Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Banga.

Kategorie: Erlebtes

Das Grauen des Sommers 1990 hatte einen Namen: Banga.

Mein bester Freund und ich waren mit dem Interrail-Ticket gerade in Straßburg gelandet. Es war Sommer. Es war heiß. Wir waren jung. Wir hatten Durst. Der schmuddelige Supermarkt war nicht klimatisiert, das war damals noch nicht so häufig. Wir kauften irgendetwas eßbares, wahrscheinlich wie meistens auf dieser Tour Bounty. Da waren auch Getränke, eigentlich unser Hauptziel. Ich griff eine Flasche fantaesken Aussehens und gewaltigen Volumens.

Zeichnung: Junger Ulf trinkt BANGA.Banga. Banga stand darauf, als Name dieser Brause. Mühsam entzifferten wir die seltsame Aufschrift mittels eines Frazösischwörterbuches. Man könne an der Flasche sowas abknibbeln vom Etikett, das wären dann jeweils soundsoviel „Points Banga“. Für eine gewisse Menge dieser „Points Banga“ könne man irgendwelche lächerlichen Plastikfiguren als Strafe bekommen. Naja, da stand sowas wie Prämie, aber die sahen echt Scheiße aus.

Wemauchimmerseidank waren wir weder auf „Points Banga“ scharf noch auf diese scheußlichen Plastikdingse. Deshalb kauften wir nämlich nicht den ganzen Laden leer wegen dieser Brausepunkte.

Das Zeug schmeckte entsetzlich.
Nach verfaulten künstlichen Kokosnüssen, verfaulten künstlichen Bananen und künstlichen verfaulten Orangen.

Nur eins ist noch schlimmer als Banga: WARMES Banga.
Es war Sommer.

Verzapft am 13. November 2011, so um 15 Uhr 17

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Kommentare

Was sagt Violine dazu?

13. November 2011 um 15 Uhr 49 (Permalink)

Nix war's mit französischem Feinschmeckertum. Tja. So sammeln sich Erinnerungen und Anekdoten.

Was sagt comicfreak dazu?

13. November 2013 um 09 Uhr 20 (Permalink)

..nun, die Franzosen nehmen das als Sirup und verdünnen mit Wasser wink

Eigenen Senf dazugeben?

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