Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Früher war alles einfacher. Aber nicht zwangsläufig besser.

Kategorie: Erlebtes

Als ich vor etlichen Jahren als noch auszubildender Krankenpfleger in der Ambulanz der Chirurgen und Unfallchirurgen schaffte, wurde ebenso wie heute die aufzuschneidende Körperregion mit sterilen Kugeltupfern desinfiziert, die mit einer sterilen Kornzange gegriffen und in Desinfektionslösung gestippt wurden. Allerdings waren die sterilen Kugeltupfer in einem Metallbehälter mit Deckel, in welchem sie auch sterilisiert worden waren, jeden Tag erneuert. Eine Kornzange befand sich in einem ebenfalls täglich frisch sterilisierten Edelstahlzylinder. Den ganzen Tag.

Ich dachte nicht darüber nach, ich glaube, das war damals sogar vollkommen normal und üblich. Heute würde niemand mehr wagen, einmal an die Luft gekommene Tupfer oder Instrumente länger zu verwenden als ein Eingriff dauert.

Bei der Hospitation in der Zentralen Sterilgutversorgung hingegen, mehr als anderthalb Jahrzehnte später, schweißte ich sogenannte Abwaschsets ein. Darin war der selbe Kram wie damals: Kugeltupfer (und zwar genau 12 abgezählt, nicht das etwas im Bauch bleibt), Kornzange. Die Tupfer in einem Edelstahltopf und das ganze dann in einer Nierenschale. Für jeden Eingriff frisch auszupackende Tupfer. Nicht aus einem großen Topf, der über den Tag verteilt dauernd geöffnet und langsam leergebraucht wird.

Alles ist viel steriler als früher. Irgendwie beruhigend. Obwohl wir auch damals kaum Komplikationen hatten.

Verzapft am 05. Juli 2011, so um 12 Uhr 57

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