08:08:32 - [ Ulf ] - [ 5 Kommentare ] [ Trackbacks: 5 ]
<- Guter Artikel? Klick!

| ältere Beiträge

Made on a gammelrechnerMedizinische Blogs medicalblogs.deDeutscher Berufsverband für PflegeberufeDon't feed the trolls.