Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Medikinet adult- Methylphenidat auch für Erwachsene.

Kategorie: Psycho?!?

Als mir auch noch die Diagnose "Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung" offenbart wurde und ich mit Methylphenidat einstieg, lösten sich auf einmal etliche S chwierigkeiten auf, die ich hatte. Besonders das Problem mit Aufmerksamkeit und Konzentration. Doch ein neues kam dafür hinzu:

ADHS-Präparat Medikinet adult.Das Zeug kostet Geld, und es wurde nicht von der Krankenkasse bezahlt, denn es war nicht zugelassen für Erwachsene PatientInnen. So mußte es off-label auf Privatrezept verordnet werden. Meine Liebste brauchte drei mal 20 Milligramm täglich- und ich auch. Relativ viel, aber bei unserem Gewicht, naja. Das waren also sechs Tabletten, womit die Hunderterpackung nach gut zwei Wochen schon leer war. Für den Einzelnen!

Und auch wenn uns der Doktor das preisgünstigste Zeug verschrieb machte das dann schon pro Monat 140 Euro! Nicht schlecht! Da freute mich doch die Nachricht, daß Medikinet® adult zugelassen wurde. Endlich ein Methylphenidat-Medikament gegen ADHS, welches für Erwachsene zugelassen und damit von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden würde! Allerdings kam es erst etliche Wochen später auf den Markt. und zwar am ersten Juli.

Theoretisch jedenfalls. Denn der Großhandel kam anscheinend nicht mit den Lieferungen hinterher. Doch eben konnte ich das ersehnte Präparat endlich abholen. Und staunte nicht schlecht: Für zwei Packungen zu 50 Stück (größer is nich) zahlte ich immer noch deutlich über sechzig Euro! Wie konnte das?

Der Witz an der Sache, ein sehr unkomischer Witz: Die Krankenkassen übernehmen 2/3 des Preises. Ein Drittel zahlt man selbst. Und dann natürlich noch die Zuzahlung von 10%! Also doppelt. 90 Euro pro Packung macht 60 Euro für die GKV und 30 Euro für mich. Und 6 Euro Zuzahlung! Warum diese Scheißkrankenkassen diese völlig überteuerten Pillen (fast €2,- pro Kapsel!) nicht komplett bezahlen, wo die doch nun zugelassen und wissenschaftlich anerkannt nützlich sind ist mir schleierhaft. Beziehungsweise, eigentlich ist mir nur schleierhaft, daß die das dürfen.

Zu teuer ist der Stoff allemal: Medikinet® adult 30mg ist um 50 Prozent teurer als die Retardversion für Kinder bis 18 Jahre. Und im Beipackzettel und anderen Infos kann ich keine Angaben zu irgendwelchen Unterschieden. Im Beipackzettel steht jedenfalls, daß man beim Wechsel von retard auf adult erstmal stumpf so weitermachen soll wie vorher. Also kann der Unterschied nicht so groß sein. Also sind vielleicht auch gar keine großen Entwicklungskosten angefallen?

Ich weiß es nicht.

Aber ich sollte zufrieden sein: Immerhin bezahlen wir so nur noch halb so viel pro Monat und müssen weniger oft und überhaupt weniger Pillekes schlucken.

Verzapft am 11. Juli 2011, so um 16 Uhr 21

« Voriger Artikel
Nächster Artikel»

Kommentare

Was sagt Ma Rode dazu?

12. Juli 2011 um 07 Uhr 19 (Permalink)

Grüße an die Pharmaindustrie!

Eigenen Senf dazugeben?

Es hilft, sich einen Account anzulegen und sich anständig zu betragen. Dann kannste auch kommentieren.

Kommentare können hier nur von Mitgliedern abgegeben werden