Anachronist
Kategorie: Mischmasch
Ich bin manchmal hoffnungslos altmodisch.
Meine Armbanduhr ist rein mechanisch und will jeden Morgen aufgezogen werden. Sie tickt ganz, ganz leise vor sich hin. Gehalten ist sie im Stil der zwanziger Jahre, schlicht, elegant, gut ablesbar und ohne unnützes Gefuckel wie bei den Zuhälteruhren von Rolex.
Und mit Lederarmband. Vom Arsch eines amerikanischen Reitpferdes.
Ich rasiere mich naß. Nicht etwa mit Klinge, sondern mit einem richtigen Messer. Aufwendig, aber effektiv. Und ich erspare mir die Investition in immer teurere Klingen für immer abstrusere Neuentwicklungen á la Fusion Power Stealth. Oder in abartige, brummende Elektromäher. Ekelhaft.
Ich schreibe nach alte Rechtschreibung und benutze altmodische Stofftaschentücher.
Ich rauche Pfeife. Und wenn Zigaretten, dann am liebsten Juno. Diese Marke wurde vor dem zweiten Weltkrieg beworben mit diesem weisen Spruch: "Aus gutem Grund ist Juno rund!"
Eine Kaffeemaschine oder ähnliches besitze ich nicht. Ich brühe ganz altmodisch mit der Hand auf, und dazu benutze ich einen Handfilter aus Porzellan, nicht aus Plastik.
Na gut, mein Computer ist dafür hochmodern und sehr elektronisch und digital. Bisher ist es mir leider noch nicht gelungen, einen Abakus (Rechenschieber) ans Internet anzuschließen.
Verzapft am 16. Mai 2009, so um 06 Uhr 01
Kommentare 
Was sagt Andreas dazu?
16. Mai 2009 um 10 Uhr 27
Kann Dich voll und ganz verstehen. Es gibt einfach Dinge, die man so sehr mit gutem Lebensgefühl verbindet, dass man sie sich gar nicht durch modernen Firlefanz erleichtern lassen möchte.
Übrigens eine sehr gute Uhrenwahl mit der Tangente. Als Automatik meine absolute Traumuhr!
Irgendwann... ja irgendwann kann ich mir vielleicht mal den Tangomat leisten.
Mechanische Uhren sind ja in Zeiten des "Klimawandels" durchaus auch zeitgemäß und politisch korrekt.
Was sagt chefarzt dazu?
16. Mai 2009 um 20 Uhr 23
Genau, zurück zu den Wurzeln. Weniger ist mehr. Allerdings braucht man beim Bloggen doch ein klein bisschen Techie-Schnickschnack als Sahnehäubchen.
Was sagt menschenfleisch dazu?
17. Mai 2009 um 11 Uhr 03
Eine Kaffeemaschine oder ähnliches besitze ich nicht. Ich brühe ganz altmodisch mit der Hand auf, und dazu benutze ich einen Handfilter aus Porzellan, nicht aus Plastik.
Dito!
Genau so wird das leckere Gesöff, von dem ich jetzt mindestens noch drei Tassen brauche, auch hier hergestellt.
Was sagt Erdbeertal dazu?
19. Mai 2009 um 23 Uhr 39
Solche Männer sind mir sympartisch.
Solche Sachen zeugen von Stil...
Was sagt kunstgriff dazu?
20. Mai 2009 um 06 Uhr 49
Ich habe einen Filofax und werde dafür regelmäßig belächelt, weil man doch auch den Google-Kalender oder den im Handy nutzen könnte. Kürzlich habe ich mir einen neuen Schallplattenspieler (so einen für die runden, meist schwarzen Vinyl-Teile mit Rillen) zugelegt. Und ich ziehe meinen alten Pelikan-Füller mit Tinte aus dem Fässchen auf. Und spitze Bleistifte mit einem kleinen Metall-Anspitzer an. Und vor der Tür steht neben einem modernen Auto mit Rußpartikelfilter und Minimal-CO2-Emission ein 25 Jahre alter Käfer.
Alte Sachen haben ein Gesicht, eine Geschichte und jede Menge Stil.
Was sagt Ulf, der Größte, dazu?
Kommentar vom Scheff hier am 20. Mai 2009 um 09 Uhr 25
Meinen Kolbenfüllhalter und den Vinylspieler habe ich tatsächlich vergessen!
Was sagt olli dazu?
25. Mai 2009 um 12 Uhr 26
ich finde dein fahhrad ist relativ modern
aber das messerrasieren habe ich von dir und das ist viiiiiiel besser als diese ollen 3 klingen technorasierer



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