Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

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11.08.2010

Münster-Marathon 2005 - Mein letzter Marathon.

Da ich dieses Jahr am Blogger-Marathon teilnehme (Bitte für mich stimmen! Startnummer 45!), krame ich mal alte Marathonstories aus aus sportlicheren Tagen...

12.9.2005:

Ich könnte den Hauptdarsteller in einem Zombiefilm mimen. Jedenfalls von meinem Gangbild her. Steif und ungelenk stapfe ich in die Sauna. Nach drei Gängen und einer Runde auf dem "Chi-Master" (eine Art Ganzkörpervibrator, man legt die Beine auf ein Wackelding und wird durchgeschüttelt. Das soll für und gegen alles gut sein. Mir egal, es lockert jedenfalls die Muskeln) kann ich sogar wieder Treppen steigen.


11.9.2005:


Vorm Rennen treffe ich noch zwei Leute aus dem Forum des MS-Marathons, doc aus bückeburg und Holger. Austausch über diverse Rennen.


Ulf im StartblockIm Startblock Gelb (für die Untervierstundenläufer) werde ich doch etwas nervös. Meine Vorbereitung war nicht optimal gelaufen, ich hatte viel um die Ohren gehabt usw., andererseits fühle ich mich gut und das Wetter ist perfekt: bedeckt, kühl, kein Regen. Nur die Luftfeuchte ist etwas zu hoch.


Neun Uhr


Auf gehts. da ich diesmal weiter vorne bin, finde ich recht schnell in mein Tempo. Dies ist heute zügiger als ich geplant hatte- Ich bin mit meinem Zeitziel nicht so anspruchsvoll gewesen wie dieses Tempo. Naja, vielleicht gehe ich nachher noch vom Gas.


In der Stadt, bei der Ludgerikirche, treffe ich Korbinian, der ein eigenes MüMa-Forum aufgebaut hatte und an seinem 359-Shirt (=3h 59min) zu erkennen ist. Wir laufen uns bis Gievenbeck mehrmals über den Weg- dort hat er bereits seine Mitläufer abgehängt.In Gievenbeck gehe ich etwas mit dem Tempo runter, und er hängt mich ab.



Zur Strecke erzähle ich nichts. Die gleiche wie 2004. Nur etwas weniger Zuschauer - wohl wegen des Wetters.


Eigentlich kann nix passieren, außerdem habe ich meine Lieblingsschuhe an. Denke ich. Nur, daß diese mehr Kilometer drauf haben, als ich dachte. Das bekomme ich bei km 20 schon deutlich zu spüren: die Dämpfung ist hinüber, und meine Füße fühlen sich, als hätten sie den Marathon schon hinter sich. Das kann ja heiter werden...


Ulf in Gievenbeck, km 19
Ulf in Gievenbeck, km 24
Gievenbeck, Verpflegung


Als ich nach Roxel reinlaufe, kommt mir Holger schon entgegen. Mit einem Affenzahn. Himmel!


In Roxel, kurz nach km30, überhole ich Korbi, trotz fürchterlich schmerzender Laufwarzen. Das letzte mal, daß ich ihn sehe, obwohl er nur 6 minuten nach mir eintrifft.


km 37


Die Versuchung, auszusteigen, ist kurz vor meiner Haustür mal wieder gewaltig. Irgendwie siegt der Durchhaltewille gerade noch so eben.


Ziel


Die letzten zweihundert Meter ziehe ich das Tempo gewaltig an. Auf daß der Schmerz bald vorbei sei. Fatal. Ich bekomme hinter der Ziellinie einen fürchterlichen Magenkrampf und entleere erstmal meinen ohnehin schon leeren Magen. Woraufhin mich erstmal ein Sanitöter einkassiert. Lange lasse ich mich aber nicht im Zelt halten...


Nach einem Viertelstündchen bin ich wieder glücklich und zufrieden und freue mich auf den nächsten Lauf. Pervers, nicht wahr?


Ulf im Ziel
Ulf im Ziel



In der Vorbereitung zu diesem Marathon hatte schon die Depression hineingefunkt und mein Training gefunkt. Später legte ich dann während eines siebeneinhalb Monate dauernden Psychiatriemarathons dreißig Kilo zu. Das war es dann. Vorläufig?





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09.08.2010

Heiß wie die Hölle - 42,195km in 3:58h.

Startnummer 71 beim 3. Volksbank-Münster-Marathon
Da ich dieses Jahr am Blogger-Marathon teilnehme (Bitte für mich stimmen! Startnummer 45!), krame ich mal alte Marathonstories aus aus sportlicheren Tagen...

Ich bin eigentlich gut vorbereitet. Nur die Prognosen! Es wird warm werden. Viel zu warm. Und die Kohlenhydrate hängen mir zum Halse heraus.



Freitag, 3.9.2004


Ich fahre zum Steingymnasium. Dort ist die Startunterlagenausgabe. Dort treffe ich einige bekannte Gesichter: "Viel Erfolg!" Die Marathon-Messe ist sehr überschaubar- ist ja auch ein recht überschaubarer Lauf. Per Telephon, Anrufbeantworter, SMS und E-Mail kommen eine Menge guter Wünsche.


Und der Lomo Oktomat wird geliefert. Das ist eine Plastikkamera, die in Serie innerhab von zweieinhalb sekunden acht winzige Bilder auf ein Negativ macht. Diese will ich mitnehmen, statt der sonst immer gehabten Einwegkamera. Da kann man sozusagen Bewegungsabläufe mitnehmen smile



Der Tag davor


Spätnachmittags kommt Peter, um ein paar Beutel Powergel für km 37 als Notfallreserve abzuholen.


Tag X


Ich stehe um sechs Uhr auf, damit ich noch ein Frühstück verdauen kann. Fülle die Wasserspeicher auf. Mache meine Klamotten fertig. Werde nervös. Gewicht nach dem Aufstehen: 65 Kilogramm. Mal sehen, was diesmal übrigbleibt.



Warm solls werden. Ich hatte diverseste Online-Wetterdienste abgefragt. Ich mag Hitze nicht wirklich.


Ulf im Startblock
Kleidersackabgabe an der Überwasserschule. Latsche zum Hindenburgplatz. Dixiklo benutzen (froh sein, daß man Mann ist, obwohl- in Münster ging es noch mit den Dingern, bei den großen Läufen, besonders in Berlin, waren die Teile ziemlich übel...)


km Null


Im StartblockWie üblich: stockend setzt ich das Feld nach dem Startschuß in Bewegung. Beim Gymnasium Paulinum schlage ich mich noch mal in die Büsche. Der letzte Urin vor 16:00 Uhr...
Mein Puls ist schon ab Start recht hoch. Hitze, Aufregung? Egal. Ich werde ihn ignorieren und die Uhr mehr beachten und nur zusehen, daß der Puls nicht gar zu hoch kocht. Ich fühle mich ja eigentlich sehr gut.im Startblock



km 6 oder 7 oder so


Kettelerstraße 22- hier haben wir bis Februar 1999 gewohnt.
Genau bei km 7 fragt mich eine Dame, was ich denn so vorhabe. "Irgendwas unter vier, wenns klappt." Sie stellt fest, daß sie viel zu schnell ist. Ich laufe genau 41 Minuten.
Das Kreuzviertel ist leider etwas eng und kurvig. Aber das macht mir nicht wirklich viel aus...
Unterwegs
Der Aasee


Bei


km 14


sehe (und überhole) ich den ersten, der Probleme mit seiner Form zu haben scheint. Er läuft sehr sonderbar, guckt sehr angestrengt und gibt beim Atmen absonderliche Laute von sich. Wir umrunden den Zentralfriedhof und schlängeln uns Richtung Gievenbeck. An der Musikschule spielt eine Oldie-Band "Hit the Road, Jack" - Na, wenn das nicht paßt.

Unterwegs

Etwa bei


km 17,



beim Fachhochschulzentrum, sehe ich den ersten am Boden liegen, die Beine hochgehalten bekommend von einem Helfer. Der Notarzt ist schon zu hören.


Halbzeit


Unter zwei Stunden, sehr gut. Wenn nichts dazwischen kommt, werde ich wohl knapp unter vier Stunden ins Ziel laufen. Wenn...
Gievenbeck


In den etwas belebteren Gebieten ist die Stimmung super. Bei


km 24,5


danke, mir geht es gut!wieder mal im Einkaufszentrum Gievenbeck, wo wie immer ein "PowerPoint" ist. (Das Microsoft noch nicht geklagt hat... wink ). Dort steht Peter mit Freunden. Wenn Kirsten durch ist, wird er nach km 37 wandern und Beutel mit Powerschleim bereithalten. Im Grunde würde ich mich ganz gerne in die Eisdiele setzen. Schlielich bin ich Eisoholiker.


Der Moderator ruft mich aus. Ich fühle, wie meine Waden härter werden. Aber ich bin noch fit. Bei km 26 etwa steht Angelika von 1A, und dann geht es schon beim Ratio um die Ecke auf die Roxeler Straße, wo Gernot, unser Ex-Stationsarzt steht und mir irgendetwas anfeuerndes zuruft. Hier steigt die Straße permanent ein wenig an. Gibt aber schlimmeres, richtige Wellen zum Beispiel. Kurz vor


km 30


Laufen, laufen, laufen...Wieder ein "Kraftpunkt", und zwar, wenn ich es noch recht wahrnehme, auf dem Pantaleonplatz. So langsam spüre ich den Marathon. Und mein Tempo. Ich bin genau passend in der Zeit. Aber jetzt kommt publikumsmäßig eine Durststrecke, außerdem spüre ich die Hitze. Ich habe das Gefühl, in meinem Magen schwappt höchst unvorteilhaft eine Suppe aus Powergel und Wasser. Und sie scheint daran nichts ändern zu wollen, jedenfalls bleibt sie, wo sie ist. Manchmal möchte ich mich gerne übergeben, um dies Geglucker loszusein...



Ich ziehe die Konsequenz und verzichte auf den letzten zehn Kilometern ganz aufs trinken. Ich müßte es auch so schaffen.


Zwischendrin: Johannes. Angelika aus meinem Ausbildungskurs. Lange nicht gesehen. Und Dr. Landgraf und Petra aus dem EKG.


km 35,5 bzw. 26


Krankenwagen. *Schluck*
Auf der Roxeler Straße gibt es Gegenverkehr


Kurze Zeit später klemme ich im berühmten "Team Kenia" (welches alle Jahre wieder im Baströckchen antritt) fest. Ich würde eigentlich gerne überholen. Aber die laufen alle nebeneinander. Und rufen kann ich nicht mehr wirklich, also füge ich mich. So laufe ich wenigstens nicht Gefahr, mich völlig zu verausgaben. Peter jedoch, den ich ziemlich genau bei 37 ausmache, kann mich nicht sehen. Aber ich brauche eh keine Verpflegung mehr. Bei dem Gedanken daran laufen die Beine schon wie von selbst. Nur noch fünf Kilometer! "Kannst Du mir nicht ein bißchen von Deiner Power abgeben?" - "So viel ist da auch nicht mehr!" antworte ich demjenigen, den ich da gerade überhole. Ein seltsames Phänomen: Ich bin im Grunde völlig fertig. Dennoch werden die Kilometer kürzer statt länger.



km 40


Wieder am Zentralfriedhof vorbei. Innerlich muß ich grinsen: etwas makaber, nicht wahr?


Ich muß nicht mehr weit! Schon bin ich bei 41. Und sehe einen, dem die Beine wegknicken. Zwei Helfer versuchen ihn aufzurichten. Doch er knickt wieder ein. Wie bitter, so kurz vor dem Ziel. Ob er es doch noch schafft? Ich zweifle arg daran. Simone aus meinem Kurs. Manu von meiner Station und Werner. Eine Kurve noch, rauf auf den Horsteberg, über Kopfsteinpflaster in den Zielkanal. Am Rande nehme ich schemenhaft das tosende Publikum wahr. Unter vier Stunden! Mein Traum wird wahr!


42,195


Ich habe es geschafft. Ich habe mein Ziel erreicht. Länger hätte ich auch nicht gekonnt. Ich muß mich erstmal setzen. Irgendwo im Schatten beim Lambertibrunnen. Ein wildfremder Mensch spendiert mir Wasser. Von wegen sture Westfalen! Vielen Dank.



Der Mann mit dem Hammer ist hinter mir hergelaufen. Erwischt hat er mich nicht!




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08.08.2010

Marathon, die vierte: Karstadt-Ruhrmarathon, 25.4.2004.

Da ich dieses Jahr am Blogger-Marathon teilnehme (Bitte für mich stimmen! Startnummer 45!), krame ich mal alte Marathonstories aus aus sportlicheren Tagen...

23.4.



Meine Sachen sind zusammengeräumt- die übliche Zusammenstellung:
Startnummer Ruhrmarathon



Die logistischen Probleme habe ich bewältigt. So schwer wars dann doch nicht. Ein Hotel in Essen in Bahnhofsnähe habe ich, nicht weit vom Zielgelände. Morgen Mittag breche ich dorthin auf. Einchecken, dann die Startunterlagen besorgen, Pastaparty, trinken auf Vorrat, gaaanz früh ins Bett. So früh wies geht frühstücken und gegen acht Uhr das Zielgelände betreten, Kleidersack abgeben und per Shuttle nach Dortmund-Bövinghausen zum Start.



Meine letzte Sorge:

Hoffentlich kann ich im Ziel eine Dusche ergattern!


24.4.


Am späten Vormittag breche ich auf nach Essen. Im Hotel wartend an der Rezeption: Lauter Läufer. Check-In. Zur Marathonmesse- nur zwei U-Bahn-Stationen. Startunterlgen abholen und den Kleiderbeutel (diesmal eine richtige Tasche!). Zur Carboloadingparty. Haha. Kartoffelsuppe. Echt lecker. Aber so nicht nahrhaft. Lt. Rezept in der WAZ pro Nase 40g Kratoffeln... Und ne Party war das auch nicht. Und ich danach hungriger als vorher- aber im werbefinanzierten Stadtplan fand ich gleich um die Ecke einen Italiener mit guter Pasta auf dem Plan. Dort erschienen nach mir noch mehr mit Kleidertaschen- denen hatte die Suppe offenbar auch nicht gereicht...


Am abend ein Altbier, dann ins Bett, 20:30 Tiefschlaf.


25.4.


5:45 Uhr



Der Wecker weckt mich. Sehr gut. Denn gestern war er irgendwie erst nicht in die Gänge gekommen und hatte nur Murks angezeigt. Geschlafen habe ich prima. Irgendwann zwischen drei und vier war ich mal wach, futterte eine Banane und schlief weiter.


6:25


Eigentlich sollte erst um 6:39 Frühsück sein- aber offenbar wurde den Marathonis Rechnung getragen. Zwei Brötchen mit Honig, Kaffee und danach Eimerweise Wasser, das wars. Meine Klamotten habe ich schon mit runtergenommen, bezahlt gestern. Ich gehe jetzt. Lamb to the slaughter. Zur U-Bahn. Die eigentlich erst 7:21 planmäßig fährt. Jetzt aber schon um sieben. Weil voll.


Klamottenabgabe. Plastikfolie geholt. Shuttlebus.


7:30


Neben mich setzt sich eine Halbmarathoni. Wo ich die Folie herhabe. Habe aber zwei bekommen. gebe ihr also eine. Gesprächspartnerin für die Fahrt. Warum Laufen? Weils Spaß macht- das ist die Antwort.



8:30 - Dortmund

Im Startblock

Habe einen weiteren Gesprächspartner gefunden in der Nähe des Startblocks. Halbmarathon, operationsbedingt. Gewesener Rettunsassi. Usw.


9:45


Die Rollis sind los, die Skater sind los, ich reihe mich in meinem Startblock ein. Ein Ultrafreak gibt etwas an. Soll er. Tue ich ja auch ganz gerne. Wärmefolie weg, ist jetzt warm genug.


10:00


Es macht "Peng". Und es geht los. Langsam ruckend, wie immer. Aber das Feld läßt schneller genug Platz als ich dachte- obwohl der Startbereich für die Massen sehr schmal ist.



Bochum


Eingang des Opelwerks

Eingang der Presshalle

Arbeiter im Presswerk

Nach wenigen Kilometern kommen wir durch Bochum. Und durchs Preßwerk von Opel. Nachher höre ich etwas Unmut, da die Luft darin recht stickig ist und der Boden etwas glatt (Problem für die Skater. Ich aber finde die Idee großartig. Einige Arbeiter im Blaumann an der Strecke.


Herne


Auf dem Weg nach Herne verliere ich meine Plastikwegwerfkamera. Irgendwie gelingt mir, sie zu finden und zu schnappen- ein Wunder, daß sie nicht wie die Becher plattgetreten wurde.



Bei km 17 sehe ich den ersten eine Gehpause machen.


Bei km 20: "Marathon rechts, Marathon rechts!"

"Hier trennt sich die Spreu vom Weizen...."

Hält er sich für was besseres als Marathoni, nur weil er doppelt so weit läuft? Für diese Arroganz soll ihn der Mann mit dem Hammer treffen!


Und abrupt wird das Feld stak ausgedünnt. Jetzt haben wir alle sehr viel Platz und Abstand auf einer sehr breiten und verlasenen Straße.



Gelsenkirchen


Ich weiß nicht wirklich, ob wir in Gelsenkirchen sind. Seit Kilometer Zehn habe ich das Tempo etwas angezogen. Unter vier Stunden wird das zwar nicht, aber dennoch eine gute Zeit. Dreißig Kilometer habe ich hinter mir. Ich spüre meine Beine und Füße recht deutlich. Aber der Hammermann läßt mich in Ruhe. Habe fleißig Powergel geschluckt (brrrr). Ich überhole immer mehr Leute. Die ihre Gehpausen leider oft etwas plötzlich vor meiner Nase beginnen. Aber ich weiß ja, wie das ist.

Gelegentlich stehen LäuferInnen am Rand und dehnen etwas die gequälten Muskeln. An einem fiesen Anstieg liegt einer auf der Sanitäterpritsche und wird irgendwie am Bein verarztet- irgendwas luxiert?



Kilometer fünfunddreißig: Ich überhole jemandem, der mich verstört fragt: "Das sieht noch so leicht aus bei Dir- bist Du erst beim Halbmarathon eingestiegen?" und: "Du schwitzt ja gar nicht!"

Nein, leicht ist es nicht wirklich, und mein Schweiß verdampft sofort, so heiß bin ich schon...


Essen



Zielgerade

Zielgerade

Nur noch wenige Kilometer. Und dann, bei 41, beginnt das letzte Gefecht. Hier stehen die Massen dicht Gedrängt und zwingen einen geradezu zum Gasgeben. Und immer wieder: "ULF Du schaffst das!"- Den Namen auf die Startnummer zu drucken war eine gute Sache- persönliches Anfeuern ist immer gut, egal, ob man die Leute kennt. Und ich war ja alleine...


42- Zielgerade. Ich könnte auch keinen Kilometer mehr. "Ihr riecht wie Sieger!"


Ziel



4:06:36 - Glücklichsein, Folie, Medaille, trinken. Ich erwische einen Becher Imperialistenbrause. Mag ich nicht. Trinke ich dennoch. Und kotze ihn gleich wieder aus. Danach bin ich wieder richtig fit. Ich hole meine Klamotten ab und mache mich auf den Weg zum Bahnhof. Duschen? Zu lange Schlange. Stinke ich halt ein wenig. "Ihr riecht wie Sieger!" sagte das Schild auf der Zielgeraden. Stinken wie Sieger hätte eher gepaßt... smile





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07.08.2010

Marathon, zum dritten: Berlin 28. September 2003 - endlich ohne Qualen!

Da ich dieses Jahr am Blogger-Marathon teilnehme (Bitte für mich stimmen! Startnummer 45!), krame ich mal alte Marathonstories aus aus sportlicheren Tagen...

Vorher


Angst- Angst vor dem Mann mit dem Hammer, der mich in Münster letztes Jahr erwischte, Angst vor Problemen mit dem linken Fuß, den ich in Wien im Mai so mißhandelt habe.


Egal- ich tue es. Nummer 16569 lebt.



5:30 klingelt der Wecker in einer schönen Altbauwohnung am Prenzlauer Berg. Ein hochgradig nervöser Ulf schält sich aus dem Bett und macht sich ein paar Scheiben Toast mit Honig und eine Tasse Kaffee und säuft anschließend eine Flasche Wasser. Kriecht zum Verdauen noch einmal ins warme Bett zurück.


6:30 scheint die Stadt Berlin noch zu schlafen. Doch an den Tramhaltestellen sammeln sich ein paar Menschen in Turnschuhen, mit Chip daran und Kleidersack über der Schulter. Am Alexanderplatz allerdings: Massen füllen die S-Bahn, alle in Richtung Startzone.


Von der Kleidersackabgabe in den Startblock8:00 Kalt isses. Sehr gut. Ich werde zwar erst frieren, zum Laufen wird das gut sein. Ich folge denen, die den Eindruck machen, als wüßten sie, wo es langgeht. Langer Weg... Ich ziehe mich um und gebe meinen Kleidersack ab.
Zwischendrin: traumatische Erfahrungen mit einem Dixieklo.



Ich trotte den Scharen hinterher zum Startblock, wie ein Lamm zur Schlachtbank. Ich friere, ich habe Angst. Die laute Discomusik lenkt mich nicht ab, eher ein wenig die Aerobic-Aufwärmübungen, die recht amüsant aussehen mit den gut gebauten Vorturnern und Vorturnerinnen.


km null


Langsam und stockend kommt die Meute in Bewegung. Etwas ärgerlich stelle ich fest, daß sich viele aus Block H (Einsteiger) in Block G (meiner) gemogelt haben. Diese halten mich reichlich auf. Bis


km zehn


ist es unmöglich, sich zu lösen und mein eigenes Tempo zu laufen. Eingekeilt zwischen langsamere Läufer hoppele ich vor mich hin. Ach, egal. Schxxx auf Superzeiten. Einfach nur gut ankommen.



km zwanzig


Ulf bei km 20Ein erstes Wiedersehen mit meinem “Fanclub” (Kirsten, Katja, Joachim), der mich bei km 10 verpaßt hatte. Tut gut. Überhaupt gehts mir gut. Die Zeit ist mir schnurz mittlerweile. Kein Durst, kein Schmerz, kein nix. Ich habe sofort angefangen, Wasser zu kübeln und vorher meine ekelhaften Gels zu schlucken.


Was auffällt: Unheimlich viele DänÍnnen rennen mit. Und unheimlich viele DänInnen stehen in großen Gruppen am Streckenrand. Ist überhaupt noch jemand in Dänemark geblieben?



Kurz vorm Halbmarathon hält ein Mann ein Schild aus dem Fenster: Weltrekord! Paul Tergat in 2:04:55! Mein Nebenmann grinst: “Wir haben grad die Hälfte, und der darf schon nach Hause!”


Und überall, die ganze Strecke: Remmidemmi ohne Ende. Kaum Lücken. Trommeln, Bands, Stereoanlagen, wunderbar laut.


Langsam werden die ersten langsamer, und ich muß gelegentlich ausweichen, um zu überholen.


km fünfundzwanzig



Auf kranartigen Geräten Photographen. Alle reißen die Arme hoch- das ist schön theatralisch und erleichtern nachher das Zuordnen der Bilder zu den Läufern.


Mein linker Fuß macht sich etwas bemerkbar, und ich beginne meine Waden zu spüren. Aber alles nicht schlimm.


km dreißig


Schon so weit?!?


km fünfunddreißig



Ulf bei km 35Das Publikum trägt. Nur einer läßt mich allein: Der Mann mit dem Hammer! Mir geht es prima! Ich ziehe das Tempo nochmals an und überhole einen nach dem anderen. Mittlerweile muß ich zickzack laufen. Bislang habe ich nur zum Wasserfassen Gehpausen machen, und das wird offenbar so bleiben.


Das Publikum ruft Durchhalteparolen. Ja, feuert mal die an, die es nötig haben! Ich gebe weiter Gummi und bekomme das Gefühl, meine Sohlen qualmen.


km vierzig


Ein Adidas-Plakat an der allerletzten Kurve: “Denke ja nicht daran, aufzugeben!”. Ab jetzt geht es nur noch geradeaus. Ich sehe das Brandenburger Tor- kurz dahinter ist das Ziel.



Ulf Überläuft die Ziellinie mit einem UrschreiBeflügelt reiße ich immer wieder grüßend die Arme hoch und steigere nochmals mein Tempo auf etwa 5:15. Mit einer gewaltigen Gänsehaut renne ich durchs Brandenburger Tor und zweihundert Meter weiter mit einem Jubelschrei über die Ziellinie.


Es geht doch...


Mein Telephon piepst: Das vorläufige Ergebnis. 4:13:47, erste Hälfte in 2:20, zweite in 1:53. Ich glaube es kaum.


ca. zwei Kilometer muß ich noch durchs Gedränge zu den Treffpunkten. Und dort lange warten auf die anderen- kein Durchkommen, alles abgesperrt und voll. Ich lege mich, eingewickelt in meine Plastikfolie, irgendwo hin und ruhe mich aus und fühle mich gut...
In der Wartezone
Vorm Brandenburger Tor







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06.08.2010

Wien-Marathon, 25. Mai 2003 - 42 Kilometer mit verstauchtem Fuß.

Da ich dieses Jahr am Blogger-Marathon teilnehme (Bitte für mich stimmen! Startnummer 45!), krame ich mal alte Marathonstories aus aus sportlicheren Tagen...

Vorlauf


17. März 2003


Heute beginnt die "Heiße Phase", d.h. der zehnwöchige Trainingsplan. Soll ich die Vier-Stunden-Marke anpeilen, oder einfach versuchen, etwas schneller als in Münster 2002 zu sein? Auf jeden Fall mache ich nicht wieder den Fehler, zu flott loszulaufen und das nicht zu merken. Ich habe jetzt eine Pulsuhr mit codiertem Sender und besserer Start-Stop-Funktion als die Vorgängerin.



Anlauf


Tags zuvor


Samstag: besichtigen das Figarohaus, wo Mozart eine Weile gelebt und die dazugehörige Oper geschrieben hatte. Auf dem Weg dorthin muß ich einem Autofahrer in der schmalen Gasse ausweichen, wobei ich mit dem Fuß umknicke. Ich messe dem mangels stärkerer Beschwerden keine Bedeutung bei.


Starttag


Ulfs StartnummernschildSchlecht geschlafen, statt sechs vom wecker halb sechs von alleine erwacht. Duschen. Brustwarzen rasieren und abkleben, damit sie nicht blutig gescheuert werden. Frühstück halb sieben. Schlechter Appetit. Trinken, trinken, trinken, denn es wird warm werden.

Horden von Menschen in Laufklamotten und mit Zeitnahmechip am Fuß und Kleidersack in der Hand strömen Richtung U-Bahn, die U1 Richtung Kagran schließlich scheint nur noch Läufer zu transportieren. Wir alle haben Flaschen und trinken schluckweise.


Startbereich


Ulf, eingequetscht im StartblockSchon ziemlich warm für acht Uhr morgens. Bis zum Startschuß werden wir noch ordentlich geröstet werden. Aber Vöslauer steht schon da und verteilt Stilles Vöslauer Mineralwasser palettenweise unter uns.

Schwitzend im Startblock: Gedankenaustausch mit den Läufern der Umgebung. Ein Moderator oder so erzählt alles mögliche, ich verstehe kein Wort, aber hört überhaupt wer zu?
Ich bin guter Dinge, fühle mich superfit.
Punkt neun: Der Schuß aus der Leuchtpistole fällt, löst die Spannung und baut gleich eine ganz andere Spannung auf. die Leuchtkugel verschwindet rechts in der UNO-City. Langsam und stockend kommt ein Pulk von 25.000 Läufern in Bewegung, davon 10.500 Marathonis.

Durchlauf


KM 1


Der Boden vibriert. Ich muß mal. Gebüsch. 25.000 Paar Füße machen ein sonderbares Geräusch. Schon über 20 Grad. Das kann ja heiter werden.


KM 5


Erste "Tankstelle", kostet mich viel Zeit, da ich von stärkeren abgedrängt werde. Wird sich noch verteilen.

Warum aber Plastikbecher? Pappe läßt sich besser plattreten und verformen (damit man besser laufend trinken kann und nicht so viel verschüttet).


KM 6


Wenige Kilometer nach dem Start, die Läufer vor mirMama und Kirsten, wie verabredet. Langsam merke ich, daß mein linker Knöchel nicht perfekt ist. Ignoriere ich aber.
Super Stimmung bisher. Vorbei an einer Kneipe nit Regenbogenfahne und Dragqueens u.ä., an Bands und Blaskapellen. Auch einige Nonnen stehen da und halten die Hände zum Abklatschen hin.


Irgendwo zwischen KM 10 und 15



Ein Passant rennt quer über die Straße. Beim Ausweichen lande ich mit dem Fuß in einem Straßenbahngleis. Mit dem linken natürlich.


KM 15


"Marathon links, Fernwärme rechts!"- Die "Kurz"streckenläufer des "Fernwärmelaufs" über 15,8 Kilometer werden ausgefiltert.



Mein Fuß macht sich allmählich deutlicher bemerkbar.


KM 20


An der Donau. Ich merke, daß es eigentlich vernünftiger wäre, auszusteigen. Das Zeitziel kann ich ohnehin vergessen, schneller werde ich nicht mehr werden. Die Spendenaktion im Hinterkopf will ich aber wenigstens ankommen.
Nachdem die ersten schon nach dreißig Minuten von Sanitätern abtransportiert wurden, werden ab jetzt die Sirenen häufiger.



Im Prater


Im Prater werden richtig Kilometer gemacht: Straße rauf, auf der andern Seite runter, dazwischen Hütchen als Absperrung und Security, daß keiner die Gelegenheit ausnutzt, zu mogeln.
Im PraterGanz schlimm: Prater Hauptallee. Auf der anderen Straßenseite die Zwischenzeitkontrolle für Kilometer Dreißig. Super. dann sind wir ja.... und dann sehe ich das Schild auf meiner Seite: 26.
Mittlerweile will ich nicht mehr. Ich bin ein Pechvogel: gut im Futter, fit und dann der Fuß....
Wieder rennt mich fast ein Passant um. Hätte er mich getrroffen, ich wäre liegengeblieben und hätte mich abtransportieren lassen. Bis KM 41 dominiert der schmerzende Knöchel und mein Verlangen, einfach aufzuhören und mich versorgen zu lassen.

Am Rand: jede Menge Aussteiger. Bei km 36 ein schwaches Grinsen zu meinem Nachbarn: "Immerhin sind wir schon weiter als Dieter Baumann!" (der letztes Jahr in Hamburg bei 35 aufhörte)


KM 41


Langsam bin ich wieder motivierter. Den Rest schafft der Fuß auch noch, jetzt brauche ich auch nicht mehr aufhören...


KM 42


Noch 195 Meter: Nur noch um die Ecke, durchs Heldentor und über die Zielmatte. Dann massieren lassen und ab zu den Sanitätern....

Hinter dem Ziel: Medaille, "Glückwunsch!"
Ja, Glück habe ich gehabt. Aber keinen Verstand! Humpelnd suche ich mein persönliches Ziel: Versorgung. Find ich nicht. Doch ja da- alles voll. Denn nicht. erstmal setzen.



Auslauf


Ulf unterm Baum

Ich sitze auf einer Bank. Schuhe aus. Keine Blasen. Aber etwas dick geworden ist der Knöchel. Mein Mobiltelephon piept: meine Zeit kommt per SMS. 4:52:32. Geht ja, für die Umstände...


Pulsgurt lösen. Hat nur wenig gescheuert. Brustwarzen entpflastern. Meine Sportuhr sagt, ich hätte 3800 Kalorien verbraten.

Etwas verschnaufen. Ich spare mir die Versorgung. Ich hole meine Sachen, treffe mich mit meinem Anhang und dann ab dafür.
Ich verpasse meine Leute natürlich im Gewühl. Unter einem Baum liegend ruhe ich mich erst noch etwas aus und beobachte die Nachhut, die noch länger unterwegs war.


Vorbei


Ulfs mit Eisbeutel versorgter Knöchel
Sonnenbrand

Im Hotel: Duschen, danach baden, dann nochmal kalt abduschen. Ich lasse mich mit Schokolade versorgen. Dann macht einen Müllbeutel nehmen und mit den Eiswürfeln aus der Minibar einen Eisbeutel für meinen Fuß machen.

Wir gehen nachher noch essen und mit Mama ein Weinchen trinken, und auch morgen darf ich dann beim Frühstücksbuffet wieder alles essen, was ich will...


Nie wieder?


Nie wieder mit verstauchtem Fuß. Ich freue mich schon auf Berlin...





Blogger-Marathon 2010

Beim Blogmarathon für mich stimmen! (Startnummer 45)


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07:00:00 - [ Ulf ] - [ 2 Kommentare ] [ Trackbacks: 0 ]
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05.08.2010

Münster, 8.9.2002 - Der Mann mit dem Hammer.

Da ich dieses Jahr am Blogger-Marathon teilnehme (Bitte für mich stimmen! Startnummer 45!), krame ich mal alte Marathonstories aus aus sportlicheren Tagen...


Abends zuvor

"Worauf habe ich mich da eingelassen? Bin ich wahnsinnig? Mit diesen Beinen soll ich 42,195 Kilometer laufen? Ich kann nicht einschlafen!"

Morgens

Ich wache gleich mit auf um 4:45 Uhr. Weiterschlafen? Zwecklos. Frühstück. Kurz vor sechs: SMS von einer Freundin, die Dienst hat und mich deshalb in Gedanken anfeuern muß.

Habe ich alles?

Den Champion-Chip habe ich gestern schon am Turnschuh befestigt. Und jetzt: Startnummer anheften, was warmes überziehen. Den Kuchen für meinen "Fanclub" hinstellen. Schlüssel einstecken und auf zum Hindenburgplatz. Am Steingymnasium (mittlerweile nach Gievenbeck umgezogen) "Check in",umziehen, Klamottenbeutel abgeben und Startblock anpeilen.

Vorm Start

Startnummer 35 beim 1. Münster-Marathon Am Start sind 4700 LäuferInnen. Zwar waren 5000 angemeldet, aber egal.
Was soll ich für eine Zeit versuchen? Meinen letzten 35-Kilometer-lauf hatte ich ohne Probleme in 3:16 erledigt, soll ich vier Stunden versuchen? Nee, lieber nicht, keine Experimente beim Debut. 4:15 ist da realistischer, und das wäre auch schon Spitze für den Einstieg.

Zeitplan

Neun Uhr

Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann betätigt das Schießeisen. Adrenalin! Ein Ruck geht durch 4700 Menschen. Langsam kommt der Haufen in Bewegung. Bis ich über die Zeitnahmematte komme und damit aus dem Spaziergehertempo vergehen allerdings noch zwei Minuten.

Kurz hinter dem eigentlichen Start sehe ich schon meine KollegInnen stehen, die heute nicht arbeiten müssen. Sind die doch tatsächlich auf einen Sonntag so früh raus!

Ich bin richtig gerührt.

Auf der Promenade versucht mich Cpt. Night-Rappel abzulichten und hechtet sehr malerisch dazu am Feld der Läufer vorbei.

KM 5

Wir kommen an meiner Klinik vorbei. Aus der Ambulanz gucken auch welche raus und feuern mich an. Tut das gut!

Im Trott

Bei der Westfälischen Schule für Musik stehen meine Leute schon wieder. Klasse!

Mittlerweile habe ich mein Tempo. Fatal nur, daß ich erst viel später merke, daß ich viel zu schnell laufe: Ich habe die zwei Minuten Startverzögerung einzuberechnen vergessen.

Hinter der Universität (Corrensstraße, KM 10 oder so) gönne ich mir eine Pinkelpause. Die einzige übrigens- bis ca. 16:00!

KM 10

Zwischenzeitnahme (0:56:5 cool .
Wenn man über die Matte rennt, piept es ganz eklig- und das Feld ist noch recht dicht. Mir fallen fast die Ohren ab.

KM 15 (Gievenbeck)

Überall an der Strecke jubelnde und anfeuernde Menschen. Eine Stimmung, völlig unwestfälisch!

Meine damalige Sparkassenfiliale, bei meinem damaligen zu Hause um die Ecke. Hier ist der Runners Point-Remmidemmistand. Und meine Familie. Meine kleine Schwester steckt mir Futter zu. Manfred von meiner DFG-VK-Gruppe schafft es leider nicht, die Fahne rechtzeitig hochzureißen. Ich sehe ihn erst auf dem Rückweg.

KM 20

Verflixt: in meinem Schuh reibt was! Keine Blase, bitte nicht! Und schon gar nicht so früh! Dann bluten meine Füße irgendwann, und ich darf aufgeben.

An der Strecke: Matthias (Arzt auf meiner Station) mit Nachwuchs.

In Roxel werde ich von Leuten angefeuert, die ich leider nicht sehe. Krankenhaus, soviel ist klar.

KM 21,1 (Halbmarathon)

1:59:20
Jetzt habe ich auch die zwei überschüssigen Minuten bemerkt. Ich bin viel zu schnell, aber jetzt voll im Tempo drin. Da komme ich auch nicht mehr raus.

Überall stehen Kinder und strecken die Hand zum Abklatschen aus. Klasse!

KM 30 - Hammermann

Ulf nach dreißig Kilometern
(Zwischenzeit: 2:54:33)
Ich habe geglaubt, es passiert mir nicht, da ich im Training in diesem Tempo völlig problemlos 35km gelaufen bin. Aber da kommt er, pünktlich bei Kilometer dreißig: der gefürchtete "Mann mit dem Hammer". Gnade! Ich muß doch noch 12,195....

Manuela und Werner- weiterlaufen, weiterlaufen, weiterlaufen!
Aber jetzt kommen immer wieder Kinder mit Gartenschläuchen. Tut das gut!

KM 31- Angelika. Weiterlaufen...

KM 32- Ich versuche eine Gehpause zu machen. Doch da stehen meine Nachbarn: "Das ist kein Spaziergang!" Mist, weiterlaufen, weiterlaufen, weiterlaufen!

KM 33- Wieder in Gievenbeck. Ich könnte prima aussteigen, einfach aufhören und nach Hause gehen und mich hinlegen, ich hätte es ja nicht weit.

Aber: Das geht nicht. An der Strecke stehen meine Familie und Manfred (jetzt sehe ich ihn), meine Station, alle denken an mich, ich kann die nicht alle enttäuschen. Also weiter!
Ich lerne gerade, was Schmerzen sind.

Qualen

Die Kilometer werden immer länger und ich immer langsamer. Bei 34 sehe ich einen Läufer am Rand stehen und kotzen. Ich kann es nachvollziehen. Kurze Zeit später: Da liegt einer, leichenblaß und ohne Bewußtsein, und bekommt die Beine hochgehalten, Sanitäter sind unterwegs. Krankenwagen. Die Fahrer feuern uns über Lautsprecher an.

Ich sehe Lemmi und Carsten Pfaffe, ehemalige Mitschüler. Waren in meinem Sportkurs. Gucken etwas erstaunt. Schließlich war ich die absolute Null. Feuern mich an. Weiterlaufen, weiterlaufen, weiterlaufen!

KM 40

Nochmal meine Station. Jetzt habe ich es fast geschafft. Fast. Überall an der Strecke: "Durchhalten, Ihr schafft es!"
Weiterlaufen, weiterlaufen, weiterlaufen!

KM 41

Nicht mehr denken, nicht mehr fühlen, gar nichts mehr, nur noch durchhalten.

KM 42

Ulf Kurz vorm Ziel
Noch 195 Meter! Scheißkopsteinpflaster? Ach, auch egal. Kristina ist das letzte bekannte Gesicht vorm Ziel. Jetzt mobilisiere ich die allerletzten Kraftreserven, um meine Gesichtsmuskulatur in Lächelposition zu zwingen.

42,195

Ich hoppele ins Ziel. 4:20:46. Nehme erleichtert das Zeitnahmepiepen wahr. Es ist vorbei! Jemand hängt mir eine Medaille um und gratuliert mir. Es ist vorbei.

Danach

Durst. Trotzdem ich unterwegs getrunken habe. Mörderischer Durst. Ich bekomme mein Finisher-T-Shirt. Die Massagestelle übersehe ich. Ist auch schnurz, Hauptsache nicht mehr laufen oder stehen müssen!
Sanitäter und Notarzt versorgen ein paar Kollabierte.

Kollegin gratuliert mir. Um aus dem Zielfeld rauszukommen, muß ich über einen kniehohen Schlauch. Ich schaffe es gerade noch so eben.

Mama nimmt mich in Empfang. Nur hinsetzen. Nie wieder Marathon. Trinken. Schuhe aus. In den Lambertibrunnen steigen.

Zehn Minuten Katzenjammer, aber jetzt geht es mir besser. Das mit dem "nie wieder" überlege ich mir nochmal, eigentlich war es doch klasse.

Nie wieder?!? Vienna-City-Marathon 2003, Startnummer 617. Sag niemals nie...

Blogger-Marathon 2010

Beim Blogmarathon für mich stimmen! (Startnummer 45)


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11.06.2010

Die Waldmeisterschaft, der Fußball und ich.

Ich wurde so mit neun oder zehn Jahren aus meinem Fußballverein sozusagen ausgeschlossen. Niemand, nicht einmal der Trainer, teilte mir mit, wenn irgendwo ein Spiel war, aufgestellt wurde ich ohnehin nicht. Wobei die herben Niederlagen (bis zu 21:0 für den Gegner, damals Rodheim) sicher nicht allein auf mein Konto gegangen waren. Als mir das auffiel, trat ich aus (bzw. ließ mich von meinen Eltern austreten). Niemand hatte mir vorher auch nur die Regeln erklärt, die über das Tor hinausgingen.

Seitdem hatte ich mich mit Fußball eigentlich nicht mehr beschäftigt. Erst 2006 verfolgte ich die WM (kam ich ja praktisch nicht drumrum). Und versuchte, dem etwas abzugewinnen.

Daß die WM dieses Jahr wohl ohne mich stattfinden wird, habe ich bereits gebloggt. Doch den Fans wünsche ich viel Freude und Kurzweil und daß sie auch dem Gegner einen verdienten Sieg gönnen können.

Es ist ein Wettkampf. Möge die bessere Mannschaft gewinnen.

WM 2010 - ohne mich!

Auch interessant zum Thema:
* Meine Liebste
* Wirbelwebber

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06.09.2008

Zu fett

Wie ich ja immer wieder betone: Ich bin zu fett. Und das Schreckensintrument vom Bierbauch bestätigte, daß ich wieder etwas zu- statt abgenommen hatte.

95 Kilo! Auf Ein Meter achtundsechzig! zu meinen Marathonzeiten wog ich 65, und das war auch nicht unbedingt schlank.

Laufen geht im Moment nicht, zu schwer. Walken geht erst recht nicht, ein Läufer walkt nicht.

Ob ich doch mal in ein FettFittnesstudio gehe?

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08.04.2007

Motivator

Ist nett, finde ich, wenn wildfremde Leute wie Wolf50 vom Kilometerspiel sich um mein Wohlergehen sorgen.

Ich weiß nicht, wie und warum. Aber ein großes Dankeschön!

Ich lasse mich von der Depression nicht kleinkriegen. Hoffentlich.

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09.12.2006

WWW (Warme Worte für Walker)

Das niederschmetternde Ergebnis: Es reicht nicht, sich nur wie Hackfleisch in eine bunte Stretch-Pelle aus Polyamid zu zwängen und krakelend Stöckchen durch den Wald zu ziehen. Manchmal muss auch der Walker-Puls über den eines Hirntoten gepeitscht werden. (Achilles Verse, Spiegel Online)

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05.12.2006

Marathon, ein Jahr täglich

Man muß schon etwas verrückt sein für dieses Projekt:
Richard Bottram will ein Jahr lang täglich einen Marathon für seine an Krebs gestorbene Freundin laufen. Das Guinnessbuch ist ihm dabei völlig egal. (sueddeutsche.de)

Er muß sie sehr geliebt haben. Aber ob ihm das Guinnessbuch wirklich völlig egal ist dabei? Naja, ist auch egal, ehrenwehrtes Projekt isses allemal:

Laufen gegen Krebs

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10.09.2006

Denn dokumentier ich eben...

Startvideo Münster-Marathon 2006:

[ Den Rest lesen ]

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Das ist gemein!

Kratzen im Hals. Kribbeln in der Nase. Drei Stunden vorm Startschuß...

Also reihe ich mich mal ins Publikum ein...

06:08:31 - [ Ulf ] - [ 3 Kommentare ] [ Trackbacks: 0 ]
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08.09.2006

MüMa nullsechs

Startunterlagen abgeholt. PowerGel gekauft.

Ein wirkliches Gefühl für dieses Jahr habe ich nicht, zumal Kirsten schwer erkältet ist.

Auf jeden Fall habe ich mich Direkt angemeldet für 2007.

15:55:56 - [ Ulf ] - [ 2 Kommentare ] [ Trackbacks: 0 ]
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27.07.2006

Alles die gleichen Betrüger

Möchte mal wissen, ob bei der Tour de France überhaupt jemand nicht dopt.

Ich bin da pessimistisch...

18:26:10 - [ Ulf ] - [ 6 Kommentare ] [ Trackbacks: 0 ]
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