Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Grenzenloser Aberglaube.

Kategorie: Erlebtes

Im Fahrwasser der bekannteren und seriösen Ärzte ohne Grenzen lassen sich mit ähnlichem Namen gefährliche SpinnerInnen mitziehen: Die Homöopathen ohne Grenzen, die gewiß von der Namensähnlichkeit bewußt profitieren. Wobei bei den Eso-Spacken überwiegend HeilpraktikerInnen am Start sind und damit nicht wirklich ausgebildete Mediziner (jedenfalls ist eine Ausbildung nicht vorgeschrieben), sondern ambitionierte Laienheiler, die mit wissenschaftlich widerlegten Methoden die Ärmsten der Armen quasi gesundbeten (besser ist das jedenfalls nicht!), während diese wohl eher auf gut ausgebildete und studierte, kompetente ÄrztInnen hoffen und daher den größten Bockmist glauben.

Die HeilerInnen behaupten sogar, mit den nachweislich wirkungslosen Kügelchen Malaria geheilt zu haben, wie die Tagesschau in ihrem völlig unkritischen Beitrag berichtet. Und für solch einen Mist zahle ich Gebühren! Der einzig korrekte Satz (wenn man ihn aus dem Zusammenhang reißt) in diesem Artikel ist "Homöopathie ist Wahnsinn" (Kristina Lotz).

Diese Etikettenschwindler (siehe Anfang) "bilden" auch noch aus und bomben damit auch noch den letzten Rest wissenschaftlich fundierter Medizin in Afrika kaputt. Statt daß saubere Brunnen gebaut und hygienische Verhältnisse geschaffen werden werden die Menschen dort so behandelt, daß sie eigentlich genauso gut wieder den guten alten Medizinmann ranlassen könnten.

Würden die, wenn man sie denn ließe, auch EHEC und Ebola bemilchzuckern? Oder ihren eigenen Angehörigen die wirksame Behandlung vorenthalten?

"Was in Deutschland funktioniere, könne in Afrika nicht schlecht sein."
Genau! Funktionieren tut Medizin. Nicht aber Zauberkugeln und -wässerchen. Wenn Wasser ein Gedächnis hätte, dann wäre es ja ohnehin voller Scheiße D40.

Verzapft am 30. Mai 2011, so um 16 Uhr 52

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Kommentare

Was sagt efka dazu?

30. Mai 2011 um 19 Uhr 43 (Permalink)

Homöopathie ist zweischneidig. Dieser ganze Humbug ist mir als Eso sehr suspekt, aber ich bin ja kein normaler Eso-Spast wink . Als studierter Wissenschaftler UND Eso find ich Homöopathie eher schwierig. Hier im Westen sollen sich die verwöhnten Zivilisationskranken doch ihre Globuli geben lassen. Aber ich persönlich schwöre da eher auf Bayer, Merck und Co. Ich bin eigentlich ein Freund alternativer Medizin, aber diese Globuli-Sauce halte ich für nicht nachvollziehbar. Daher wirkt sie ja nach den Regeln des Gründers nicht auf mich. Wie gesagt, im Westen kann das ja jede/r machen wie er oder sie will.

Im Trikont allerdings (also "3. Welt" wink find ich das zum Kotzen. Was die Leute brauchen sind Grundpharmaka, Antibiotika, Impfstoffe. Alles was die wirksame Giftküche moderner Pharmazeutik hergibt, damit werden Menschen gerettet. Globuli sind da echt albern. Ne, nicht albern. Zynisch. Das ist wirklich wie Krankheiten wegbeten.

Sicher, ich glaube daß der menschliche Geist durchaus Selbstheilungsprozesse auslösen kann, auch durch bestimme Praktiken (Sport als einfachstes Beispiel) ausgelöst. Aber kranke Menschen brauchen erstmal eins: Medizin. Und Globuli sind keine Medizin in meinen Augen. Ich krieg schon die Plack wenn eine Freundin sagt daß ihr 6monatiger Sohn statt guter Medikamente Globuli kriegt weil die doch besser sein. Klar, weil die NICHT wirken, es sei denn mensch glaubt dran.

Daher kann ich das durchaus nachvollziehen biggrin

Allerdings gibt es Dinge aus der Homöopathie die ich durchaus nachvollziehen kann. Aber da geht es nicht primär um medizinische Dinge. Wie gesagt: Wenn es um Krankheiten geht ist ein Arzt und ein Pharmazeut gefragt, Chemie, kein Licht & Liebe-Globuli-Freak.

Eigenen Senf dazugeben?

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