Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Zwei Millionen Euro.

Kategorie: Erlebtes

Angeben wollte er offensichtlich nicht damit, aber die Unterlagen lagen da rum, und ich fragte ihn nach der abgebildeten Doppel-Villa. Diese Villa lag an einem größeren stehenden Binnengewässer, auch See genannt, in bester Lage und mit interessanten Nachbarn. Ein paar Namen kannte sogar ich, obleich ziemlich viel an mir verüberzieht, ich mir vieles kaum merken kann und Namen schon mal gar nicht.

Das Objekt war quasi ein Doppelhaus, nur in diesem Fall eher eine Doppelvilla, mit Garagen für drei plus zwei Wagen, derer Plätze er zwei belegte: Eine schicke Limousine und ein bescheidenerer Mittelklassewagen, je nachdem, was beim Kunden besser ankam. Eine Hälfte wollte der alleinstehende Herr zum Wohnen nutzen, die andere Hälfte sollte Studio und Gäastehaus werden.

Kostenpunkt: gut zwei Millionen Euro. Da müßte ich, vorausgesetzt, ich hätte keinerlei Ausgaben zum Leben, nur Steuern und Sozialabgaben, mehr als 110 Jahre sparen. Faszinierend.

Aber ich möchte gar nicht zu reich sein. Etwas mehr Geld wäre zwar nicht schlecht, aber unser Haushalt ist nun, anders als die Haushalte des Staates, endlich saniert und wir kommen gut über die Runden. Wer viel hat, der kann viel verlieren, und je häher die Leiter, desto tiefer der Fall und desto härter der Aufprall auf dem Boden der Tatsachen.

So habe ich kaum etwas an Eigentum, was sich illegal zu übertragen lohnt, ich muß keine Angst haben, daß man mir meine Liebste oder sonstige Familienangehörige zwecks Erpressung von Lösegeld entfürt, beschädigt, traumatisiert und abmurkst. Was ich verlieren kann hat bis auf wenige Dinge vor allem ideellen Wert.

Mein Reichtum sind meine Familie meine Kreativität, meine Menschlichkeit.

Ich gönne ihm seinen Palast. Doch daß er glücklicher sein wird als wir beide, die wir vor allem uns beide haben. Die Liebe ist unser wertvollster Schatz. Und den wird uns keiner nehmen können.

Verzapft am 21. Januar 2011, so um 16 Uhr 42

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