Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Tee.

Kategorie: Mischmasch

An Tagen, an denen ich nicht arbeite, trinke ich vormittags eine ziemliche Kanne Tee. Kaffee nehme ich vor allem als Frühstück an Arbeitstagen. Das ists auch von der Zubereitung praktischer, denn wir haben eine Kaffeemaschine mit Zeitzünder.

Teekanne (frontal)Eigentlich war ich immer mehr Teetrinker. Ich fiel im Teeladen einst dadurch auf, dass ich immer ziemlich große Mengen grünen Tees erwarb, welcher damals® noch nicht so populär oder bekannt war wie später. Als guter Kunde mit gutem Geschmack bekam ich dort Rabatte und größere Proben auch von echter Luxusware.

Wenn ich von der Schule heimgekommen war und zu Mittag gespeist hatte, ging ich in mein Kämmerlein (ich hatte damals das Dachgeschoss für mich, mit zwei winzigen Zimmern und eigenem Bad) und kochte mit meinem Wasserkocher Wasser für meinen Tee. Und spielte Gitarre. Hausaufgaben kamen später dran.

Später dann, als ich als Zivi, Auszubildender und später Krankenpfleger Schichtdienst hatte, machte ich das vorm Spät- beziehungsweise nach dem Frühdienst. Und spielte Gitarre, wie immer.

Mit Tee bekleckerte Noten.Mein Leben spielte sich viele Jahre auf dem Boden ab, wo mir eine ausrangierte Matratze das Sofa ersetzte. Mein halb kniehoher und etwas wackeliger Teetisch, den ich noch in Gießen im Werkunterricht eigentlich für Zimmerpflanzen gebastelt hatte*1, stand vor mir. Und zwischen mir und dem Ding, welches ich vor einigen Jahren zum Umzug dann endlich mal entsorgt hatte, lagen die Noten. Entsprechend sahen diese alsbald aus.*2

Manchmal wanderten zwei oder gar drei Liter aus der Kanne, die eine Freundin meiner Eltern mir 1986 zur Konfirmation geschenkt hatte, in meinen Körper. Diese Kanne fiel leider meiner Ex zu Bruch, als sie wegen der Trennung vor etwa elf Jahren auszuräumen begann. Ich war da noch stationär. Sie war erstaunt, dass ich nicht böse war.

Aber es war nur die Kanne.
Mein porzellanener Teebecher, den ich immer genommen hatte für meinen Tee, lebte auch nicht ewig.

Auch nur Geschirr. Ersetzbar.

Das Teetrinken vernachlässigte ich später, warum auch immer. Denn eigentlich war es ein nützliches Ritual, und sobald ich in den Becher blickte, entspannte ich.

Nun ist es wieder Bestandteil meines Lebens, das Teetrinken. Wenn ich arbeite oder so trinke ich allerdings weiterhin Kaffee. Nachmittags nehme ich nichts mehr zu mir, was Koffein enthält. Wegen der Schlafstörungen. Wenn ich hingegen den Vormittag zur Verfügung habe, dann trinke ich Tee.

Aus Gründen.

Verzapft am 19. Juli 2018, so um 09 Uhr 13

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