Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Der „gute Onkel“ mit dem grünen Hut.

Kategorie: Erlebtes

Damals, in den Siebzigern, konnte man noch auf der Straße spielen in unserem mittelhessischen Provinzstädchen. Erst recht in unserem noch ruhigeren Vorort. Wir mußten nicht immer und überall hin begleitet werden. Wir waren im nahegelegenen Wald zu Hause.

Ich war etwa vier, fünf Jahre alt und auf dem Weg zu meiner Babysitterin Susanne, die einmal um die Ecke und dann ein paar Minuten die Straße rauf wohnte. Selbstverständlich allein, so selbständig war ich schon, hier war schließlich schon ein Taschendiebstahl genug für eine Schlagzeile.

Ich war gerade um die Ecke gebogen, als mich der böse Wolf ein Mann ansprach. Das einzige, was ich noch erinnere, war der dunkelgrüner Hut, den er trug, und daß er mir sein Kasperletheater zeigen wollte.

Richtig durchschaut habe ich das zwar nicht, aber erstens war ich zuverlässig und hielt mich an Abmachungen. Zudem mochte ich Susanne und ging sehr gern zu ihr. Und ein echtes Bedürfnis nach Schimpfe hatte ich auch nicht.

Zum Glück.

Verzapft am 06. April 2010, so um 08 Uhr 47

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Kommentare

Was sagt Ma Rode dazu?

06. April 2010 um 15 Uhr 41 (Permalink)

Das war für mich als Kind immer der größte Horror, von einem/einer Unbekannten angesprochen und verschleppt zu werden. Ich hatte einen beschaulichen Schulweg, der mich durch diverse Grünanlagen führte und der eine klassische Kulisse für solche Szenarien hätte bilden können. Es ist aber nie was passiert! Bloß gut ...

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