25 February
Arme Würstchen
Bei uns hieß das Anfang der Achtziger Polytechnik. Das bedeutete mal Holzwerkstatt, mal Haushalt oder so. Da lernten wir so Dinge wie Knöpfe annähen. Oder auch nicht. Ich eher letzteres.
Die "Stinkbombe", unsere nicht eben dezent parfümierte Lehrerin für den Haushaltsteil, diktierte uns zu Beginn einen abartigen Text, von dem ich nur den Anfang behalten habe:
"Wenn Mutti verreist oder krank ist- auch dann wollen wir uns selbst helfen" und ähnliches blabla.
Nun hatten wir in der Schule auch eine Küche für den Unterricht im Kochen. Das bedeutete, wir lernten ungenießbaren Tütenfraß zu erwärmen. Was übrig blieb (nachher wurde immer gemeinsam "gegessen"
), kam in einen Plastikbeutel und wurde mit nach Hause genommen. Und dort wohl in der Regel entsorgt.
Eines Tages gab es Tütenkartoffelbrei mit Würstchen. Das brachte keiner runter. Entsprechend groß fielen die Beutel aus.
Ich stopfte meinen Beutel vorne in das Täschchen meines Scouttornisters, das ich üblicherweise für mein leeres Butterbrottütchen verwendete. Und vergaß es. Ich wunderte mich zwar, warum mein Ranzen so ranzig roch, dachte mir aber weiter nichts dabei. Bis ich eines Tages das Butterbrotpapierfach leeren wollte, in dem sich ein Plastikbeutel mit einem obskuren graugrünen Matsch fand. Es dauerte, bis es mir dämmerte.
Wie ich diese Biowaffe an meiner Mutter vorbei in den Müll geschmuggelt bekam, weiß ich nicht mehr. Aber eins weiß ich: Bei mir gibts kein Tütenpürree!
tags: tütenfutter, polytechnik, kochen, schule, gammel,
Die "Stinkbombe", unsere nicht eben dezent parfümierte Lehrerin für den Haushaltsteil, diktierte uns zu Beginn einen abartigen Text, von dem ich nur den Anfang behalten habe:
"Wenn Mutti verreist oder krank ist- auch dann wollen wir uns selbst helfen" und ähnliches blabla.
Nun hatten wir in der Schule auch eine Küche für den Unterricht im Kochen. Das bedeutete, wir lernten ungenießbaren Tütenfraß zu erwärmen. Was übrig blieb (nachher wurde immer gemeinsam "gegessen"
Eines Tages gab es Tütenkartoffelbrei mit Würstchen. Das brachte keiner runter. Entsprechend groß fielen die Beutel aus.
Ich stopfte meinen Beutel vorne in das Täschchen meines Scouttornisters, das ich üblicherweise für mein leeres Butterbrottütchen verwendete. Und vergaß es. Ich wunderte mich zwar, warum mein Ranzen so ranzig roch, dachte mir aber weiter nichts dabei. Bis ich eines Tages das Butterbrotpapierfach leeren wollte, in dem sich ein Plastikbeutel mit einem obskuren graugrünen Matsch fand. Es dauerte, bis es mir dämmerte.
Wie ich diese Biowaffe an meiner Mutter vorbei in den Müll geschmuggelt bekam, weiß ich nicht mehr. Aber eins weiß ich: Bei mir gibts kein Tütenpürree!
tags: tütenfutter, polytechnik, kochen, schule, gammel,
Kommentare
Zinnober meint:
Bäh - ist das ekelhaft! Au weia!
25.02.2008 19:47:10
Ulf meint:
Das war vorher schon ekelhaft. Nur Farbe und Konsistenz haben sich noch verändert.
25.02.2008 19:54:29
Ly meint:
wat war denn dat für ein Kochunterricht ? ich hatte 1 Jahr lang jede Woche 2 x 5 Stunden, wir haben auch alles selbst gegessen, übrig blieb so gut wie niewas, weil es gab nix aus Tüten, allet handgemacht.
Aber dein Pürree stelle ich mich besser *brems* nicht vor, mir wird anders
Aber dein Pürree stelle ich mich besser *brems* nicht vor, mir wird anders
25.02.2008 21:16:20
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