Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Der Biss des zahnlosen Tigers.

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Zahnloser Tiger, von Leid und Ulf gezeichnet.Ich bin nicht wirklich dafür, alles bis ins Detail zu reglementieren und in das starre Korsett tausender Verordnungen zu pressen(s.u.). Doch manche Regeln sind wichtig. Und eine Regel, die nicht durchgesetzt wird, ist einfach nur nutzlos, denn sie wird nicht ernstgenommen noch beachtet.

Der Deutsche Presserat samt Pressekodex wäre eine feine Sache, würde er etwas bewirken. Er hebt den Finger und macht „Du-Du-Du!“ - erteilt er eine Rüge, dann guckt er dazu grimmig. Zwar muß zumindest die Rüge vom Gerügten abgedruckt werden- aber durchsetzen kann das niemand. Reale Konsequenzen hat des Presserates Grimm nicht. Bei der BLÖD hat sich noch nie etwas geändert, und beim lokalen Käseblatt ebensowenig.

Drölfzig Mal bemeckerte ich die Westfälischen „Nachrichten“ wegen Schleichwerbung, die ich aus Gründen für verdammenswert befinde. Jedesmal bekam ich recht, jedesmal eierte der Chefredateur vorm zahnlosen Tiger herum, jedesmal blieb alles beim Alten. Bald schon wieder ward schleichgeworben.
Briefkropf des Presserates.
Was nützt ein Messer, welches stumpf, ein Tiger, der unbezahnt, eine Flinte ohne Schrot?
Schleichwerbung finde ich eine üble Sache, denn letztlich ist dies Betrug am Leser, keine sorgfältig rechercherierte Information, wie es die Pflicht des Journalisten sein sollte, sondern bezahlter Inhalt, der nicht als solcher erkennbar gemacht wird.

Neulich hatte ich eine Diskussion mit Tobias Gillen darüber, ob die Bezeichnung Journalist wie andere auch eine „Geschützte Berufsbezeichnung“ werden müsse, deren Erwerb an gewisse Voraussetzungen gebunden sei*1. Ich war dagegen, wegen der eingangs erwähnten Überreglementierung von allem. Mittlerweile ist diese Frage für mich weniger wichtig als die, wie man dafür sorgt, daß die Presse sich wenigstens an ein paar wesentliche Spielregeln halten muß.

Was sagen die Experten?

Verzapft am 30. Dezember 2011, so um 13 Uhr 21

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Kommentare

Was sagt Achim dazu?

30. Dezember 2011 um 16 Uhr 14 (Permalink)

Ich bin ja Wirtschaftsinformatiker, kein Diplom, staatlich geprüft bin ich, beides ist geschützt, und wenn einer von uns über Software oder so was schreibt, und das auch noch veröffentlicht, dann ist er ja zumindest fast schon Journalist.

Aber irgendwie sollte sich auch einer abheben, der extra Journalismus studiert oder wenigsten ein Volontariat machte. Und der studierte macht vermutlich auch noch ein Volontariat.

Aber es kann ja auch sein, das eine/r unstudiertes besseren, schöneren Schmuck designt als Jemand, der/die das in Idar Oberstein studiert hat. Nur nennen sich viele, auch prominente Menschen, gerne Schuckdesigner und kommen immer nur mit profanen Designs.

Es sieht so aus, als ob ab ich schweifte.

Was sagt Achim dazu?

30. Dezember 2011 um 16 Uhr 16 (Permalink)

Ach ja, der zahnlose Tiger, Krallen hat der ja auch keine, und keine Kraft. Das mag daran liegen, dass derr Tiger ohne Zähne nix fressen kann.

Eigenen Senf dazugeben?

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