Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Auswüchse der Kreativität.

Kategorie: Erlebtes

Ich neigte schon als Kind dazu, Sachen etwas anders zu machen als von mir erwartet wurde. Manchmal gab das Pluspunkte. In der zweiten Klasse bekamen wir eine Bildergeschichte, die wir in Worte fassen sollten. Das war mir irgendwie zu billig, und ich schrieb mein erstes Gedicht. Natürlich holperte es etwas, aber immerhin.

Später, immer noch in der Grundschule, bekamen wir die Geschichte vom Schlaraffenland vorgelesen im Kunstunterricht, zwecks Darstellung desselben durch uns. Ich entschloß mich zu einer etwas moderneren Sicht. Als erstes bekamen die herumfliegenden gebratenen Hähnchen und so eine Startbahn samt Tower. Und so weiter. Details habe ich leider vergessen.

Später, ich war etwa 12 und an sich im Töpfern recht versiert, setzte ich mich allerdings in die Nesseln, denn die tönerne Karnevalsmaske, die wir alle wieder mal im Kunstunterricht fertigten, hatte bei mir nicht nur eine üble grüne Gesichtsfarbe, auch hing ein Auge heraus, ein Nagel stak in der Stirn und überall war Blut. Nein, einen passenden Film hatte ich damals noch nicht gesehen, das war mir selbst eingefallen. Dieses erbarmungswürdige Werk wurde trotz einiger Sorgfalt meinerseits von der Lehrerin eher untermittelmäßig bewertet. Dies störte mich wenig, ich war zufrieden mit meinem Opus.

Ich hatte schon früh einen Hang zum seltensamen und skurrilen, auch was den Humor betrifft. Ich weiß nicht, warum das so ist. Ich weiß nicht, warum ich so bin.

Jedenfalls bin ich nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.

Verzapft am 08. Juni 2011, so um 17 Uhr 48

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Kommentare

Was sagt Mauerseglerin dazu?

08. Juni 2011 um 21 Uhr 26 (Permalink)

Ist doch nicht wichtig zu wissen warum du so bist wie du bist! sei froh dich vom Einheitsbrei der Masse abzuheben mit deiner eigenen Art. Sei wie du bist und der letzte Satz stimmt 100% du bist nicht auf der Welt um zu sein wie andere dich haben wollen(ich übrigens auch nicht)

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 08. Juni 2011 um 22 Uhr 36 (Permalink)

Naja, manches (Zombie, Splatter, Metal, Klassik) schockt die Leute immer entsetzlich. Daß ich nicht gewalttätig sei sei ein Wunder, durfte ich schon hören.

Abgesehen davon, daß damit bestimmte Menschen das Absägen meinereiner mit begründen. Daß ich seltsam bin.

Was sagt Big Al dazu?

08. Juni 2011 um 23 Uhr 18 (Permalink)

"Zombie, Splatter, Metal, Klassik". Komisch, in dieser gar nicht so seltenen Kombination sind das meiner Erfahrung nach Anzeichen für empfindsame, liebe Menschen mit denen man normalerweise Pferde stehlen kann (sofern man heutzutage noch Pferde findet).
Was "Otto-Normal-Vorurteilshaber" allerdings gerne übersieht.
Das wahre Grauen gebärdet sich nämlich eher stromlinienförmig im Alltag und flippt dann wahlweise hinterm Steuer/in der Familie oder sonstwo aus (genügend Vorschläge bzw. Ergebnisse davon liest man ja oft in der Zeitung in der Abteilung Mord und Totschlag).
"Jedenfalls bin ich nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich haben wollen."
Recht so.

Was sagt Barbara dazu?

09. Juni 2011 um 03 Uhr 02 (Permalink)

Ja, so war ich auch. Ich erinnere mich an versch. Begebenheiten, wo ich aus der Reihe schlug. Z.B. in der Primarschule, Handarbeit. Alle machten die selben Gesichter auf ihre Reissäckchenpuppen. Ich halt mit geschlossenen Augen. Die anderen meinten, dass das so nicht korrekt sei. Die Lehrerin aber lobte mich.
Das andere mal im Zeichenunterricht. Ich hielt mich nicht genau an den Auftrag des Lehrers, obwohl alle mein Bild bewunderten. Das gab dann halt Notenabzug. Und anderes, wo ich nicht war, wie ich hätte sein sollen. Scheiss drauf. Ich hasse bis heute Gruppengejaule, nur um des gehorchens willen oder weils Mode ist oder "cool".

Eigenen Senf dazugeben?

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