Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Unruhe in Frieden, Willem!

Kategorie: Kultur

Das Willem Breuker Kollektief war die erste Jazzcombo, die ich mir freiwillig anhörte auf dem Jazzfestival in Münster, 1987 war es, glaube ich, mit fünfzehn. Eigentlich mochte ich Jazz nicht besonders, aber mein Meister (für Ulf-Nicht-Kenner: Gitarrenlehrer) hatte mir gesagt, da müsse ich hin.

Jazz live war etwas ganz anderes. Die Spielfreude zu sehen und die Kommunikation ohne Worte, nur mit Tönen zu erleben und später auch zu verstehen, das war doch elektrisierend. Dazu die Faxen, die diese Combo machte! Da wurden während des Spiels dem Schlagzeuger die Stöcke gegen (Plastik-)Baguettes ausgetauscht und sinnlose Reden in Kauderwelsch gehalten, das Publikum mußte mitmachen- danach war ich alle Jahre wieder dabei. Bis es ins Stadttheater verlegt wurde und seinen Anarcho-Charme verlor.

Freitag ist Willem Breuker gestorben. Lungenkrebs. Zu früh mit fünfundsechzig Jahren. Der Mann, der in mir die Lust auf Jazz weckte.

Verzapft am 25. Juli 2010, so um 22 Uhr 12

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Kommentare

Was sagt rauskucker dazu?

26. Juli 2010 um 19 Uhr 32 (Permalink)

Danke für den Hinweis (hatte ich noch nicht erfahren) und für deine Erläuterungen. Ich mochte deren Musik auch recht gerne, wenn ich sie auf meinem früheren Lieblingssender gehört habe, den es leider nicht mehr gibt, weshalb ich tatsächlich überhaupt kaum noch Jazz höre. Obwohl beim WBK hatte ich eigentlich nie das Gefühl, daß das Jazz sei. Speed-Bigband oder so? Ich kann auch nicht recht glauben, daß das improvisiert ist.

Achso, danke auch für das Video. Als ich das Startbild sah, dachte ich ja erst: klar, Zigarrenraucher, Lungenkrebs...

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