Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

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06.09.2010

Wer ist hier behindert? Yó también.

Ganz großes Kino. Spanische Filme, z.B. von Pedro Almodovar, haben mich schon immer irgendwie speziell berührt. Und dieser im besonderen: "Yó también", hier laufend unter "Me too - Wer will denn schon normal sein?" mit Pablo Pineda (Wer hat den Wikipediaeintrag gemacht?) in der Hauptrolle, der sozusagen seine eigene Geschichte spielt. Der erste europäische Mensch mit Trisomie 21 (für die Prolls: dat isn Mongo) mit Universitätsabschluß entdeckt die Liebe und kämpft für die Emanzipation seiner Mitbehinderten. Wobei ich mir da immer wieder die Frage stellen mußte: Wer oder was ist hier nun behindert? Oder wird man nur behindert?

Nein, ich schreibe nichts zum Inhalt. Guckt ihn Euch gefälligst selbst an.

NEIN, da gibt es keine Zombies oder Kettensägen. Nur Gefühle. Große Gefühle. Ganz großes Kino.

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04.09.2010

The Rolling Zombies: Fortschreitende Verwesung.

Die Beatles haben es richtig gemacht: Sie haben sich rechtzeitig getrennt und sind so Legende geworden. John Lennon wurde rechtzeitig ermordet und Janis Joplin, Jimi Hendrix und Jim Morrison erstickten rechtzeitig an ihrer eigenen Kotze, ehe sie von Legenden zu Witzfiguren wurden.

Die Rolling Stones hingegen gurken seit fünfzig Jahren durch die Welt. Und betreiben nur noch Selbstrecycling. Die Platten klingen seit einem Vierteljahrhundert alle gleich, und die Konzerte erwecken den Eindruck, ein Zombiemusical würde dargeboten. Neu und innovativ war einmal. Wild und gefährlich war einmal. Anstößig und obszön war einmal.

Übrig vom Mythos sind ein paar Tattergreise, die den richtigen Zeitpunkt aufzuhören verpaßt haben. Deren Publikum nicht mehr das Stadion kurz- und kleinhackt, sondern hier mal so tut, als würde die Sau rausgelassen, während der Alltag daraus besteht, den Rasen zu mähen, damit die Nachbarn in der Wohnsiedlung nicht meckern.

Ein trauriges Bild. Mutantenstadl. Musikantenstadl.

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17:55:19 - [ Ulf ] - [ 1 Kommentar ] [ Trackbacks: 0 ]
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03.09.2010

Phil Collins singt wie eine gewürgte Ente.

Ich konnte mit Pop noch nie viel anfangen. Aber Phil Collins "Gesang" läßt mir, wenn ich diesem ungeschützt ausgesetzt werde, regelmäßig das Steak Aufzug fahren. Dieses knödelige Gequäke klingt grausam nach Polypen. Aber nicht nur dieses unreflektiert konsumiert werdende Gejaule läßt meine Ohren bluten:

Britney Spears zum Beispiel quiekt wie ein Ferkel vor der Schlachtung, der Mannheimer Jammerlappen namens Xavier Naidoo ist nicht einmal schwerst depressiv zu ertragen. Udo Rindenzwerg Lindenberg trifft mit seinem faden Genöle noch nicht einmal die Töne seiner vertonten Betroffenheitslyrik.

An welcher obskuren Atemwegserkrankung Herbert Dröhnegeier leidet, läßt sich kaum feststellen. Er hat Meisenknödel in der Nase und Darmschleim im Kehlkopf.

Was der Pöbel sich alles als Musik verkaufen läßt, ist erbärmlich schlecht. Zum Glück wird mir, anders als in der augefuckten Rehaklinik, nicht mehr der Sender aufgezwungen (damals FFN).

Mehr gibts jetzt nicht zu lesen. Ich gehe mal kurz brechen.

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11.08.2010

Der Untergang des Abendlandes - langsam, aber sicher.

Alle großen Kulturen und Imperien sind bisher irgendwann untergegangen, bis bestenfalls ein Schatten ihrer selbst übrigblieb: Das pharaonische Ägypten, das alte Griechenland, das Römische Reich.

Nichts und niemand kann unbegrenzt aufsteigen. Irgendwann ist der Gipfel erreicht, der Zenith überschritten, und dann? Geht es abwärts im Sauseschritt. Das zu nicht mehr beherrschbar aufgeblähte Römische Reich war kaum noch zu kontrollieren, spaltete sich in Ost- und Weströmisches Reich und hauchte dann allmählich endgültig seinen Geist aus.

Europa geht langsam den Bach herunter: Hieß es vor sechzig Jahren noch: "Wohlstand für alle!", so müssen heute etliche zu niedrig bezahlte ArbeitnehmerInnen Nebenjobs annehmen, um sich und ihre Familien über Wasser zu halten. Mußten damals noch Arbeitskräfte aus dem Ausland "importiert" werden, heißt es nun häufig: "Ausländer raus!"

Vom Arbeitskräftemangel während des Wirtschaftswunders in die Massenarbeitslosigkeit- Massenbeschwichtigung mit Unterschichten-TV, wegsparen von Kultur und Bildung: Eines Tages wird hier wieder Barbarei herrschen wie vor zweitausend Jahren, und eine neue Epoche der Kultur beginnt. Irgendwo anders.

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Die Rache des Benjamin Blümchen.

Scan aus Lurchi-ComicNein, mit diesem dämlichen, angepaßten Elephanten, der alles kann und überall reinpaßt, sogar in Helikopter und gar Flugzeuge in der Economy Class, hat dieser Eintrag nichts zu tun. Dieser Idiot von Rüsselträger mit dem Auftrag, Kinder zu verblöden mit Cassetten, auf denen er und seine behämmerten quietschenden und kreischenden MitstreiterInnen nicht zu überhören sind, ist gar nicht zu vergleichen mit Lurchi, dem Salamander!

Lurchi, der für die Firma Salamander seit 1937 unterwegs ist, löst sämtliche Probleme mit seinen von eben dieser Firma produzierten Schuhen. Notfalls tritt er mit diesen auch mal eine Türe ein. Seine Freunde sind noch durchgeknallter und seine Abenteuer, die ihn durch Straßen, Vegetation und Kanalisation aller Herren Länder führen, erst recht.

Immer, wenn ich mit meiner Mama im Schuhhaus Darré in Gießen neue Schuhe für meine stetig wachsenden Füße kaufen ging, gab es ein neues Heftchen. Diese besitze ich zwar nicht mehr (aber einen Sammelband, den mir meine Liebste schenkte), aber noch einige Singles (für die Jugend: kleine, runde, schwarze Scheiben, die es vor CD und MP3 gab), die heute recht wertvoll sein könnten.

Schuhe trage ich heute nicht mehr. Nur Sandalen. Aber ich habe auch keine Abenteuer zu bestehen.

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31.07.2010

Zombies unter Kannibalen (Zombi Holocaust). Eine Filmkritik.

Cover: Zombies unter KannibalenKurze Zusammenfassung: In New York verschwinden Leichenteile und Kultgegenstände. Schuld ist der Südseekult Kito, dessen Stätte von einem nach etwas eigentümlichen Kriterien zusammengewürfelten Team zwecks Aufklärung aufgesucht wird. Dort werden Teile des Teams nicht nur von Kannibalen aufgegessen, sondern auch von Zombies erschreckt. Diese Zombies hat ein zunächst als hilfsbereiter Missionsarzt aufgetretener durchgeknallter Wissenschaftler frankensteinesk aus Leichen und Lebenden gebastelt. Gruseln tun vor allem die hygienischen Bedingungen in seinem Labor.

Wie schon der Titel "Zombies unter Kannibalen", im Original "Zombi Holocaust", verrät: hier verbirgt sich eine cineastische Perle. Zwar krankt der Film an einigen anatomischen Unkenntissen. Zum Beispiel kann man eine Hand nicht mit dem Messer abschneiden, so daß hier das Geräusch der Knochensäge sehr fehlt, bei dem es einem kalt den Rücken herunterlaufen würde, wenn man da konsequent gewesen wäre. Ebenso wird einer Leiche das Herz zwecks Verzehr herausgeschnitten, obwohl da auch ein paar Rippen im Wege gewesen wären, die man schön hätte knacken lassen können.

Der Konjunktiv aber bringt uns nicht weiter: Eingebettet in eine tatsächlich vorhandene Handlung werden in der zweiten Hälfte munter Menschen aufgespießt, aufgeschnitten und sehr dekorativ ausgeweidet. Schön ist auch die Stelle, wo ein Eingeborener Kannibale einem Forscher mit beiden Daumen die Augen zerdrückt.

Fans des schlechten Geschmacks kommen voll auf ihre Kotzen Kosten, wenn auch gegen Ende nicht ganz einleuchtend als Rettung eine Weiße, die gerade eigentlich geschlachtet werden sollte, zusammen mit ihren Schlachtmeistern erscheint. Seis drum, Spaß macht der Film immer noch.


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29.07.2010

Anschauung statt Verstehen: die Weltanglotzung.

Bei Menschen, die von ihrer Weltanschauung sprechen oder schreiben, habe ich zumeist den Eindruck, daß ihre Anschauung eine Ansicht ist ohne zu verstehen. Sozusagen eine Weltanglotzung. Verständnisloses Angaffen der Welt, wie der Pöbel einen Unfall mit Personenschaden begafft.

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25.07.2010

Unruhe in Frieden, Willem!

Das Willem Breuker Kollektief war die erste Jazzcombo, die ich mir freiwillig anhörte auf dem Jazzfestival in Münster, 1987 war es, glaube ich, mit fünfzehn. Eigentlich mochte ich Jazz nicht besonders, aber mein Meister (für Ulf-Nicht-Kenner: Gitarrenlehrer) hatte mir gesagt, da müsse ich hin.

Jazz live war etwas ganz anderes. Die Spielfreude zu sehen und die Kommunikation ohne Worte, nur mit Tönen zu erleben und später auch zu verstehen, das war doch elektrisierend. Dazu die Faxen, die diese Combo machte! Da wurden während des Spiels dem Schlagzeuger die Stöcke gegen (Plastik-)Baguettes ausgetauscht und sinnlose Reden in Kauderwelsch gehalten, das Publikum mußte mitmachen- danach war ich alle Jahre wieder dabei. Bis es ins Stadttheater verlegt wurde und seinen Anarcho-Charme verlor.

Freitag ist Willem Breuker gestorben. Lungenkrebs. Zu früh mit fünfundsechzig Jahren. Der Mann, der in mir die Lust auf Jazz weckte.



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30.05.2010

Wir sind Lena. Oder Papst. Oder bescheuert. Oder so. #esc

Mir ist ja nun prinzipiell egal, wer da nun gewonnen hat. Der ESC trifft ohnehin nicht meinen diffizilen Geschmack. Aber dieses Theater um Lena... Man liest kaum etwas anderes in Blogs und bei Twitter. Und ich beteilige mich mit diesem Artikel selbst daran. Gräßlich und inkonsequent. Ich wäre dafür, wenn England nächstes Jahr Motörhead an den Start schickt.

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29.05.2010

Ist heute abend nicht das Plärrfinale in Oslo?

Wie gut, daß ich Bücher besitze. Dann kann die Glotze, die ich eigentlich selbst nie benutze, nur meine Liebste gelegentlich, ausgeschaltet bleiben. Die Musik kommt aus der Konserve, da kann ich mir aussuchen, was kommt, und muß mich nicht mit Lenas Geschmalze und schlimmerem herumärgern.

Naja, immerhin ist Ralph Siegel nicht dabei, dessen ewig gleiches Einerlei den Nervus cochlearis absterben ließ. Aber eigentlich ist das schnurz. Ich sehe ja ohnehin nicht zu bei den krampfigen Zuckungen und irren Schreien.

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27.05.2010

Grand Eurovision della Contest Chanson Prix.

Unser Fernsehapparat ist ausgeschaltet geblieben.
Interessehalber habe ich mir auf Youtube doch noch den doitschen Breitrag angetan. Von dieser Lena Meyer-Landrut da das Lied oder was das darstellen soll namens "Satellite", welches sie mit grauenhafter Aussprache und spastischen Zuckungen sowasähnlicheswiesingen tut. Entsetzlich. Der Untergang des Abendlandes. Da der Rest vom Sängerfest erfahrungsgemäß auch nicht unbedingt besser ist, waren wir weise, daß wir uns den Scheiß nicht reinpfeiften. Der deutsche Beitrag von 1979 gefällt mir deutlich besser, das hat noch Spaß gemacht.

Aber die letzten Male kam mir die Sendung anstrengender vor als meine Arbeit. Und, da meine Ohren ohnehin schon nicht die besten sind, schone ich sie lieber.

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25.05.2010

Zensur! Ich hasse diesen Pfannkuchen!

"Hinter mir ist schon die Frau Mutter geblieben, der Großvater auch und der Schreihälse sieben. Und ich soll dir, Katze-Miatze, nicht entlaufen?"
Und er lief, kantapper, kantapper, in den Wald hinein."


Ich habe dieses Märchen vom dicken, fetten Pfannkuchen schon als Kind gehaßt. Nicht des Inhaltes wegen, eigentlich finde ich ihn recht sympathisch. Immerhin rennt er allen davon, nur von hungrigen Waisenkindern läßt er sich am Ende aufessen. Was mich immer schon störte war dieses elende "Kantapper"! Mag sein, daß das eine Onomatopoesie für klappernde Holzpantinen ist, doof klingt es dennoch mehr als. "Hoppeldipoppel" hätte mich hingegen nicht gestört. Ich erzucke körperlich beim Erschallen dieses Wortes, und selbst mein Notebook wäre beim Schreiben fast abgestürzt, und das, obwohl ich da Linux drauf habe!

Wenn ich irgendwann mal das Märchen vom dicken, fetten Pfannkuchen vorlesen muß, dann zensiere ich scham- und gnadenlos. Weg mit "Kantapper", ich nehme lieber "Hoppeldipoppel"

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23.05.2010

Rotkäppchen- die erste Hippietante voll auf dem Trip.

Brüder Grimms Rotkappe muß das erste Hippiemädel und auf dem Trip zu ihrer Omma voll aufm Trip gewesen sein. Denn plötzlich spricht ein Wolf zu ihr und faselt ausgerechnet von Blumen.

Rotkäppchen hat optische und akustische Halluzinationen.

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18.05.2010

Mein Plattenschrank.

Ich weiß nicht, wie viele Tonträger ich besitze. Mehrere hundert habe ich wohl. Und deren Zusammenstellung irritiert so manchen Menschen. Gerne werde ich als Metalhead einsortiert. Ich laufe ja auch gerne mit Metallica-Shirt herum. Wenn die Menschen dann aber mitbekommen, daß ich auch ein Faible für die Musik der Renaissance und früher habe, für Free Jazz, manchmal gar Techno, (alte) Schlager, Einstürzende Neubauten und alles mögliche irre Zeugs, dann gucken sie immer ziemlich irritiert, wie das alles zusammenpaßt.

Wie paßt das überhaupt?

Das alles ist Musik. Punkt.

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02.04.2010

Die Fliege. Der Fliege. Das Fliege.

Ich habe da so ein paar Haßfiguren in den Medien. Zum Beispiel Udo Rindenzwerg. Oder diesen lächerlichen Gummibärchenkasper. Der muß auch noch dran glauben! Aber heute widme ich mich dem Vermarktungspfaffen Jürgen Fliege. Mit seinem widerlich gütigen Getue schleimt er sich an seine Opfer Gäste heran. Spielt öffentlich den Sorgenonkel und Tröster und Gutmenschen. Seine Vermarktungsmaschinerie bringt sogar ein eigenes Magazin hervor, damit diese Figur weiterhin sich damit finanzieren kann, so zu tun, als verbessere sie die Welt.

Dieser Pastor hielt auch die Trauerrede bei Dr. Julius Hackethal, einem irgendwann psychotisch durchgeknallten ehemaligen Arzt. Dieser Hackethal also dokterte in psychotischen Wahnvorstellungen vollig hanebüchene Bahaupungen zusammen, die mit Wissenschaft nichts mehr zu tun hatten. Doch das Volk liebte ihn, da es immer die liebt, die unmögliches versprechen.

Ihn nannte die Fliege einen "Martin Luther der Medizin". Nun war Hacki kein Reformer, sondern nur verrückt, daher drängt sich der Verdacht auf, daß er sich die Gunst seiner trauernden Anhänger sichern wollte.

Nebenbei finanziert er sich auch mit Werbung für esoterischen Schnickschnack. Und er arbeitet mit Masaru Emoto zusammen, einem selbsternannten Wissenschaftler, Spinner und Scharlatan, der seinen Doktortitel in einer Titelmühle erworben hat.

Er sorgt sich um so viele Menschen, scheint es. Auf jeden Fall sorgt er für sein Einkommen.

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