Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Ich dreh' am Rad!

Kategorie: Held der Arbeit

Aua. Meine Füße. Sieben Stunden zu stehen bin ich noch nicht recht gewohnt. Sonst habe ich sitzend oder gehend gearbeitet. Der Druck von zwei Zentnern auf meine Laufwarzen ist schon ergeblich.

Ich hatte heute meinen ersten (Probe-)Arbeitstag bei einem größeren Fahrradhersteller in einem Kaff bei Münster. S., der freundlich-fröhliche Vorarbeiter (vermute ich mal) nahm mich erstmal in Empfang. „Worauf hast Du denn Lust?“ - „Keine Ahnung, ich bin flexibel. Außer Aufkleber auf den Rahmen pappen, die würden wegen meines Zitterns herumflattern und das Ergebnis wäre in jedem Fall Murks.“

Misslungene Zeichnung der Reifenaufziehmaschine.So landete ich bei den Laufrädern, um die Bereifung aufziehen. Naben, Felgen und Speichen sind schon präpariert. Habe ich alles schon einmal gemacht- ich habe früher, als ich ständig und bei jedem Wetter mit dem Fahrrad unterwegs war, einiges selbst repariert. Nur hatte ich nicht so eine tolle Apparatur, die das Aufziehen erleichtert. Eine einfache Konstruktion, doch auch damit muss man erstmal umgehen können. Und so erfuhr ich, was ich früher hätte besser machen können. Zum Beispiel das Ventil nicht festschrauben, ehe wirklich alles sitzt- sonst bekommt man den Mantel auf der Höhe des Ventils niemals richtig an die Felge dran.

Bald bekam ich Routine- Vorderräder erfordern wenig Aufwand, doch ganze Fahrräder erfordern dafür Hinterräder. Das Schlauchen und Ummanteln ändert sich nicht- aber hinten sitzt die Gangschaltung! Doch ein Ritzelpaket zu montieren hatte ich mir komplizierter vorgestellt. Tatsächlich aber ist das killefit.

Lustiger fand ich die Nabenschaltungen. Nix Torpedo Dreigang wie damals, als ich Kind war. Da kam einfach eine kleine Kette aus der Nabe raus. Aber die Nexus mit ganz vielen (acht glaube ich) Gängen verlangt einen kleinen Stapel Bauteile draufzupacken. In der richtigen Reihenfolge natürlich, und dann müssen die roten Punkte zueinander passen und die gelben Punkte auch. Das war dann -auch wegen der vielen Informationen insgesamt- ein wenig zu viel. Aber ich legte mir eine Art Muster zurecht mit den Bauteilen in Reihenfolge. Gute Idee.

Nur meine Arbeitszeiten weiß ich noch nicht so richtig. Die Chefin war nicht da. Erfahre ich sie eben morgen. Heute wurde ich einfach nach Hause geschickt, als S. beschloss, ich müsse nun Feierabend machen. Ich hätte noch weitermachen können- wären da nicht meine Füße gewesen, die langes Stehen noch nicht so gerne haben und sich nun anfühlen, als hätte ich ihnen einen Halbmarathon angetan.

Ich glaube, mir gefällt es dort sehr gut. Sämtliche MitarbeiterInnen haben mich freundlich aufgenommen. Nur nehme ich morgen wohl besser nicht nur drei Liter Wasser mit.

Verzapft am 20. Januar 2014, so um 18 Uhr 37

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Kommentare

Was sagt dawnwitch dazu?

20. Januar 2014 um 23 Uhr 18 (Permalink)

ich freu mich für dich! hoffentlich hast du weiter so viel spass bei der arbeit oder zumindest beim überwiegenden teil smile

Was sagt Chrissi Flauschkrähe dazu?

21. Januar 2014 um 17 Uhr 24 (Permalink)

Abgesehen von deinen armen Füßen hört sich das wirklich gut an. Ich drücke weiterhin fleißig die Daumen, dass es dabei bleibt, deine Füße Training bekommen und du dich dort gut einlebst. Und natürlich alles ohne die böse Überaschung am Ende, versteht sich! biggrin

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