Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Höchste Eisenbahn

Kategorie: Erlebtes

Ich fahre eigentlich recht gerne Eisenbahn. Manchmal nervt mich zwar, daß grundsätzlich etwa 2/3 der Fernverkehrszüge, die ich nutze, mindestens fünfzehn Minuten Verspätung haben. Naja, meistens habe ich Zeit, wenn ich reise, und die Mobiltelephone sind ja mittlerweile auch erfunden worden. Blöd jedoch, wenn ich dringend einen Anschlußzug erwischen muß.

Zu zweit waren wir gen München aufgebrochen, um dort m Bundeskongreß der Deutschen Friedensgesellschaft teilzunehmen. Wegen der Entfernung hatte ich einen Nachtzug herausgepickt, der von Köln aus fuhr, mit Liegewagen (privat nehme ich dann doch lieber einen etwas komfortableren Schlafwagen samt Frühstück-ans-Bett-Service in Anspruch). Nach Köln nahmen wir den damals noch existenten Interregio, dem natürlich mitten auf der Strecke die Lokomotive abkackte. Leider kann man die nicht mal eben so in der Pampa wechseln, das dauert etwas länger. Die stehen da ja nicht rum und warten da auf eventuell kaputtgehende Loks. Ziemlich bald war daher abzusehen, daß wir den Nachtzug so niemals erreichen würden.

Als Geschäftsführer unserer kleinen Ortsgruppe sah ich mich gezwungen, zu handeln. Wie? Nicht mein Problem! Ich suchte den Zugchef in seinem Abteil auf und schilderte ihm etwas sehr schillernd meine Situation.

Ich und ein Kollege seien unterwegs zu einem sehr wichtigen Kongreß nach München, den wir unbedingt pünktlich und ausgeruht erreichen müßten, zumal ich einen ungeheuer wichtigen Vortrag halten müsse und das noch als einer der ersten auf dem Programm. Wie das gehen solle sei mir gleichgültig, aber diesen Zug müßten wir unbedingt erreichen.
(Wenigstens der Kongreß an sich war nicht gelogen)

Er telephonierte kurz.

Der Nachtzug fuhr ab. Eine halbe Stunde später als geplant. Aber mit uns.

Verzapft am 02. Mai 2009, so um 05 Uhr 53

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Kommentare

Was sagt Ly dazu?

02. Mai 2009 um 07 Uhr 10 (Permalink)

Hammer !

ich hätte ja jetzt damit gerechnet, das die euch ein Taxi gerufen hätten, die Bahn finanziert Taxifahren auf sogenannten Bahnschein, wenn Anschlusszüge verpasst wurden und man in der Nacht nicht mehr heimkommt.
Bei uns Taxlern in Koblenz ist dann schon mal die Strecke Koblenz-Trier drin, sehr sehr beliebt, bringt etwa 180 euro Umsatz.

Insofern, wie gesagt, rechnete ich fest mit einem Taxi zum Nachtzug..

aber das der komplette Nachtzug eine halbe Stunde später losfährt wegen euch ist der Hammer schlechthin.

Die Frage ist und bleibt: wieviele Bahnscheine für Taxen mussten ausgestellt werden, weil Pasagiere wegen der halben Stunde Verspätung wiederum irgendeinen Anschluss nach Hause nicht bekamen... ??? wink

Geile Story !

Was sagt Ly dazu?

02. Mai 2009 um 07 Uhr 16 (Permalink)

Korrektur: Bahnschein wenn Anschlusszüge nach Hause ( auch S-Bahn und Bus im Nahverkehrsverbund sofern mitgebucht im Bahnticket ) wegen Verschulden (!) der Bahn ( ja was denn sonst.. ) verpasst werden. Dazu gehören auch putte Locks, Oberleitungen, und, ja, auch Springer.

Trier ist übrigens auch deshalb so geil, weil man dann an der Autobahngrenze an der Raststätte auf der Luxemburger Seite Tabak und Ziggis einkaufen kann. Iss immer gut Kohle geparkt zu haben.

(noch so nachschieben musste)

Ne halbe stunde später abgefahrener Nachtzug, krieg mich immer noch nicht ein. SEHR wichtige Konferenz., ich merk mir das Argument! biggrin

Was sagt md dazu?

05. August 2009 um 15 Uhr 39 (Permalink)

Nachtzüge haben meistens einen so großen Puffer drin, dass eine halbe Stunde nicht viel ausmacht.

Eigenen Senf dazugeben?

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