Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Von einem seltsam und zu Unrecht unbekannten Film.

Kategorie: Kultur

„Der Gefallen, die Uhr und der sehr große Fisch“ klingt seltsam, ist es auch. Ein Film nach einer Novelle von Marcel Aymé (bei diesem „Rue Saint-Sulpice“) - kein Schwein kennt ihn. Zu Unrecht!
Ulfs eigener Entwurf für ein Filmplakat.
Ein etwas biederer Photograph für Andachtsbilder im Auftrag der katholischen Kirche ist auf der Suche nach Jesus. Nebenher, nachdem er seiner Schwester immer wieder großartige Kochkünste genießen mußte, aus Versehen und um einem Freund einen Gefallen zu tun, synchronisiert er einen Pornofilm, lernt dabei seine Geschlechtsmitstöhnerin Sybill kennen und anschließend ihre Geschichte. Darin kommt eine teure Uhr vor und ein geisteskranker Pianist in Form eines gegen Konkurrenten gewalttätigen Liebhabers*1. Dies kostet ihn ein Vermögen und ist etwas frustrierend, da Sybills Aufrichtigkeit begrenzt zu sein scheint. Am Tag der Entlassung des Pianisten versetzt sie ihn, doch dafür findet er Jesus. Der wird zwar sehr erfolgreich, dafür aber immer teurer und geht zudem ein wenig mehr in seiner Rolle auf als gesund wäre.
Und irgendwie kommt einem dieser Heiland so bekannt vor?

Ich habe diesen Film vor beinahe zwanzig Jahren gesehen, und seit einigen Jahren kam er mir wieder in den Sinn, doch- woher nehmen, wenn nicht einmal stehlen möglich ist mangels Verfügbarkeit? Es schien unmöglich, bis er dann doch irgendwann einmal auf ebay angeboten wurde. Zum Glück haben wir den VHS-Video-Dingenskirchen nicht entsorgt! Ich bekam den Film- in erstklassigem Zustand gebraucht und schweineteuer, denn es scheint ihn in der Tat sonst nicht zu geben. Ich kenne auch niemanden, der ihn kennt. Und so.

Dabei spielt den Pianisten niemand geringeres als Jeff Goldblum, und dies erstklassig paranoid, und der Photograph wird unübertrefflich spießig-verwirrt von Bob Hoskins verkörpert. Auch Natasha Richardson (leider schon tot) als Sybill ist großartig, und der ganze Rest des Ensembles dito- perfekt gespielt und überzeichnet. Allerdings ist dieser Film zwar eine Komödie, aber kein platter Hollywood-Bockmist, sondern eher gestört-europäischer Wahnsinn. Die Hälfte derer, mit welchen ich damals im Kino waren, kratzten sich vor allem am Kopf.

Der Film ist zwar irgendwie lästerlich, und doch ist er es nicht. Eine Botschaft würde ich nicht suchen wollen, sondern mich einfach amüsieren, denn ich finde ihn großartig.

Wer kann, sollte versuchen sich ihn zu beschaffen. Er versäumte sonst.

Verzapft am 28. Oktober 2011, so um 10 Uhr 26

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Kommentare

Was sagt Big Al dazu?

28. Oktober 2011 um 16 Uhr 46 (Permalink)

Der Cursor!
Geil!!!

Eigenen Senf dazugeben?

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