Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Schwiizerdüütsch, schweizer Hochdeutsch, deutsches Hochdeutsch.

Kategorie: Literarisch

Wenn meine Liebste in die Schweiz telephoniert, spricht sie wie alle SchweizerInnen, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Ich verstehe das mittlerweile auch recht gut, auch wenn ich in Geprächen immer noch Hochdeutsch sprechen muß. Das Hochdeutsche ist in der Schweiz eher etwas für offizielle Angelegenheiten, Schule, Parlament und Höflichkeit.

Hier spricht meine Liebste Hochdeutsch, denn Schweizerdeutsch würde hier niemand verstehen. Wobei sich auch das schweizer Hochdeutsch vom deutschen Hochdeutsch etwas unterscheidet. Ähnlich wie in Österreich gibt es für manche Dinge andere Ausdrücke. Teilweise ist auch die Grammatik etwas anders, was aber nur für wenig Schwierigkeiten sorgt: gemolden für gemeldet zum Beispiel. Satzstellungen wie schön bist Du hier klingen sogar viel besser als die bundesdeutsche Version schön, daß Du hier bist. Angenehmer, weicher.

Während meine Liebste in ihr schweizer Hochdeutsch immer mehr Bundeshochdeutsch mit lokalen Besonderheiten einbaut (bißken statt bißchen), übernehme ich z.B. teilweise obengenannte Satzstellungen.

Das einzige, was mir nicht gefällt: kein "ß" - aber das kann die Völkerverständigung nicht wirklich behindern. wink

Verzapft am 21. Juni 2010, so um 10 Uhr 36

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Kommentare

Was sagt Ma Rode dazu?

21. Juni 2010 um 11 Uhr 08 (Permalink)

Waaaassss? Kein Esszett? Na, da besteht ja wohl noch Entwicklungshilfe!

smile

Was sagt nggalai dazu?

21. Juni 2010 um 11 Uhr 20 (Permalink)

Das Eszett ist in der Schweiz nicht verboten, aber ungebräuchlich – mit der NZZ hat das in den 70ern die letzte Schweizer Tageszeitung abgeschafft.

Ulf, das Lustigste ist immer: Schweizer kennen keinen Imperfekt. Nur Perfekt als Vergangenheitsform. Schon daran gewöhnt? wink

Was sagt Wiesodenn dazu?

21. Juni 2010 um 11 Uhr 50 (Permalink)

Teilweise ist auch die Grammatik etwas anders, was aber nur für wenig Schwierigkeiten sorgt: gemolden für gemeldet

[Klugscheisser]
Nee, nee, nee, das ist sogar auf schweizerhochdeutsch falsch.[/Klugscheisser]
Aber auch das behindert die Völkerverständigung nicht.

Was sagt Krötengesicht dazu?

21. Juni 2010 um 22 Uhr 30 (Permalink)

Guten Abend,

"bissken" sagt man abaer auch im wunderschönen Münsterland. Das ist keine regionale Besonderheit ^^

Liebe Grüße

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 21. Juni 2010 um 22 Uhr 35 (Permalink)

Äh, ja, genau da befinden wir uns gerade, und genau diese münsterländer Besonderheiten gewöhnt sie sich gerade an, wie ich oben schrub.

Eigenen Senf dazugeben?

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