Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Hundeliebe.

Kategorie: Erlebtes ( )

Ich hatte ja letztens schon erwähnt, daß Bruno weniger dumm ist, als ich dachte. Er ist einfach nicht raffiniert, aber ein wenig Grütze hat er durchaus. Und Charme.
Bruno hat die weltlängste Zunge!
Mittlerweile hat er nicht nur heraus, daß ich Ollis Stellvertreter bin als Leitwolf, sondern auch, daß das bedeutet, daß er auch beim Vizewolf zu gehorchen hat. Während ich gelernt habe, wie man Leitwolf ist, sich in den Hund hereindenkt. Bin ich nicht verfügbar, hört er auch auf meine Liebste. Wenn ich da bin nicht mehr. Wenn Olli dann kommt, sind wir beide ziemlich abgemeldet, dann gehorcht er fast nur ihm.

Da er mittlerweile auch uns gehorcht, lassen wir ihn auch abseits befahrener Straßen von der Leine. Hier in der Gegend ist eine kaum befahrene Güterbahnlinie, entlang derer ein Weg zu Wald und ähnlichem führt. Dort hüpft er dann durch die Gegend und kackt ins Gebüsch, entfernt sich aber nie mehr als dreißig, vierzig Meter von uns.
Jedenfalls bei kaninchenfreier Strecke. Und wenn andere Hunde in Sicht sind, benimmt er sich zwar nicht gerade schlecht, aber hören tut er auch nicht mehr. Aber kommt einE RadfahrerIn, dann kann ich ihn rufen, und er kommt (falls kein Kaninchen, wie gesagt). Und setzt sich mir vor die Füße und ist brav. Ließe ich ihn herumlaufen, würde er vertrottelthaftigerweise ins Rad laufen. Aber er gehorcht ja.

Was mich aber so wirklich erstaunt hat: So vertrottelt wie er auch ist, manches, was er mitbekommt ist doch spannender, als ich gedacht hätte.

Ich hole mangels Arbeit meine Liebste vom Bus, wenn sie von der Arbeit kommt. Und Bruno kommt natürlich mit, wenn wir ihn zum Hüten haben. Und er erfaßt die Situation: Wir beide an der Bushaltestelle warten, Frauchen ist nicht da. Er kann offensichtlich auch einen Bus von anderen großen Fahrzeugen unterscheiden, denn nur Busse interessieren ihn dann. Dann guckt er! Und wenn der Bus sich der Parkposition nähert, dann flitzt sein Blick von Tür zu Tür- bis er meine Liebste, lange vor mir und bevor der Bus hält, erspäht und fixiert. Dann weiß ich, wo ich hin muß und spanne die Muskeln an, denn dann will er zu ihr! Er liebt sie abgöttisch. Ich übrigens auch.
Bruno zerrt an meiner Unterhose, während ich auf dem Lokus sitze.
Was ich noch nicht heraus habe, ob er auch erkennen kann, welche Linie der Bus hat, an dieser Stelle hält nur die 6.

Was auf mich dann wieder absonderlich wirkt: Sein Umgang mit menschlichen Bedürfnissen.Daß er uns auf den Lokus folgt hatte ich ja beschrieben. Allerdings kuschelt er sich mittlerweile nicht mehr nur an mich heran, sondern steckt meist sein Stähli seine Schnauze durch die Beinöffnung meiner Plinte. Meist durch die linke. Und seit heute scheint er mir beim Ausziehen helfen zu wollen. Oder er will nur die Unterhose klauen, weil er da seinen Fetisch hat. Würde ich ihm zutrauen. Staunbarer Hund.

Verzapft am 21. Oktober 2011, so um 20 Uhr 57

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Kommentare

Was sagt Ma Rode dazu?

24. Oktober 2011 um 11 Uhr 50 (Permalink)

Ach, alles alte Hüte ... Hund folgt mir aufs Klo, ins Schlafzimmer, auf meinem Sessel, ins Bett, aufs Sofa, aufn Schoß - und ins Büro (erlaubterweise)!

Ma Rode (die seit 10 Jahren ihre Wohnung mit einem Hund teilt)

Eigenen Senf dazugeben?

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