Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Politiker müssen schweres Trauma haben - diesmal: Kristina Schröder, CDU.

Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung

Was haben wir Pflegenden diesen PolitikerInnen eigentlich angetan? Nachdem neulich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihren Ansichten gleichsam forderte, das Niveau in der Kranken- und Altenpflege deutlich zu senken und ungelernte Hartz-IV-Empfänger sozusagen in die Pflege zu entsorgen, kommt jetzt die (buchstäbliche) Familien-, Gesundheit- und Senioren und Wattweißichministerin auf derart dämliche Ideen. Wahrscheinlich saugt sie der Braten in der Röhre aus, anders kann ich mir das hier nicht erklären.


„Gerade solche aus bildungsfernen Schichten, die wegen schlechter Zeugnisse den Einstieg nicht geschafft hätten“, könnten in Pflegeberufen unterkommen, sagte Schröder. Wer sich als Pflegehelfer bewähre, solle künftig „unabhängig von den Schulnoten die Chance erhalten, sich zum Altenpfleger weiterbilden zu lassen“.


Da sieht man mal wieder, was dieses Gesocks von uns hält. Ich fasse das jedenfalls als Beleidigung meinereiner und meines Berufsstandes auf.
Bäh.

### Update ###
Fax an die Ministerin, auch wenns nichts bringen wird:

Sehr geehrte Frau Ministerin Schöder,

Ich weiß nicht, was wir Pflegenden Ihnen angetan haben, dass Sie unseren Berufsstand derart gering schätzen. Ihren Äußerungen zufolge meinen Sie, zum Pflegeberuf reiche ein absolut unterirdischer Intelligenzquotient. Das finde ich extrem unfair, da wir Pflegenden seit Jahrzehnten danach streben, die Qualität unserer Arbeit zu maximieren.

Mit Ihren Bestrebungen torpedieren Sie genau das. Wir professionellen Pflegekräfte werden künftig wohl vollauf ausgelastet sein damit, auf die von Ihnen in die Pflege geschaufelten Kräfte aufzupassen, um zumindest das schlimmste zu verhindern.

Sie jedoch wird das nicht betreffen, denn Sie werden sich jederzeit einen Stab an Vollprofis leisten können.

Mit verärgerten Grüßen
Ulf Hundeiker, Krankenpfleger, Praxisanleiter

Verzapft am 06. Februar 2011, so um 15 Uhr 30

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Kommentare

Was sagt Buettscher dazu?

06. Februar 2011 um 15 Uhr 35 (Permalink)

Eine Verbalinjurie sondergleichen, von Frau Dr. Kristina Schröder!

Meine Schwiegermutter hat sich in diesem Beruf den Pöppes aufgerissen; meine Schwägerin tut es aktuell noch.

Was sagt Dr. No dazu?

06. Februar 2011 um 15 Uhr 37 (Permalink)

Das darfst du auch ruhig so auffassen, denn das IST eine Beleidigung; und zwar sowohl des Pflegepersonals als auch der Patienten und dazu eine entweder unfassbar dumme oder unfassbar niederträchtige. Einerlei, beides ist geeignet, die offensichtlich völlige soziale Inkompetenz der Ministerin zu belegen.

Was sagt Big Al dazu?

06. Februar 2011 um 17 Uhr 57 (Permalink)

Zeigt doch nur als was pflegende Berufe angesehen werden.
Wenn es so einfach wäre, wozu braucht es dann Pflegeschulen, eine mehrjährige Ausbildung und lebenslange Weiterbildung usw.?
Auf welchem Planeten lebt denn das Politikergesockse?
Und überhaupt: Welche Qualifikation braucht eigentlich ein "Politiker"?
Dummheit, Überheblichkeit und Vergesslichkeit ("Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern." ), Ignoranz und Populismus zählen wohl zur Grundausrüstung der Damen und Herren Politiker.
Und wieder rege ich mich auf...

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 06. Februar 2011 um 18 Uhr 01 (Permalink)

Vor allem habt diese Frau ihr Leben lang nur Politik gemacht, niemals wirklich und ehrlich gearbeitet.

Was sagt Claudia dazu?

06. Februar 2011 um 20 Uhr 13 (Permalink)

Ich denke mal, wenn sie selbst dann ihren Brühwürfel entbindet, dürfen es ruhig gelernte und hochspezialisierte Fachkräfte sein, die ihr dabei helfen und keine gerade integrierten Langzeit-Hartz IVer in ihrer ersten Schicht...

Was sagt Krankenschwester dazu?

15. Februar 2011 um 08 Uhr 30 (Permalink)

Super, vielen Dank für Deine klaren Worte, Kollege ! Nun müssen Taten folgen: mehr Personal, berufsfremde Tätigkeiten entsprechend bezahlen, Qualifizierung fördern und anerkennen etc.
Ich übersetze den Text von Frau CDU -Schröder : die alternde Gesellschaft ist ihr egal, denn die Versorgung kann möglichst billig und schlecht von Hilfskräften für'n Groschen/Cent abgespeist werden. Die Statistik muß stimmen und wer nichts verdient hat im Alter kein Recht auf gute Versorgung nach ihren Worten. Sie sollte sich mit dem Grundgesetz befassen ! Respektlos!

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