Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Wieso sollen Arbeitslose arbeiten?

Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung

Arbeitslose sollen arbeiten gehen. Gute Idee, nur- sie bleiben dabei arbeitslos. Durch den Ein-Euro-Job haben wir das Paradoxon, daß jemand zwar keine Arbeit hat, aber dennoch arbeitet.

Sollte die Regierung nicht lieber dafür sorgen, daß die Arbeitslosen richtig arbeiten können, nicht nur für einen Hungerlohn sich etwas dazuverdienen als nichtarbeitende Arbeiter?

Sollte die Regierung nicht lieber dafür sorgen, daß es genug Ausbildungs-, Arbeits- und Umschulungsplätze gibt? (n.b.: Die Gelder für letzteres werden gestrichen!)

Sollte die Regierung nicht lieber dafür sorgen, daß statt den Fachkräftemangel allerorten eben solche ausgebildet werden können? Anstatt zum Beispiel ungelernte und eventuell auch ungeeignete arbeitslos bleibende Eineurojobber als Lückenbüßer z.B. in der Pflege einzusetzen?

Verzapft am 08. September 2010, so um 23 Uhr 16

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Kommentare

Was sagt Stefan dazu?

09. September 2010 um 07 Uhr 46 (Permalink)

Stimmt Ulf. Für dumm verkauft an die Wirtschaft, deren Interessen unsere Politiker dienen.

Was sagt Ma Rode dazu?

09. September 2010 um 08 Uhr 00 (Permalink)

Ärgerlich auch, dass diese Dreistigkeit, uns für dumm zu verkaufen, immer unverhüllter rüberkommt. Mittlerweile macht man sich nicht mal mehr die Mühe, Lobbyarbeit und Bestechungen zu tarnen.

Was sagt Anise dazu?

09. September 2010 um 09 Uhr 48 (Permalink)

Ich schrieb ja schon im anderen Artikel, dass es mittlerweile 1€-Lehrer gibt. Ein Bekannter macht das. Ihm macht das sogar Spaß, und er würde es sogar weitermachen, würde er dafür bezahlt werden. Aber das ist ja der Hohn, die Schule stellt ihn nicht ein, da er kein Lehrer ist, aber er darf als solcher arbeiten, wenn es sie nichts kostet. Das alles auf Kosten der Kinder, und die Eltern wissen nicht mal wer da ihre Kinder unterrichtet.

Was sagt Website anmelden dazu?

09. September 2010 um 18 Uhr 52 (Permalink)

Naja. Ob man alle Meinungen hier teilen muss!

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 09. September 2010 um 23 Uhr 02 (Permalink)

@Website anmelden: Natürlich. Hier dürfen nur Menschen lesen, die meiner Meinung sind.

Btw: kreativer Nick....

Was sagt NobbysInfo dazu?

10. September 2010 um 08 Uhr 52 (Permalink)

Lieber mehr Geld in Fortbildungen stecken!
Richtige Arbeit muss her,keine 1€ Jobs und Dumping Löhne!

Was sagt Ly dazu?

13. September 2010 um 13 Uhr 55 (Permalink)

es ist Augenwischerei.

Der 1 € per Std ist ja kein Lohn, sondern eine Aufwandsentschädigung. Je nach Kosten der Anfahrt zur Stelle bleibt davon nicht viel übrig.

Der 1 € Job ist kein Job, sondern eine Arbeitserprobung. Wenn auch für manche immer wiederkehrend. Wer diesen Job macht, wird beurteilt vom "Arbeitgeber" wie er sich macht.

Der 1 € Job ist in vielen Jobcentern schon lange kein Instrument mehr. Oder aber selten geworden aus Kostengründen, zudem der die Leute eher kaum in Arbeit bringt. Jetzt wird er wieder hervorgekramt? Na toll. Die Leute habens doppelt schwer, wegen geringem Ansehen, selbst wenns als Straßenkehrer ist, bei Chefs und festangestellten Kollegen.

Umschulungen und Fortbildung?
Was ist das bitte? Für Hartz4 Empfänger gibt es das so gut wie gar nicht. Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber die Regel ist es nicht. Kostet Geld.

Selbst Jobcenter-Sachbearbeiter bedauern, teilweise öffentlich, das sie nur zu Verwaltern der Arbeitslosigkeit wurden, trotz aller blumigen Konzepte.

Hier bei uns gabs mal eine Initiative, da wurden Leute im Vier-Wochen-Kurs in der Altenpflege geschult und dann da eingesetzt. Die gelernten Kräfte sagten Gute Nacht dazu.

Unter Berücksichtigung von individuellen Eignungen wäre zumindest eine einjährige nötig, Altenpflegehilfe oder Krankenpflegehilfe.

Ich bin sicher es gibt auch für euch geeignete Kandidaten, die auch im KKH gerne Dienst schieben, wenn man der Sache was positives abgewinnen möchte, sagen wir mal so wie früher die Zivis.

Aber hinschicken, hier, mach mal?
Kritisch.

Ich hatte vor Jahr und Tag auch mal einen 1 € Job. Immerhin noch in meinem gelernten Beruf, aber 25 Jahre raus sind 25 Jahre raus, auch in der KindergartenArbeit, teils war es frustrierend für mich, weil ausser das ich mit den Kindern spielen durfte.. aber man gab mir ein Monate dauerndes Computer-Projekt gruppenübergreifend, so dass ich wenigstens tatsächlich nützlich wurde.

Ich habs aus folgendem Grund gerne gemacht: ich hatte was zu tun, war sozial eingebunden durch die Arbeit, verließ eben das Haus zu etwas, war gefordert.
Ulf, das wird auch bei dem einen oder anderen bei euch nicht zu unterschätzen sein. Wobei es für Langzeitarbeitslose, sofern es welche sind, nicht einfach ist, sich in diese Abläufe einzufinden, aber vieleicht findet die eine oder andere Perle ihren zukünftigen Weg.
(von der positiven Betrachtungsweise her)

Was sagt Ly dazu?

13. September 2010 um 14 Uhr 05 (Permalink)

ach, von wegen ein 1 € Job kost Geld:

bezahlt werden ja auch die Träger, die den Kandidaten die verschiedenen Jobs zuweisen, es soll nach vorheriger Testung, Gespräch etc den Neigungen und evtl Kenntnissen entsprechend sein.

Die Jobcenter vermitteln also die Kandidaten durch eine sogenannte Wiedereingliederungsvereinbarung "nur" an diverse Träger, die dann weiter, auch betreuend während der Maßnahme, tätig werden.

Manche davon sind sicher seriös, teils schon Jahrzehnte irgendwie auch sozial tätig.

Aber das einige andre wie die Pilze aus dem Boden schossen als die Hartz 4 Gesetzgebung gültig wurde, braucht keinen zu verwundern.

Mein ja nur, auf ihre Kosten kommen viele bei der Sache. Pflegenotstand? Diskussionen um Hygiene im Krankenhaus auch wegen Personalmangel? pff.
So schnell könnte sich also das Gewissen beruhigen lassen, ist doch beruhigend.

Was sagt Ly dazu?

13. September 2010 um 14 Uhr 57 (Permalink)

den muss ich doch noch grade rücken, aller guten Dinge sind doch Drei, oder?

ich schrieb, in dem Kindergarten 1 € Job, ausser mit den Kindern spielen durfte ich nicht viel machen (punkt punkt punkt), habs nochmal gelesen, war eigentlich nicht unterschwellig als böse auf den KG gemeint.

Genau betrachtet gehören da zwei zu, der Kindergarten mit den Mitarbeiter, und ich.

Oder das Krankenhaus/Altenzentrum und der Leistungsempfänger.

Langzeitarbeitslose, oder auch, 25 Jahre aus dem Beruf.
Du weißt, ich war auch lange krank, vor dem Euro-Job hatte ich andere Dinge gemacht, Büro, Taxi, Computer, alles, nur nix pädagogisches. Und direkt davor war ich down, war zwei Jahre zuhause. Mist auch. Das war nicht schön.

Ich war von dem 1 € Job von jetzt auf gleich überfallen, ( nächste woche gehen Sie da und da hin ), hatte Herzklopfen und aber auch noch einige gute Erinnerungen an meine Ausbildung, die aber eher nostalgisch waren, da war die Welt für mich eben irgendwie doch noch in Ordnung. Fachlich hab ich mich weit im Abseits gesehen, da heute in weiten Teilen anders gearbeitet wird.

Ich war definitiv nicht in der Lage, meine durchaus vorhandenen grundsätzlich pädagogischen, didaktischen, herzensbildungsmässigen Anlagen, die mir durchaus gut weitergeholfen hätten, trotz der 25 Jahre raus, von jetzt auf gleich zu reaktivieren, nix souverain, ging nicht, ich war beklommen.

Lange arbeitslos, da geht einiges in den Keller, auch das Selbstverständnis des Selbstwertes und des evtl noch vorhandenen Könnens, oder auch des Potenzials.

DAS ist, die vielen bösen Unkenrufe gegen Hartz4 Empfänger mal aussen vor gelassen, auch eine greifbare Realität, die sehr gewiss nicht nur die meine war/ist.

Heute, mit dem Abstand zu meiner damaligen Beklommenheit, weiß ich, man hat mir so einige Hände gereicht, so ist das eben im sozialen Bereich schon mal, aber ich hab sie teils nicht gesehen, oder nicht umsetzten können,

war, nach längerer Arbeitslosigkeit, und, vor allem andren, Jahrzehnte überhaupt nicht vertieft befassen mit dem Thema Pädagogik, Didaktik, überfordert,

das änderte sich erst als das Computer-Projekt startete und ich hier und jetzt mit "damals" verbinden konnte.

Wollte ich grad mal richtigstellen, wurd mir auch grad mal so klar, ich hatte das nicht weiter reflektiert sondern abgehakt.

Will auch sagen: Teils sehr lange zu Hause sitzen ist einfach Kacke. Man/Frau rostet. Ist leider so.

"die da oben" stellen sich das viel zu einfach vor, wenn da keine gute Betreuung bei ist, ein aufmerksamer fitter Ansprechpartner des Vertrauens ausserhalb, also durch den Träger, was ich leider nicht hatte, gibts auch frustrierte Gesichter und auch Mißverständnisse.

Eigenen Senf dazugeben?

Es hilft, sich einen Account anzulegen und sich anständig zu betragen. Dann kannste auch kommentieren.

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