BloggerInnen-Interview, Numero nueve: Nicht düster: Grenz, Stefan.
Kategorie: Vernetzt
Düstere Grenze
1.: Wie bist Du zum Bloggen gekommen?
Über Google. Und seinem Reader. Mir war es zu blöd, ständig irgendwelche Seiten aufzurufen und meldete mich bei Google an und nutzte von da an den Reader. Dort fügte ich dann verschiedene Seiten hinzu und bekam irgendwann auch Vorschläge zu anderen Seiten, natürlich auch Blogs. Die landeten dann bei mir im Abo, einige flogen auch wieder raus. Und irgendwann dachte ich mir: Das will ich auch. Durch das Bloggen habe ich erst meine extrovertierte Ader entdeckt, von der ich nie dachte, dass sie wirklich existiert (ist auch sehr klein).
2.: Was war Deine ursprüngliche Motivation dazu, und was hat sich daran geändert, seit Du bloggst?
Kurz nach Entdeckung von Blogs im Allgemeinen zog ich mit meiner jetzigen Frau und einer Freundin zusammen in eine WG. Ein Mann mit zwei Frauen unter einem Dach ist Garant für einige Geschichten und darüber fing ich in unserem damaligen Blog WG-Grenzstraße an zu erzählen. Eigentlich war es geplant, dass auch die Mädels mal einen Beitrag schreiben, aber man glaubt ja nicht, wie die Extrovertiertheit von Frauen umschlagen kann, wenn sie das in Wörter und Sätze fassen sollen...
Nach der Auflösung der WG und der Eröffnung unserer Partnergemeinschaft wird immer noch viel von unserem privaten Leben berichtet, aber auch Dinge, die uns im täglichen Leben beschäftigen. Das hat sich von der anfänglichen Motivation auch nicht geändert. Steffis Familie ist nicht vor Ort und soll wenigstens lesenderweise an unserem Leben teilhaben können. Genauso wie andere Familienmitglieder, mit denen man nicht in Kontakt steht.
Außerdem gefiel mir der Gedanke, ein Tagebuch zu haben, über das man sich an Situationen zurückerinnern kann.
3.: Was willst Du mit Deinem Blog erreichen oder bewirken für Dich und andere?
Wenn ich das mal wüsste...
Nein, wie gesagt war es mir wichtig, dass unsere Familienmitglieder auf dem Laufenden über uns sind. Sofern sie es wollen.
Dann auch als Erinnerungs- und Gedächtniserfrischungsmöglichkeit an zurückliegende Aktivitäten, was ich immer mal wieder mache.
Aber auch um klar zu einigen Sachen Stellung zu beziehen. Das mein Wirkungskreis begrenzt ist stört mich dabei nicht. Es hat sich aber bei der einen oder anderen Familienbegegnung eine nette Diskussion ergeben, weil ich dann doch mal geschrieben habe, was man in Zeitungen so nicht liest.
4.: Was ist Dir zu bloggen wichtiger: Meinung oder Sachinformation? Warum?
Am liebsten Sachinformation. Meistens ist es aber doch nur meine Meinung. Ich bin halt nicht der Alphablogger, der seine Themen ordentlich recherchiert, sondern ein Sesselpupser, der nach der Arbeit einige Artikel durchforstet und sich seine Meinung über das gelesene Thema bildet. Und diese tue ich dann auch mal kund.
Ergibt sich dann in meinen Beiträgen eine Diskussion, verteidige ich meine Meinung nicht voreingenommen, sondern versuche auch die Position des anderen zu verstehen. Wovon ich auch wieder lerne und mich weiterentwickle.
Jedenfalls ist das der Plan.
5.: Welchen Artikel hältst Du persönlich für Deinen besten? Warum?
Einen richtigen Lieblingsartikel habe ich so nicht. Mir gefallen die Beiträge meiner Frau immer ganz gut.
Meine eigenen finde ich meist nicht so gut geschrieben, wie ich sie mir anfangs vorgestellt habe. Da sollte ich mal strukturierter vorgehen.
Aber das ich jetzt DEN Lieblingsartikel habe, kann ich nicht behaupten. Was auch daran liegt, dass jeder Beitrag aus einer bestimmten Situation heraus entsteht. Von daher habe ich viele Lieblinge, aber eben nicht diesen einen.
Ich persönlich (Ulf) würde momentan für "Empört Euch über die Richtigen" vom 16. Juli 2011 stimmen.
6.: Thema Blogroll: Nach welchen Kriterien wählst Du die Blogs aus, die Du liest? Sind diese alle in der Blogroll aufgeführt oder nur ein Teil? Warum?
Vorrangig nach Gefühl. Berührt mich ein Blog? Ist es witzig? Authentisch? Interessiert mich das Thema überhaupt? Gewährt es ein Blick hinter die Kulissen?
Im Idealfall sind alle Voraussetzungen erfüllt, was aber nur ganz wenige Blogs schaffen. Wie der Bestatter zum Beispiel. Oder, ja ehrlich, Dein Blog!
Die meisten Blogs sind auch in meiner Blogroll aufgeführt. Da ich aber ständig neue Blogs lese und immer über einen gewissen Zeitraum mein Leseverhalten beobachte, dauert es auch, bis ein Blog in meiner Blogroll aufgenommen wird, weil einige über den Zeitraum nicht so fesseln, wie es die Beiträge am Anfang vielleicht taten. Ist halt auch so nach Gefühl.
7.: Wie versuchst Du, neue Leser und Abonnenten zu gewinnen?
Ganz ehrlich? Ich versuche es gar nicht.
Mir ist klar, dass uns mehr Leute besuchen, wenn man auf anderen Blogs aktiv ist. Manchmal bleibt ein Interessierter hängen und abonniert unser Blog. Aber deswegen streife ich nicht in den Kommentaren anderer Blogs rum. Wenn mich ein Thema zum kommentieren einlädt, dann tue ich das in der Regel. Aber eben des Themas wegen und nicht, weil ich dann davon profitiere.
Das heißt nicht, dass mir die Besucher egal sind. Ich freue mich, wenn Besucher Kommentare hinterlassen und dem Blog so erst Leben einhauchen. Aber ich versuche eben nicht auf Teufel komm raus, Besucher in unser Blog zu locken.
8.: Wie siehst Du die Entwicklung Deines Blogs bis zum Jahresende? Hast Du konkrete Ziele? Was wird sich ändern? Was willst Du verbessern?
Unser Blog wird privat bleiben. Ändern wird sich da nicht viel. Einige Ziele habe ich schon, konkretes ist da jedoch nicht geplant. Verbessern könnte man sicher was, aber da bin ich sicher zu betriebsblind. Vielleicht habt Ihr einen Tipp, was wir verbessern könnten?
Inhaltsverzeichnis Interviews
Verzapft am 10. August 2011, so um 07 Uhr 00
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