Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Pfropfen

Kategorie: Held der Arbeit

Bei Atemnot gibt man oft Sauerstoff über einen Schlauch, der Sauerstoffbrille genannt und vor die Nasenlöcher gehängt wird.

Diese Dame hatte Atemnot. Ohne Sauerstoffgabe ging die Sättigung schnell in den roten Bereich. Bettlägerig war sie, zwar wach, aber sie sprach fast gar nicht- Demenz.

Bis mir eines Tages auffiel, daß sie zwar sehr schlecht Luft bekam, aber untypischerweise nicht um Luft schnappte, sondern den Mund geschlossen hielt und nur den Riechkolben zum Atmen benutzte. Da schob ich die Sauerstoffbrille beiseite und guckte mir das dann näher an. Und holte mir eine Pinzette und Zellstoff. Ich zog in Gegenwart meiner erbleichenden Auszubildenden aus jedem Nasenloch einen ungefähr fünf (!) Zentimeter langen Popel, der sich kegelförmig verjüngte und dessen Konsistenz am dickeren, "auswärts" gelegenen Ende typisch grün-popelig war und zur Spitze hin immer schleimiger wurde. Während meine Azubine damit kämpfte, nicht in den Papierkorb zu erbrechen, zeigte ich meine Beute den faszinierten KollegInnen und Doktoren.

Sauerstoff war nicht mehr nötig.

Verzapft am 08. März 2009, so um 06 Uhr 00

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Kommentare

Was sagt MissMoney dazu?

08. März 2009 um 15 Uhr 28 (Permalink)

Oh Gott...
Das ist ja widerlich, ich hätte den Kampf gegen den Papierkorb verloren. Buärgh!

Eigenen Senf dazugeben?

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