Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Irgendwas mit Asturias.

Kategorie: Hausmusik , Meine unqualifizierte Meinung

Ja, Asturias von Isaac Albeníz ist ein tolles Stück. Und nein, ich spiele es längst nicht so perfekt, wie ich es gerne möchte.

Ulf trinkt Tee mit Gitarre auf dem Schoß.Doch für Gitarristen scheint es mir oft geradezu mythisch überhöht, als sei es der endgültige Ritterschlag, mit dem man nun wirklich dazugehört.

Ich erinnere mich an ein Konzert von Manuel Barrueco vor vielen, vielen Jahren in der Dominikanerkirche, vor welchem bei der allgemeinen Sitzergreifung ein Mädchen mit Kennerblick zu seiner Mutter sprach, dass sie sich vor allem dafür interessiere, wie er „die Asturias“ spielen werden tun täten würde.

Die Asturias.

Und vor allem dieses eine einzige Stück.
Die Suite Espanola, welche übrigens ursprünglich für diese große Kiste mit der Tastatur dran, die man auch Klavier nennt, geschrieben wurde, umfasst durchaus ein paar Stücke mehr. Und zwar ebenfalls sehr schöne, von welchen Asturias sicherlich das markanteste und damit bekannteste ist.

Leicht ist Asturias gewiss nicht, wobei der Teufel vor allem im Detail steckt. Da sind ein paar Takte, au weh.

Aber das schwerste Stück der Welt ist es auch nicht. Ich würde es auch nicht als Referenz nehmen für die Dazugehörigkeit zum erlauchten Kreise klassischer Gitarristen.

Derzeit würge ich an Granada aus besagter Suite. Ein Werk, welches eigentlich weniger wild klingt als das „Referenzstück“. Das heißt, momentan mache ich damit ein paar Tage Pause, denn das Stück lässt das Mittelgelenk meines linken Mittelfingers, welches dabei sehr beansprucht wird, schmerzen. Wird langsam besser, aber.

Granada finde ich um einiges fieser. Komplizierter zu greifen. Anstrengender. Und Schmerzen hatte ich bei Asturias nie!

Ach, Ritterschläge. Auch scheinbar einfache Sachen können unglaublich schwer fallen. Sag nie, etwas sei leicht! Denn dann gibst Du Dir nicht mehr genug Mühe, es schön klingen zu lassen*1. Und jede Herusforderung ist anders.

Parallel zu Granada schaffe ich mir gerade noch Koyunbaba von Carlo Domeniconi drauf. Ich stecke noch im ersten Satz. Und bisher war das ganze nicht unbedingt körperlich eine Herausforderung. Sondern sonst.

Dass die Gitarre wirklich komplett umgestimmt wird (fünf von sechs Saiten! Zum Glück habe ich noch meine Zweitgitarre, dauernd hin und herzustimmen würde auch meine Geduld etwas strapazieren) ist dabei nicht einmal das Problem. Das Stück hat eher andere Tücken, die ich bewältigen muss. Rhytmisch und strukturell. Zum Beispiel kein festes Taktmaß. Nicht schwer, will aber nicht so eilig in meinen Kopf.

Schwer ist nicht gleich schwer. Und ich glaube nicht an Referenzstücke für Hobbygitarristen. Ich glaube nur, dass Asturias ein schönes Stück ist. Und nicht das einzige.

Verzapft am 09. April 2018, so um 19 Uhr 57

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