Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Camera obscura: Dacora Digna

Kategorie: Mischmasch

Gebaut wurde dieser photographische Apparat zwischen 1955 und 1959 von der Firma Dangelmeier in Reutlingen. Der damalige Neupreis: DM 12,50 (nicht ganz so billig, wie es sich liest)

Dacora Digna von vorn

Irgendwer, mein Vater weiß selbst nicht mehr wer es war, gab ihm das Teil für meine Sammlung. Es war sogar noch ein Film darin, vollständig belichtet. Kodacolor II 120er Rollfilm. Die Kamera belichtet 6x6cm. Belichtungszeiten: 1/50sec und B. Blenden:8 und 11. Der Auslöser ist bei eingezogenem Tubus mit einem simplen Mechanismus blockiert. Das Bajonett des Tubus wid zum Photographieren durch eine kleine Rechtsdrehung entriegelt und schnellt durch eine im Inneren sichtbare Feder nach vorne, wodurch auch der Auslöser Kontakt bekommt.

Dacora Digna von oben, Tubus draußen

Der Blitzschuh hat, wie damals üblich, keinen Kontakt. Entweder kam ein Magnesiumblitz darauf, der mit der Hand bei offenem Verschluß gezündet wurde, oder aber, für die ganz modernen, konnte man am Objektiv bei sechs Uhr ein Blitzkabel anschließen. Dort wurde lediglich der Kontakt geschlossen, die Stromversorgung oblag allein der Batterie des Blitzes, denn damals waren Kameras mechanisch.

Dacora Digna mit geöffneter Heckklappe und ausgefahrenem Tubus

Auf den Bildern kann man leider die genial einfache Konstruktion dieses Photoapparates nicht erkennen. Der Tubus wird durch zwei Schienen (rechts und links) gehalten, an deren Ende der eingefahrene Tubus in zwei simplen Kerben verriegelt wird. Den obereinfachen Auslösersicherungstick zu beschreiben bin ich zu blöd.

Dacora Digna mit geöffneter Heckklappe und eingefahrenem Tubus

Morgen lasse ich den Film entwickeln. Das wird dauern und kosten- Rollfilm ist selten auf dem Markt. Bin mal gespannt, was drauf ist.
Falls die lange Lagerzzeit den Film nicht völlig umgebracht hat wink

Verzapft am 01. November 2009, so um 21 Uhr 08

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Kommentare

Was sagt Ma Rode dazu?

02. November 2009 um 11 Uhr 56 (Permalink)

Sowas hatte ich auch mal. Rollfilme - die gibt es noch? Klasse!

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 02. November 2009 um 16 Uhr 58 (Permalink)

Klar gibt es noch Rollfilme. Vor allem Profis und begeisterte Amateure benutzen noch Mittelformatkameras (Rollei, Hasselblad etc.). Dieser Film wurde heute sogar im Photoladen binnen zwei Stunden bearbeitet- das hat mich angesichts der geringen Verbreitung des Formats doch etwas erstaunt. Allerdings war nichts darauf zu sehen- die Emulsion hatte wohl doch den Geist aufgegeben. Ich schätze das Alter des Filmes anhand des Zustandes des Papiers und der übrigen Angaben auf etwa 30 Jahre biggrin

Was sagt Ingrid dazu?

03. November 2009 um 15 Uhr 29 (Permalink)

So eine tolle Antike!

Was sagt JeriC dazu?

09. November 2009 um 14 Uhr 14 (Permalink)

Ein Freund, der bei mir zu Besuch war, brachte mal ein ähnlich (altes) Gerät mit, bei mir im Ort gab es aber tatsächlich keine Rollfilme mehr. In Dortmund fanden wir aber welche.
(Aber, um eine deutsche Band zu zitieren: "Digital ist besser" wink XD

Was sagt Juno dazu?

22. März 2010 um 01 Uhr 36 (Permalink)

Hallo! Ich kaufte mir ein Dacora, aber ich weiß nicht, wie auf den Film gebracht in. könnten Sie mir sagen wie?
Vielen Dank!

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 22. März 2010 um 02 Uhr 34 (Permalink)

@Juno: Da muß ein 6cm-Rollfilm rein. Die leere Rolle des verbrauchten letzten Films sollte noch drin sein. Diese muß dorthin wo der Knopf zum Weiterspulen ist. Daran wird der frische Film befestigt.

Was sagt AndreB dazu?

10. Mai 2011 um 21 Uhr 45 (Permalink)

Dank Leverkusen und duzenden Nachlässen kann ich die Anzahl und Modelle aller Agfa-Kameras, die ich schon hier hatte nicht mehr zählen.
Technisch sehr bewundernswert, aber chemisch zu fotografieren hat mich wegen der Kosten nie wirklich gereizt und meistens haben die Labore meine Experimente versaubeutelt sad

Was sagt kall dazu?

11. Mai 2011 um 01 Uhr 14 (Permalink)

Schade, dass die Analogfotografie immer mehr aus der Mode kommt.

Ich hab noch eine Canon Ftb aus Anfang 70er mit Original Canon Balgengerät für Makrofotografie.

Leider hat das Normalobjektiv einen mechanischen Fehler, weshalb das automatische Abblenden bei Auslösung auf die Arbeitsblende nach Offenblendenmessung nicht mehr funktioniert und man bei Arbeitsblende messen muss.

Leider komme ich nicht mehr zum Fotografieren. Ein Liebhaber, der auch damit arbeitet, kann sie haben. Als Museumsstück ist sie zu schade.

Eigenen Senf dazugeben?

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