Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Fetisch

Kategorie: Erlebtes

Ich weiß nicht mehr, wie er hieß, der alternde Dackelrüde von Wolle, einem Schulkameraden, der mir einiges auf der Gitarre beigebracht hatte, ehe ich klassischen Unterricht bekam. Bei ihm, also dem Herrchen, fanden meist unsere Karlsquell-Parties statt, Besäufnisse mit dem damals billigsten Dosenbier vom ALDI, neunundvierzig Pfennig pro Dose. Es wurde Palettenweise erworben und durchnumeriert und schmeckte zum Kotzen. Am Morgen danach schaute man nach, bis zu welcher Dose man gekommen war. Wilde Zeiten. Gehört wurden The Who, Small Faces, The Jam und watweißichnichnochalles.

Der Dackel jedenfalls war, äh, nicht ganz konventionell. Er trank sehr gerne Bier- wer seine Dose unachtsamerweise auf den Fußboden stellte, konnte recht sicher sein, daß sie ziemlich schnell leer war. Konsequenterweise starb das Tier auch an Leberzirrhose. Außerdem sodomierte er gerne Schienbeine, aber schwulerweise nur die von Männern. Noch mehr jedoch liebte er eine (mittlerweile ziemlich fleckige) Nackenrolle, die er während unserer Gelage regelmäßig besprang, bis er abspritzte.

Das war sein Fetisch. War die Nackenrolle erreichbar, war alles gut, und alle Schienbeine und läufigen Hündinnen der Welt vergessen.

Verzapft am 04. April 2009, so um 20 Uhr 59

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Kommentare

Was sagt Thiemo dazu?

05. April 2009 um 00 Uhr 23 (Permalink)

Wahrscheinlich hätte eine Skrotale Orchiektomie etwas Ruhe in die Sache gebracht.

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 05. April 2009 um 01 Uhr 02 (Permalink)

Für eine Orchiektomie bestand keine medizynische Indikation. Zumal der Dackel zwar etwas aufdringlich war, wenn er die Nackenrolle nicht hatte, aber dabei niemanden gefährdete.

Zudem ist bei Alkoholikern das Narkoserisiko zum Teil erheblich.

Was sagt nebelkrähe dazu?

05. April 2009 um 09 Uhr 13 (Permalink)

hallo ulf!
mit rüden kann man schon recht peinliche momente erleben.

unsere hunde waren sexuell auch sehr aktiv....und da ja keine hündin zum aufspringen parat war mussten halt fetische herhalten........

wenn ich da an unsern cockerspaniel rüden denke!
da sagte muttern stets wenn besuch kam, sperr bloss den hund weg!
der umklammerte vor lauter freude jedes bein, egal ob mann oder frau und da er sehr kräftig war konnte man ihn nur mit mühe abschütteln.

als kind hatte ich einen hund, der trank ebenfalls bier, aber auch sekt!

zum obigen thema könnte ich noch was schreiben über einen meiner spatzen!
aber das lass ich jetzt mal lieber....

Was sagt kunstgriff dazu?

05. April 2009 um 18 Uhr 18 (Permalink)

Ungewöhnlich ist auch, dass der Dackelrüde dir das Spielen einer Gitarre nähergebracht hat. (Oder bringe ich da einiges durcheinander?) Dessen ungeachtet wissen wir ja heute, dass Homosexualität im Tierreich nichts Ungewöhnliches ist.
Solche Karlsquell-Zeiten -- ähm, die hatte ich wohl auch mal. Mit meinem auch im Winter barfuß laufenden, bei jeder Demo auf den Polizeifotos in erster Reihe abgelichteten Mitbewohner Isi aus Neumünster. Allerdings standen wir auf Will-Bräu. Auch superbillig, schmeckte nach Laternenpfahl mit Hopfenaroma, aber es knallte ordentlich. Wurde der Hund übrigens mal auf hyperlibidöse Hyperspermie getestet?

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 05. April 2009 um 18 Uhr 35 (Permalink)

Getestet hat den Hund (dessen BESITZER Wolle mir ein paar Griffe zeigte wink ) niemand. Es störte ja nicht weiter, solange die Nackenrolle in Reichweite war. Diese würde übrigens nicht mehr zu anderen Zwecken genutzt, nur als Seemannsbraut. Warum auch immer.

Eigenen Senf dazugeben?

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