Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Fortschritt durch Nichtstun.

Kategorie: Hausmusik

Mehrere Gitarren zu haben hat einige Vorteile. Ich besitze im Prinzip fünf Gitarren, davon eine Western und eine Elektrische, diese beiden sind derzeit nicht in Betrieb.

Der Hals meiner alten 1966er Reinersmann hat ein sehr flaches C-Profil, was recht komfortabel ist.

Meine Konzertgitarrensammlung (Reinersmann, Imai, Aria Sinsonido)Meine Imai hat ein vergleichsweise stabiles D-Profil (und ist bestens zu bespielen!).

Die Aria Sinsonido ist am leichtesten zu bearbeiten, der Hals ist noch flacher als bei der Reinersmann, der Abstand zum Körper ist geringer und so weiter.

Noch bevor ich letztere hatte, bemerkte ich, dass die Gitarren phasenweise zu nutzen offenbar nützlich war. Ich hatte immer auf der Imai gespielt, an die Nordsee aber die Reinersmann mitgenommen. Aus Gründen. Daheim, beim Wechsel auf die Imai, ging auf einmal vieles besser (wie es auch zunächst beim Wechsel auf die Reinersmann lief, was ich zunächst jedoch auf den Hals geschoben hatte).

Nun wechsele ich alle ein bis zwei Wochen zwischen den beiden „richtigen“ Gitarren hin und her. Die Sinsonido ist davon nicht betroffen, die ist täglich in Gebrauch.
Wenn ich vorm Aufbruch zur Arbeit*1 von 5:45h bis ungefähr 6:10h oder 6:15h spiele, über Kopfhörer, unhörbar für die Nachbarschaft, während ich meinen Kaffee trinke.
Wenn ich in meiner Mittagspause noch ein halbes Stündchen übe.
Wenn ich nachts übe, wenn ich nicht schlafen kann.

Wegen der extrem leichten Bespielbarkeit fange ich außerdem neue Stücke auf ihr an, um zunächst die Bewegungsabläufe einzubimsen. Danach kommen Technik, „Kraftarbeit“ und vergleichbares auf den „richtigen“ Gitarren. Was dann relativ einfach geht. Rauftrainieren sozusagen.

Manchmal hingegen bleibe ich in einem Stück irgendwie stecken. Dann lege ich es eine Zeitlang beiseite.

Bei Tarregas Capricho Arabe und beim Präludium Nr. 2 von Heitor Villa-Lobos bekam ich fürchterliche Schmerzen im linken Daumen, welcher den Gegendruck für die greifenden Finger erzeugt. Außerdem kam ich mit den Stücken auch so nicht recht weiter, das Präludium 2 zum Beispiel war alles, nur nicht gleichmäßig zu spielen.

Beides auf Eis gelegt. Nach zwei Wochen das Capricho wieder aufgenommen und- keine Beschwerden im Daumen mehr und auch technisch ein Sprung nach vorn.

Vor einigen Tagen habe ich dann Präludium 2 neu gestartet. Es hatte länger gelegen, ich musste es neu durcharbeiten. Trotzdem: Auf einmal rollten die Sechzehntel im Mittelteil wesentlich gleichmäßiger.

Jeweils direkt nach der Pause. Verbessert, ohne vorher zu üben.

Wohl von irgendwelchen Blockaden befreit.

Ich denke, ich mache das jetzt öfter mal: Liegenlassen für ein bis zwei Wochen oder so, wenns nicht recht weitergeht. Oder auch einfach so. Weil ich es kann.

Verzapft am 05. November 2017, so um 11 Uhr 47

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