Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Sibelius, Arutjunjan, Borodin.

Kategorie: Kultur

Toilettenschild Herren mit handschriftlicher Ergänzung Frauen sind willkommen.Ich war lange nicht mehr in einem Konzert gewesen, so mit Geige und so. Dabei bin ich ja im Grunde meines Herzens auch kultiviert, schließlich habe ich klassische Gitarre und einiges an Hintergrund gelernt.

Nun bratscht eine nichtganzsoaltwieiche Schulkollegin von mir, berufsdingsig Anästhesistin auf einer Intensivstation in der Uniklinik, in einem Sinfonieorchester und meine Liebste wurde neugierig. „FROM RUSSIA WITH LOVE - Liebesgrüße nicht nur aus Moskau“ betitelt war es.

In Metallerkluft an der Bushaltestelle.Wir brezelten uns also auf (metallisch wie immer, immerhin sind russische Komponisten irgendwie auch Heavy Metal) und brachen auf den Weg zur Aula der Universität Münster, in der ich vor ewigen Zeiten mal gewesen war zu irgeneiner politischen Podiumsdiskussion, die in keinem Zusammenhang mit dem Konzert steht und deshalb nicht hierhergehört und entsprechend erst gar nicht erwähnt werden sollte.

Die einleitenden Worte des Moderators erforderten ein wenig Kenntnisse über Musik und deren Begriffe, waren aber recht witzig. Am Sibelius gab es nichts zu meckern, aber wirklich faszinierend fand ich dann das Konzert für Trompete und Orchester von Alexander Arutjunjan, der mir bislang gar kein Begriff gewesen war. Es erinnerte mich ein wenig an die Bachianas Brasilieras von Heitor Villa-Lobos, die zwar total anders klingen, aber ähnliche Gefühle in mir auslösen. Der Trompetist war phantastisch. Er musste vor der Pause schon eine Zugabe liefern. Dem Hummelflug stand Trompetenfassung sehr gut!

Die Ansage nach der Pause ging zunächst ein wenig schief- der Moderator war kaum zu hören. Das Mikrophon war außer Funktion, was eine Dame hinter mir zu brüllen veranlasste, er möge es gefälligst einschalten. Als dies geschah, geschah dies mit einer unglaublichen Rückkopplung, die ein wenig klang wie „The Kill“ von Napalm Death brutal nach oben gepitcht.

Die auf diese Einlage folgende zweite Sinfonie von Alexander Borodin war auch sehr erfreulich- das Orchester hatte offensichtlich gut geübt.

Die Auswahl passte zum Sommer. Nicht diese tragisch-pathetische Musikdepression, sondern etwas luftigeres Material.

Ach ja, Liebesgrüße aus Moskau- Zugabe war dann die James-Bond-Mucke.
ZIemlich schlechtes Photo vom Orchester.

Verzapft am 12. Juli 2013, so um 23 Uhr 52

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