Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

BloggerInnen-Interview, Numero 24: SchreckgeSPENSTer.

Kategorie: Vernetzt

Irgendwie über Twitter bin ich drauf gestoßen: Schreckgespenster, das kulturhaltige Blog von Tanja.
Sreenshot.
1.: Wie bist Du zum Bloggen gekommen?
Das ist eine gute Frage. Ich hatte anfänglich nicht gedacht, dass sich das Internet so extrem durchsetzen würde, deswegen habe ich es lange Zeit ignoriert oder nicht für notwendig erachtet. Mich dann auch noch mit einem Modem einwählen zu müssen, war mir zu dumm. Wenn ich daran denke, wie lang es gedauert hat bis sich mal eine Seite aufgebaut hat. Das war schon grausam und teuer dazu. Nicht so wie heute, wo du die Flats hinterher geschmissen bekommst. Später bin ich dann hin und wieder ins Internet-Café gegangen.

Die Geburtsstunde meines ersten Blog kann man Google verdanken. Ich wollte einfach wissen, wie das so funktioniert. Also habe ich mir einen Blog über Blogger eingerichtet. Ich fand das ganze ziemlich lustig. Doch lediglich bei Google zu schreiben, war mir auf die Dauer zu langweilig. Also habe ich erstmal wieder aufgehört und habe den Blog abgeschafft.

Irgendwann hat mich das Fieber gepackt. Also haben sich nach und nach ein paar Themenblogs in meinem Repertoire angesammelt. Besonders stolz bin ich auf das Bücherportal meiner Tochter www.meine-buecherwelt.de | Kinder rezensieren Kinderbücher und auf meinen Musik-Blog www.albumcheck.de, auf dem ich allerdings nicht alleine schreibe.
2.: Was war Deine ursprüngliche Motivation dazu, und was hat sich daran geändert, seit Du bloggst?

Wie schon gesagt, meine Motivation war Neugierde. Nach der ersten Befriedigung kam schnell die Lustlosigkeit. Heute macht es mir wieder Spaß. Das Bloggen hat mir mitunter den Weg in meine Selbstständigkeit geebnet. Allerdings habe ich ja nicht nur das Bloggen, sondern verdiene auch noch mit anderen Dingen mein Geld. wink Heute kann ich mir ein Leben ohne Internet und meine Internet-Arbeit nicht mehr vorstellen. Ich bin quasi zum Junkie geworden. So ändern sich halt die Zeiten.
3.: Was willst Du mit Deinem Blog erreichen oder bewirken für Dich und andere?
Puh, das ist total unterschiedlich und kommt auf den Blog an. Da muss ich wohl etwas ausholen. Mein persönlicher Blog, also die Schreckgespenster.de, dient eigentlich dazu dementsprechende Textbeispiele für (zukünftige) Kunden zu präsentieren. Werde diesen Blog allerdings demnächst als Unternehmensseite mit anhängigen Blog umbauen. Mein Musikblog dient eher der Information über Musik. Ihn kann man eher als Hobby bezeichnen. Das Gute daran: Ich kann mich in journalistischen Dingen etwas weiterbilden und lerne viele nette Leute kennen.

Der Kinderbuchblog ist das Werk meiner Tochter. Sie liest, schreibt und kritisiert gern. Sie muss wohl meine Gene haben. Um Werbung für den Kinderbuchblog zu machen, fahren wir seit letztem Jahr zur Frankfurter Buchmesse. Du kannst Dir vorstellen, dass es immer ein anstrengender Tag ist. Dennoch ist die Resonanz überwältigend. Mittlerweile ist der Kinderbuchblog in der Kindersuchmaschine FragFinn aufgenommen worden. Ich muss dazu sagen, dass der Blog komplett Werbefrei ist und für Kinder gestaltet wurde. Wer kann Kinderbücher besser kritisieren als die Kinder selbst.

Da ich ja Musik rezensiere, kam sie auf die Idee das gleiche mit Büchern zu machen. Tja, und da sind wir nun.

Mir macht es Spaß, Informationen zu sammeln und darüber beurteilend darüber zu berichten.
4.: Was ist Dir zu bloggen wichtiger: Meinung oder Sachinformation? Warum?
Auch hier ist es von Blog zu Blog komplett unterschiedlich. Da ich auch einige Finanzwebblogs betreue sind dort natürlich die Sachinformationen das
Wichtigste. Allerdings wird ein Sachblog für den Leser sehr schnell uninteressant. Daher versuche ich immer eine gute Mischung zu finden. Gerade bei Finanzblogs kann man schön mit der Wortwahl spielen. Bei meinem eigenen Blog versuche ich einige Dinge schon kritisch zu betrachten. Und ansonsten:
Ich schreibe Musik- und Buchkritiken, da muss man seine Meinung sagen dürfen.

Beleidigungen oder Verleugnungen sind jedoch bei mir Tabu. Allerdings muss ich gestehen, dass ich schon einmal die Anweisung erhielt, einen Artikel
offline zu stellen, da die Firma für die ich arbeite eine Abmahnung bezüglich des Artikels erhielt. Das habe ich dann auch gemacht. Ich konnte nach und nach beobachten, dass sämtliche negative Artikel über dieses Thema bei Google verschwanden. Also habe ich mich weiter damit beschäftigt und recherchiert. Ich hatte wohl in ein Wespennest gestochen. Später habe ich den Artikel wieder online gesetzt. Alles was ich geschrieben hatte entsprach der Wahrheit, was ich auch belegen konnte. Sollen die Abmahner doch kommen.
5.: Welchen Artikel hältst Du persönlich für Deinen besten? Warum?
Du hast vielleicht Fragen auf Lager. Ich schreibe täglich so viele Artikel, dass man leicht den Überblick verlieren kann. Viele Musikkritiken von mir sind gut geschrieben, weil ich die CDs einfach geil fand. Außerdem habe ich ein super-geiles Interview mit der Sängerin Jini von Luxuslärm führen
können. Dementsprechend geil war der Artikel bzw. ich musste eine ganze Artikelreihe draus machen.

Dann habe ich mich in einem Artikel über die Preise aufgeregt, die Auftraggeber bereit sind an Texter zu bezahlen. Das ist manchmal echt ein Witz. Wortpreise von unter EINEM Cent sind keine Seltenheit.

Mein Artikel über die Gewerbeauskunftszentrale war nicht schlecht. Er hat mir bislang sehr viele Besucher eingebracht und gehört somit zu den meist besuchten Einträgen auf meinem persönlichen Blog.

Mit einer der besten Artikel ist mein Kinder-Kinder-Artikel. Ursprünglich habe ich den Artikel für eine Kindergartenzeitung geschrieben.

Naja, nicht zu vergessen ist mein erster (realer) Zeitungsartikel. Darüber habe ich mich am meisten gefreut und war super stolz. Ich habe ihn noch
eingerahmt in meinem Büro hängen.
6.: Thema Blogroll: Nach welchen Kriterien wählst Du die Blogs aus, die Du liest? Sind diese alle in der Blogroll aufgeführt oder nur ein Teil?
Für meine tägliche Arbeit muss ich einige Online-Nachrichtenportale lesen, die bei mir ständig geöffnet sind. Die sind hauptsächlich in englischer Sprache. Selbstverständlich gibt es auch Blogs, die ich täglich lese. Dazu gehört auch Dein Blog, ohne Dir jetzt Honig ums Mündchen schmieren zu wollen. Meine Blogroll veröffentliche ich meist nicht auf der Startseite, weil es zumeist nicht zum einzelnen Thema des Blogs passt. Sie läuft also im
Hintergrund. Meine Blogroll ist breit gefächert und reicht vom alltäglichen Privatkram wink , über Politik, Wirtschaft und sonstigen Nonsens.
7.: (Wie) versuchst Du, neue Leser und Abonnenten zu gewinnen?


Komischer Weise kommen viele Leser über soziale Netzwerke, wie Twitter oder Stumpleupon. Aber ich bin dort auch ziemlich aktiv. Ich bin nicht so der Facebook-Freak, weil mir das persönlich zu „Datenkrakig“ ist. Andere Leser kommen über Suchmaschinen oder durch Verlinkungen anderer Portale. Natürlich habe ich auch viele Stammleser. Ich bin nicht so versessen darauf, dass ich den ersten Platz bei Google einnehme. Irgendwann stößt man schon auf einen Artikel von mir. wink Manchmal bin ich ziemlich überrascht, woher die Besucher kommen. Also versuche ich noch mal eine Schüppe oben drauf zu legen.
8.: Wie siehst Du die Entwicklung Deines Blogs bis zum Jahresende? Hast Du konkrete Ziele? Was wird sich ändern? Was willst Du verbessern?
Mit dem Kinderbuchblog bin ich von meiner Tochter abhängig, da sie jetzt viele neue Bücher lesen und dann kritisieren muss. Da haben wir alle Hände
voll zu tun. Der Musikblog feiert im Dezember sein 1-jähriges Bestehen, hier ist noch ein großes Gewinnspiel geplant. Die Leser sollen den Albumcheck des Jahres 2011 wählen. Sämtliche Künstler, welche die Bestnote (10 Sterne) für ihre Alben erhalten haben, sind automatisch nominiert. Mehr sei noch nicht verraten. Bis zum 1000. Artikel auf dem Musikblog werden wir es wohl in diesem Jahr nicht mehr schaffen, aber ich denke bis auf 850 Artikel können wir noch kommen. Wir haben derzeitig zirka 700 Artikel auf dem Blog online. Naja, und meinen persönlichen Blog plane ich noch als Unternehmensseite umzustellen. Für Blogbeiträge wird dennoch Platz sein.

Dann muss ich mich noch um meine neue Internetseite Interviewcheck.de kümmern. Ich hoffe, ich kann einen Auszug von diesem Interview darauf veröffentlichen!?

Wie man sieht, ich habe alle Hände voll zu tun. Was sich in diesem Jahr geändert hat, dass ich erstmals seit Jahren auf zwei meiner Blogs Werbung habe. Auf dem Musikblog habe ich das allerdings gemacht, um einen Mehrwert für den Leser zu schaffen. Wenn jemand die Musik gut findet, über die ich schreibe, kann er direkt die Musik über das jeweilige Portal beziehen, bei dem der Leser angemeldet ist. (zum Beispiel: iTunes oder Amazon) Wenn ich dabei ein paar Euro verdienen kann, ist das doch gut.
Für das nächste Jahr weiß ich noch nicht so genau. Da müssten wir uns im Januar unterhalten.

Inhaltsverzeichnis Interviews

Verzapft am 23. November 2011, so um 07 Uhr 00

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