Archiv.
19. Februar 2010
Fauxpas oder: Hoffentlich werde ich so alt, wie ich heute schon aussehe.
Kategorie: Erlebtes
Als ich das Zimmer des Patienten verlassen wollte, sprach mich seine Gattin an, wie alt ich denn wohl sei.
"Was glauben Sie denn, wie alt ich bin?"
"Na, so etwa fünfundfünfzig..."
Danke. Knapp daneben. Ich bekam dann eine Tafel Schokolade dafür.
[ 14 Uhr 51 ] - [ 7 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]
15. Februar 2010
Homöopathische Antwort: Glaubwürdigkeit D23.
Kategorie: Erlebtes , Vernetzt , Meine unqualifizierte Meinung
Was und wie das denn jetzt gemeint sein soll, wird der geneigte Leser fragen. Nun, die Homöopathen glauben, ihre Zuckerpillen und Heilwässerchen wirken desto stärker, je mehr sie "potenziert" wurden. Das bedeutet, ein nach abstrusen Kriterien ausgewählter "Wirkstoff" wird nach einem bestimmten Ritual schrittweise verdünnt. Ab "Potenz" D23 ist kein Atom mehr von dem Urstoff mehr drinne, und trotzdem wird weiter verdünnt, äh, potenziert, damit noch weniger als nichts das Zeug noch angeblicher stark macht. Also: Ab D23 ist nichts mehr drin.
Keine Antwort ist auch eine Antwort.
Der Hintergrund: Sheng Fui schrub einen satirischen Artikel über eine homöopathische Spendenaktion des Homöopatiemittelerzeugers Hevert aus einem Kaff namens Nußbaum. Darauf kamen ziemlich viele homöopathie- und hevertfreundliche Kommentare unter Nicks wie "Manu7", die Firma und Spendenaktion über den grünen Klee priesen. Zum Teil auch mit Lügen gespickt, z.B. daß auch homöopathische Mittel auf ihre Wirksamkeit geprüft werden, ehe sie zugelassen werden. Das stimmt NICHT: Sie werden, anders als richtige Medikamente, lediglich auf ihre Unbedenklichkeit geprüft. Zumindest insofern sind sie unbedenklich, als daß sie nichts giftiges mehr enthalten, siehe oben.
Zurück zu Sheng Fui: Der Betreiber stellte anhand der Statistiken fest, daß alle diese Kommentare von einem Rechner kamen- und zwar dem der Firma Hevert!
Um eine Stellungnahme gebeten kam eine Mail von einem angeblichen Mitarbeiter von einem anonymen Rechner mit anonymer Mailadresse. Man bat die Zuckerpillenfirma um eine verifizierbare Antwort. D23- nichts.
Macht einen unglaublich vertrauenserweckenden Eindruck.
Dies soll die Welt ruhig erfahren, finde ich. Ich will Antworten. Keine Homöopathie.
[ 22 Uhr 16 ] - [ 2 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]
10. Februar 2010
Esoterikkritische Kommentare unerwünscht?
Kategorie: Erlebtes , Meine unqualifizierte Meinung
Aktuell wird im Esoblog ein Artikel des österreichischen Standard verrissen. Zu recht, denn er breitet sich über Quacksalberei wie Homöopathie und TCM aus. Die Kritiker mußten feststellen, daß Kommentare mit Verweis auf diesen kritischen Blogartikel gelöscht werden:
Die Gesundheitsredaktion ist offensichtlich etwas nervös und löscht deshalb jeden Verweis auf diese Kritik in ihrem Forum. Daher bitten wir um Weiterverbreitung!
Da wird doch wohl sicher jemand von der Alternativindustrie bezahlt, oder?
[ 12 Uhr 07 ] - [ 3 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]
08. Februar 2010
Homöopsychopathen kassieren Preis ein.
Kategorie: Erlebtes , Meine unqualifizierte Meinung
Der Kirchliche Entwicklungsdienst der NEK (KED) hat seinen Eine-Welt-Preis vergeben. Und zwar an eine Gruppe Milchzuckerkügelchenschlucker namens "Homöopathen ohne Grenzen". Da wird also die Propaganda für wirkstofffreie und wirkungslose Scheinmedikamente gefördert in Gebieten, wo richtige Medizin sehr viel nützlicher wäre. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt... Ich finde, da hätten die besser den Medizinmann vor Ort fördern können. Die Wirksamkeit wäre nicht schlechter, die Traditionen bewahrt und die lokale Wirtschaft gefördert.
[ 17 Uhr 56 ] - [ 1 Kommentar ] - [ Kein Träckbäck ]
02. Februar 2010
Was hast Du empfunden, als Du das erste Mal vor einem toten Menschen standest?
Kategorie: Erlebtes
Diese Frage ist meine neueste Aktion. Wie ging es Euch mit dem ersten echten Toten vor Euch? Was habt Ihr empfunden?
Was habe ich empfunden? Lange ist es her, ich war gerade Zuvieldienstleistender geworden 1991. Ich hatte im Vorfeld doch etwas Angst, was das wohl mit mir machen würde, wenn ich das erste Mal vor einer echten Leiche stehen würde. Macht mir das Angst oder Trauer oder was?
Der Tag kam recht bald. Ein alter Herr mit Parkinson war plötzlich verstorben, vermutlich an einer Lungenembolie. Und die Kollegin brauchte Hilfe, ihn zurecht zu machen.
Blaß sah er aus und etwas gelblich. Ziemlich tot. Aber irgendwie machte es mir dann doch nichts aus. Vielleicht war es deshalb leichter für mich, weil ich vor einem Patienten stand und nicht vor einem Familienmitglied. Aber anderen mag es da anders gegangen sein. Wie war das bei Euch?
Schreibt mir die Antworten per E-Mail an ulf@hundeiker.de und äußert Eure Wünsche, ob das anonym oder mit Namensnennung/Verlinkung veröffentlicht werden soll.
Warum? Der Tod ist ein Tabuthema. Ich denke, die Menschen hätten weniger Angst, wenn man darüber spräche.
[ 12 Uhr 33 ] - [ 4 Kommentare ] - [ Ein Träckbäcks ]
"Warum haben Sie keinen Rotwein? Ich bezahle mit Kreditkarte!"
Kategorie: Erlebtes
Eine umwerfende Logik hatte das Ehepaar Großkotz, wie meine Tante und ich die beiden nannten, die mit unserer Studienreisegruppe Nordindien besuchten. Sie traten auf, als gehörte ihnen die Welt, weil sie Geld und eine Kreditkarte hatten. Der Typus Mensch, dessen Niveau nicht mit dem Vermögen mitgewachsen ist. Ein Weltmeister übrigens im Angeben mit seinen Reisen.
Sie tranken abends grundsätzlich Rotwein, was sie augenscheinlich für edel hielten. Was das genau für eine Plörre war, merkten sie hingegen nicht.
In einem Hotel jedoch war der Rote ausgegangen. "Why don't you have dry red wine? I'll pay with credit card!" erboste sich Herr Großkotz lautstark, während der Ober vergebens versuchte, ihm zu erklären, daß wo nichts ist auch nichts verkauft werden kann.
Uns war peinlich, zur selben Gruppe zu gehören. Allerdings gab es in Kathmandu doch noch erfreuliches zu erleben mit ihm. Denn er hatte eine gewaltige und ungeheuer teure Videokamera, mit der er überwiegend unsere luxuriösen Hotels filmte und währenddessen kommentierte. Er stand im Hof des Nepalesischen Palastes und drehte sich langsam um die eigene Achse, um das Panorama zu filmen. Und dann guckte er in Zeitlupe an sich herunter auf seine Füße, die meine Tante und ich grinsend schon lange betrachteten.
Kuhfladen. Mittendrin.
[ 10 Uhr 21 ] - [ 3 Kommentare ] - [ Kein Träckbäck ]
