Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

BloggerInnen-Interview, Numero 17: Westsideblogger.

Kategorie: Vernetzt

Der Westsideblogger ist erst wenige Wochen in meiner Blogroll. Wie auch immer das passieren konnte. Ich schätze ihn mittlerweile sehr, seine ausführlichen Meinungen und seine absolut genialen Ultrakurzkrimis (die immer recht bizarr sind).
Screenshot.
1.: Wie bist Du zum Bloggen gekommen?
Als ich 1990 irgendwie mit einem Amiga und einem Modem das erste Mal online war, faszinierte mich das Netz ungemein. Später dann, mit Windows 95, ging es dann richtig los. Vertrag bei Compuserve, einem Dinosaurier im Internet und ab die Post. Ich las was andere online schrieben. Meine Worten fanden immer noch den Weg auf's Papier. Dann, Jahre später, ca. 2002, fand ich heraus, wie man eine Internetseite anlegen konnte und startete meine ersten Gehversuche als Blogger. Das Netz kannte mich später als "Herr M - Die Welt ist groß, weil der Kopf so klein".

2.: Was war Deine ursprüngliche Motivation dazu, und was hat sich daran geändert, seit Du bloggst?
Seit meiner frühesten Jugend schreibe ich. Geschichten, Texte und wirres Zeug. Mal mehr mal weniger. Das ganze Online zu machen, ist ein tolles Gefühl. Außerdem sind wir doch alle extreme Selbstdarsteller. Geändert hat sich nichts daran. Ich schreibe gerne. Ich wüsste nicht, wie ich ohne meine Worte existieren wollte.

3.: Was willst Du mit Deinem Blog erreichen oder bewirken für Dich und andere?
Das ist nicht so einfach zu beantworten. Es ist erstmal so, dass ich damit meine Erfahrungen in der Welt kompensiere. Familie, Beruf, Krankheiten und extreme Situationen im Bekanntenkreis. Das gibt es ja überall. Dann, jetzt im fortgeschrittenen Alter, fange ich an einige Dinge anders zu betrachten. Viele Geschehnisse in der Politik, Gesellschaft oder auch in unmittelbarer Umgebung, sind an Grenzwertigkeit nicht zu überbieten. Man treibt fiese Spiele mit uns und ich versuche hin und wieder gegen diese Dinge zu schreiben. Das ist das, was ich als gewaltlosen, aber vielleicht wirkungsvollen Widerstand leisten kann. Ich versuche dies weitestgehend ohne Polemik, und doch mit einer gewissen Schärfe. Letzter, aber wichtigster Punkt für mich ganz persönlich, ich möchte mir meinen Lebensabend später als Autor versüßen. Dafür lege ich Grundsteine.

4.: Was ist Dir zu bloggen wichtiger: Meinung oder Sachinformation? Warum?
Letztendlich bin ich kein gelernter Journalist und werde meine Meinung niemals aus Sachthemen heraus halten können. Mir als Blogger ist die Meinung wichtiger. Ich kann vielleicht anderen Menschen meinen Blickwinkel vermitteln und sie so zum Nachdenken anregen. Ich habe aber grundsätzlich nicht immer recht. Und jeder Beitrag behandelt letztendlich etwas, das ich gut oder nicht gut finde.

5.: Welchen Artikel hältst Du persönlich für Deinen besten? Warum?
Ich mag das Gedicht "Mittendrin" sehr gerne. Es spiegelt zum einen mich selber wieder, aber auch den Fluch meiner Generation. Wir sind, so will ich meinen, eine Generation, die noch an Werte glaubt und Ehre nicht für ein Schimpfwort hält, aber auch ehrlichen Respekt zollen kann. Damit sind wir zum Spielball der Generation "Manager" geworden. Ich kämpfe da gegen an und dieses Stück ist meine Realitätskontrolle.

6.: Thema Blogroll: Nach welchen Kriterien wählst Du die Blogs aus, die Du liest? Sind diese alle in der Blogroll aufgeführt oder nur ein Teil?
Manche verlinke ich, weil sie mich auch verlinken. Das Netz beruht auf Gegenseitigkeit. Soweit die Inhalte nicht ausufernd sind, verlinke ich meine Gönner auch. Es gibt aber auch Blogs, zum Beispiel deins, die fallen mir ins Auge, sie sind ungewöhnlich und machen Spaß. Ich könnte den ganzen Tag dein Bügel- oder Staubsaugerbild anglotzen und mich kringelig lachen. So muss das sein. Ansprechend, anregen und Spaß machen.

7.: (Wie) versuchst Du, neue Leser und Abonnenten zu gewinnen?
Jetzt zu sagen, ich versuche es nicht, wäre wohl Selbstbetrug. Ich schreibe in erster Linie für mich, aber da ich meine Texte veröffentliche, möchte ich andere teilhaben lassen. Ich versuche grundsätzlich nicht durch die Themenwahl die Leute zu animieren. Die Themen sind mir wichtig, wenn sie andere interessieren, hurra, alles richtig gemacht. Werbung für meine Person versuche auf Twitter zu machen. Das gönne ich mir, ich liebe Twitter...

8.: Wie siehst Du die Entwicklung Deines Blogs bis zum Jahresende? Hast Du konkrete Ziele? Was wird sich ändern? Was willst Du verbessern?
Bis zum Jahresende 2011 möchte ich erstmal am Ball bleiben. Ich möchte mit einem Buchprojekt beginnen. Dabei kann mir das Weblog vielleicht zu Gute kommen. Langfristig sollen natürlich die Texte qualitativ besser werden. Der Stil soll sich festigen, der Ausdruck variabler werden. Ich möchte besser recherchieren. Nehmen wie die Serie "Der Zeitenhund", da habe ich das erste Mal richtig recherchieren müssen. Das hat Spaß gemacht und konnte endlich mit den verdammten Göttern abrechnen! Zusätzlich möchte ich mehr auf die Entwicklung in der Gesellschaft eingehen. Es ist wichtig, dass wir alle wissen, was da draußen eigentlich passiert.

Inhaltsverzeichnis Interviews

Verzapft am 05. Oktober 2011, so um 07 Uhr 00

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Kommentare

Was sagt Westsideblogger dazu?

05. Oktober 2011 um 11 Uhr 34 (Permalink)

Ich danke recht herzlich für die netten Worte und das Interview.

Eigenen Senf dazugeben?

Es hilft, sich einen Account anzulegen und sich anständig zu betragen. Dann kannste auch kommentieren.

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