Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Montag. Mittag. Metallica. (4/4) - Abschied vom Knüppel.

Kategorie: Kultur

Dann aber kam die Enttäuschung: Load. Ich hörte einmal rein, und das wars. Das war einmal nicht mehr das, was ich wollte, zum anderen fand ich es sterbenslangweilig. Ebenso den Nachfolger Reload, der mich nicht einmal mehr zum Gähnen bringen konnte. Mittlerweile habe ich die Dinger zwar auf unserem Medienspeicher. Aber nur, weil meine Liebste diese mag. Ich selbst kann die Stücke kaum auseinanderhalten, aber mir fehlt sowieso das metallische an ihnen, und vor allem das, was für mich immer Metallica ausgemacht hatte- Härte, Geschwindigkeit und Abwechslung.

Metallica im Wandel- das wäre das geringere Problem gewesen. Nicht jeder mag immer konstant über Jahrzehnte immer das Gleiche spielen. Mit „Load“ verabschiedeten sich Metallica erstmal vom „Thrash“ im Metal. Passend wurde das Logo entzackt.

Allerdings- für mich schlimmer war, daß ich das Teil langweilig fand. Und heute noch finde. Als sich „Reload“ für mich als vergleichbar schlimm herausstellte, dachte ich, es sei vorbei mit Metallicas Kreativität. Doch dann kam „St. Anger“.

St. Anger versöhnte mich wieder ein wenig. Wobei ich die Gitarrensoli von Kirk Hammett schmerzlich vermißte. Aber da war wieder dieser brachiale Sound, den ich so liebte. Doch um alle Stücke zu mögen brauchte ich meine Zeit. Und so wirklich bekam ich das, was ich brauchte, wollte, vermißt hatte auch nicht. Aber zumindest klang es wieder nach Metal. Es war etwas anderes als vorher. Aber nicht mehr schlecht.

Garage Inc. ist zu lang. Immerhin, eine Menge Klassiker anderer Bands werden gecovert- doch irgendwie gefallen mir die Originale besser. Viel besser. Viel viel besser.

Death Magnetic- vergiß es. Nicht rabiat genug, zu wenig Abwechslung. In Tradition mit Load, Reload und dem ganzen, pardon, Kack. Zusammenfassend schienen Metallica mit meinem Abitur erwachsen geworden zu sei. Leider.

Ich hinke munter hinterher.

Verzapft am 28. November 2011, so um 12 Uhr 00

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Kommentare

Was sagt Westsideblogger dazu?

28. November 2011 um 20 Uhr 32 (Permalink)

Ich glaube, ich hätte die gleichen Worte gefunden. Deine Beschreibung deckt sich mit meinem Musikempfinden bezüglich Metallica. Schade drum.

Dennoch, ich höre die alten Platten immer wieder gerne und habe nach all den Jahren, neben Master of Puppets einen neuen Liebling auf den Thron gehoben: Justice for all.

Mit diesem Ausschnitt hat eine frühe Jugendliebe mit mir Schluss gemacht. Ich verbinde mit Metallica sehr viel aus meinem Leben. Und es macht immer noch Spaß smile

The show is through
the metal is gone
It is time to hit the road
Another town, another gig
Again we will explode
Hotel rooms and motorways
Life out here is raw
But we will never stop
We will never quit
Cause we're Metallica

Was sagt Kerry King dazu?

29. November 2011 um 11 Uhr 27 (Permalink)

Metal hat heute nichts mit avantgardistischer testosterongeschwängerter Leidenschaft zu tun. Klar höre ich selbst in meinem Alter von 39 Jahren noch gerne Slayer, wenn – zum Glück noch mal ab und zu – die aggressive Leidenschaft in mir lodert. Slayer sind übrigens eine Band die noch eine unglaubliche Power auf der Bühne rüberbringt (bei Metallica sieht das schon teilweise nach ner Selbstkarikatur aus). Aber was wollte ich sagen: Die heutige Metalszene ist nur noch peinlich. Wenn ich mir anschaue, was für Fressen da in Wacken rumlaufen, muss man sich echt schämen. Mann, was kam ich mir früher cool und hart vor, wenn ich Ende der 80er/Anfang der 90er mit meinem Kumpels mit Kutte und Nieten bekleidet auf Konzert gegangen bin. Das war halt was ganz spezielles. Heutzutage ist alles nur noch ein unechter Abklatsch. Da fehlt das Spezielle, Einzigartige. Und die neuen Platten von den Bands, wie Metallica, Slayer, usw. sind dementsprechend. Klar, gibt auch Ausnahmen. Megadeth zum Beispiel machen echt ansprechende neue Platten. Auch auf der Bühne sieht Mustaine noch richtig authentisch und cool aus…..(im Gegensatz zu Metallica). War ca. 6 Mal bei Metallica früher….aber wenn ich mir die neuen Konzertmitschnitte im Netz anschaue, merke ich, dass ich nichts verpasst habe. Hetfield jodelt die alten Songs dermassen peinlich rüber, so als ob man Heino bei „Wetten dass „ auffordern würde, nochmal kurz „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ anzustimmen. Kommt nichts mehr über bei Hetfield.

Eigenen Senf dazugeben?

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