Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Bis zum Umfallen.

Kategorie: Erlebtes

Natürlich haben wir damals, als wir noch jung und schön waren (heute sind wir nur noch UND) ordentlich gefeiert. Das bedeutete auch für uns: Viel Bier und manchmal einen Schnaps. Und fanden betrunken sein toll. Warum auch immer. Letztendlich frage ich mich heute, warum. Betrunken denkt man nicht mehr klar, erzählt nur noch dummes Zeug und läuft überall gegen.

Doch heutzutage sind die Trinksitten anders. Nicht nur Feiern bis zum Reihern, sondern bis zum Umfallen. Bis der Arzt kommt. Und das bis hin zur Intensivstation. Ziemlich teuer für die Krankenkasse und damit die Solidargemeinschaft.

Soll man diese Schnapsleichen nun diese Kosten selbst tragen lassen, wie in dieser Petition gefordert?

Pro:
Die Leute sind in der Tat selbst schuld.
Aber:
Contra:
Und was ist mit den Alkoholikern? Sucht ist eine Krankheit, die behandelt werden muß. "Selbst schuld" gibt es da nicht. Krank ist krank. Aber wie das differenzieren?

Eure Meinung dazu würde mich interessieren.

Verzapft am 20. Mai 2010, so um 12 Uhr 08

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Kommentare

Was sagt Torsten Schlüter dazu?

20. Mai 2010 um 12 Uhr 44 (Permalink)

Moin,ich bin schon der Meinung, dass Patienten zur Kasse gebeten werden sollten wenn sie ihren Zustand selbst verschuldet haben. Das Trinkverhalten hat sich in den letzten Jahren dramatisch geändert. Ich bin jetzt seit 20 Jahren als Rettungsassistent im Rettungsdienst tätig und denke ich kann das ganz gut beurteilen. Heute gilt das Motto in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Alkohol zu Saufen. Wenn junge Leute heute zu einer Party gehen dann wird zu Hause meist noch „vorgeglüht“ und dann geht es dann irgendwann wenn andere bereits daran denken ins Bett zu gehen zur Party.
Erschreckend ist, dass es sich heute um 12-16 jährige handelt die dann anschließend im RTW bzw. im Krankenhaus landen. Die „Kinder“ werden also immer jünger! Ich denke, dass es doch etwas abschreckt wenn Patienten dann zur Kasse gebeten werden für solche Einsätze.

Was sagt Stefan dazu?

20. Mai 2010 um 13 Uhr 25 (Permalink)

Wie Du schon sagst, ist es nicht so leicht, zwischen krankhaftem Verhalten und dem Spaß an der Freude zu unterscheiden.
Und wie sollte das Geld eingetrieben werden?

Meiner Meinung nach sollte gerade bei den Jugendlichen Komasäufern die Verantwortung mehr auf die Erziehungsberechtigten konzentriert werden. Den meist hat ein gesellschaftlicher Missstand seine Ursache doch in mangelnder Verantwortung seinem Zögling gegenüber.

Während meines Zivildienstes wurde die relativ hohe Zahl der verhaltensauffälligen Kinder in der Schule für geistig-behinderte thematisiert. Alle Kinder hatten einen deutlich ähnlichen Werdegang. Fehlendes Auseinandersetzen der Eltern mit dem Nachwuchs plus erhöhter Medienkonsum (Fernsehen, Spielkonsole).
Und viele Lehrer können sicher bestätigen, dass Eltern gerne Lehrer für Dinge verantwortlich machen, deren Ursache bei den Eltern eigentlich liegt.

Also sollte das Übel meiner Meinung nach an der Wurzel gepackt werden, statt das Pferd von hinten aufzuzäumen. Verantwortungsbewusster Umgang mit Alkohol, eine vernünftige Auseinandersetzung für den Fall, dass das Kind in den Brunnen gefallen ist und ein entsprechendes Vorleben. Meine Eltern waren nie die großen Trinker und nach einer sehr heftigen Phase in der Pubertät trinke ich heute sehr bewusst. Manchmal etwas mehr, aber nie bis zu einem Totalausfall (speifrei seit 03!^^).

Was sagt Claudia dazu?

20. Mai 2010 um 14 Uhr 43 (Permalink)

Schwierige Sache. Natürlich ist Komasaufen ein selbst verursachtes Problem. Andererseits - wer will schon seinen Kumpel finanziell ruinieren mit einem Anruf beim Rettungsdienst? Stellt man ihm halt nen Eimer hin und lässt ihn seinen Rausch im Gebüsch ausschlafen und ruft hinterher im Zweifel den Bestatter an, wenn es schiefgegangen ist. Auch keine befriedigende Lösung. Und wo fängt das an und hört es irgendwann auch bei anderen Krankheiten auf? Nicht gesund genug gelebt in jungen Jahren = Krebsbehandlung irgendwann selber blechen, Herz-OP, Diabetes, whatever... Schwierig. Eine Solidargemeinschaft sollte eben auch solidarisch sein, wenn einem die Lebensweise des anderen nicht zusagt. Sonst kann sich jeder ein (Pflicht-)Sparbuch nur für sich ganz allein einrichten und eben schauen, wieviel Behandlung er persönlich sich leisten kann oder will. Die Bilanz mag für den einzelnen gut ausfallen, für viele andere aber eben nicht. Meine Meinung.

Was sagt zoellner dazu?

20. Mai 2010 um 18 Uhr 56 (Permalink)

Meinung kannst du haben.
Lass mal jemanden Zahlen, der kein Geld hat. Ist auch in der Jugendhilfe so. Wer nichts hat kann nichts bezahlen. Und das wissen die Leute auch! Von der Idee her nicht schlecht, bei den Leuten, die es darauf anlegen. (Jugendliche, Komaparty, Flatratesaufen etc.)
Alkoholiker saufen sich selten ins "Koma"/Bewusstlosigkeit. Da muss nur der Pegel immer stimmen. Hier fallen aber, wenn sie sich nicht vorher tot saufen, andere Kosten für die Krankenkassen an...

Eigenen Senf dazugeben?

Es hilft, sich einen Account anzulegen und sich anständig zu betragen. Dann kannste auch kommentieren.

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