Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Behinderte Sexualität.

Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung

Frau küsst Mann. Kürzlich bekam ich Brocken eines Gespräches mit über eine entstehende Beziehung zwischen zwei „geistig Behinderten“. Einem der Beteiligten schien dies unheimlich und eher zu unterbinden. Zumal einer von beiden ja einen ausgeprägten Geschlechtstrieb habe. Das Mädel wohl nicht, der traue er das nicht so zu*1. Und ob die im Zweifelsfalle mit Kondomen umgehen könnten?

Leute, wo ist eigentlich das Problem? Menschen sind Menschen. Wenn einem ein Bein fehlt stellt auch niemand die Frage nach dem Recht auf Liebe, Sex und Zärtlichkeit. Warum sollten Menschen mit, äh, geistigen Einschränkungen nicht die gleichen Bedürfnisse haben wie andere Menschen auch? Und vor allem: Warum sollten sie diese nicht haben dürfen?

Und wenn dabei Kinder entstehen- wer will wirklich in die Zeit zurück, in der es ein Gesetz gab zur Verhütung erbkranken Nachwuchses? Und wer legt fest, wer fähig ist, Kinder zu bekommen und großzuziehen und wer nicht? Wenn ich mir im Bus so manche Eltern angucke, die unter das Etikett „normal“ fallen: Mamma mia. Schlimmer geht nimmer. Und außerdem gibt es Hilfe in „solchen Fällen“.

Doch noch sind wir gar nicht so weit: Die beiden wollen nur Liebe. Und vielleicht auch Liebe machen. Warum denn bitteschön nicht?

So schwer ist das mit dem Pariser auch nicht, dass das nicht zu schaffen wäre. Im Falle, dass das nötig werden sollte..

Verzapft am 05. September 2013, so um 21 Uhr 00

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Kommentare

Was sagt Achim dazu?

05. September 2013 um 21 Uhr 34 (Permalink)

Wenn man manche sieht/erlebt, von denen man überzeugt sein muss, es sind BILD-Leser, und die haben sich bereits erfolgreich vermehrt, oje!

Was sagt Chrissi Flauschkrähe dazu?

05. September 2013 um 21 Uhr 34 (Permalink)

Ähm... Ulf? Der erste Satz ist dir etwas missglückt - ich verstehe zwar den Sinn des ganzen Textes, aber mir wird der erste Satz nur mit "Geschlechtstrieb habe" angezeigt. Dann ist da der Punkt... was vergessen? wink

Ich stimme dir zu - jeder Mensch, der sich selbst wahr nimmt, sollte als das behandelt werden, was er ist. Ein Mensch eben, ein Individuum. Ein denkendes Wesen, im besten Fall zumindest! ("Schakkeliiine, du Arsch, komm ma bei mich bei, sonst gibtet was uffe Fresse!" versteh mich nicht falsch, aber... Sowas gehört in meinen Augen ... umerzogen ist da ein bisschen zu wenig für meinen Geschmack! Erschossen? Zwangssterilisiert? Wohl angebracht!)

Ein Mensch, dem ein Bein fehlt oder ein Arm, dem fehlt nicht unbedingt der Geschlechtstrieb, der hat sogar ausgesprochen schönen Sex, weil ihm nicht unbedingt was im Weg ist! Diese "Behinderten" sind es nicht, sie werden von unserer Gesellschaft dazu gemacht! Und so sie denn gesunde Zellen haben, meinethalben schwere Krankheiten im prozentual geringsten Fall weiter vererben... so what! Ansonsten gibts Präservative! Inzwischen sogar mit Anziehhilfe, hab ich neulich irgendwo gesehen!
Warum sollen nur wir unseren Spaß haben?

Was sagt Michael Drews dazu?

06. September 2013 um 01 Uhr 30 (Permalink)

Menschen mit einer primitven Ausdrucksweise haben doch aber das gleiche Recht sich fortzupflanzen wie geistig Behinderte. Wer will ihnen das verwehren? Ist das nicht genauso intolerant wie das Verhalten dieser Leute?

Vor 25 Jahren gab es sogar Diskussionen im pädagogischen Bereich für die Unterstützung zur Erlangung eines Orgasmus. Für mich ist dieses Thema immer das Gleiche, und recht scheinheilig. Irgendwelche sogenannten "Normalos" grenzen immer wieder Behinderte aus, gerade wenn es um Sexualität geht. Oder welche Frau hilft einem geistig Behinderten beim Wichsen?

Was sagt Chrissi Flauschkrähe dazu?

06. September 2013 um 16 Uhr 32 (Permalink)

Michael: mein Standpunkt dazu ist einfach: ein geistig behinderter Mensch denkt anders und kann sich vielleicht nicht vernünftig und wortgewandt ausdrücken, aber er wird wahrscheinlich ein Kind mit mehr Liebe und Achtung groß ziehen, als ein Individuum, was geistig dazu befähigt und in der Lage ist, einen ganzen Satz in klarem Hochdeutsch mit vollendeter Konjunktion, richtig verwendeten Nomen und richtiger Satzstellung zu benutzen, aber dafür zu faul ist. Solche Menschen benutzen diese Sprache nicht nur, sie leben sie. Diese verbalen Attacken auf ein Kind bleiben nicht verbal, wenn du verstehst.

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 07. September 2013 um 11 Uhr 50 (Permalink)

Das ist dann aber auch wieder ein Urteil nach äußerem Anschein. Man weiß ja nie, ob man nicht gerade die löbliche Ausnahme vor sich hat?

Was sagt Tante Jay dazu?

12. September 2013 um 16 Uhr 55 (Permalink)

Wie aus dem von dir verlinkten Text hervorgeht, haben mit der Sexualität geistig behinderter eigentlich nur die Betreuer Probleme. Nicht die Behinderten selbst.

Sei es, dass es falsch verstandene Sittlichkeit ist, dass es falsche Scham ist oder das ganz gängige Vorurteil, dass geistig behinderte eher sowas wie menschliches Gemüse sind und keinen Sexualtriebe zu haben haben.

Die Menschen einfach Mensch sein zu lassen, scheint nicht zu gehen. sad

Eigenen Senf dazugeben?

Es hilft, sich einen Account anzulegen und sich anständig zu betragen. Dann kannste auch kommentieren.

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