Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Schöne Bekehrung.

Kategorie: Mischmasch

Ich habe bekanntlich normalerweise keine Probleme damit, was andere Leute für einen Glauben haben, solange sie akzeptieren, dass ich nichts glaube (im religiösen Sinne) und mich nicht zu bekehren versuchen. Dann kann ich mich auch gut über religiöse Themen unterhalten, soweit ich darüber genügend Bescheid weiß.

Mit dem Finger an die Stirn tippen.Aber bekehrt werden möchte ich nicht. Denn sowas gestaltet sich meistens außerordentlich kränkend nach dem Motto „Ich habe die Wahrheit, und Du hast Unrecht!“, und das ist dann doch zu einfach. Und schon gar nicht mit dem Argument, das stünde schließlich in diesem und jenem Buch (Bibel, Koran, wattweißich). In Büchern steht vieles, auch das Gegenteil, und auch großer Mist. Und auch Hänsel und Gretel stehen in einem Buch drin. Dadurch wird das noch längst keine Wirklichkeit!

Ulf kratzt sich am Kopf.Dies soll jetzt keine Argumentation gegen Euren Glauben (falls Ihr einen habt) sein. Aber gegen diese Standard-Argumente. Das steht da drin, also ist es die Wahrheit. Woher weißt Du das? - Weil Gott das geschrieben (oder sonstwie beeinflusst) hat. - Und warum sollte ich das glauben? - Weil es da drinsteht!

Toll.

Jüngst versuchte mich jemand zum Islam zu bekehren. Das war offenbar so einer von diesen Klischee-Islamisten, auch von der Argumentationskette. Zunächst ging es um Evolution, und die Diskussion bekam schnell den Charakter eines Verhöres, welches in einer Attacke endete, dass ich mich an Freisler erinnert fühlte. Eine gewisse Ähnlichkeit war da. Hasserfüllt versuchte er mir klarzumachen, dass ich ganz falsch liegen tuten täte und meine Erklärungen dumm (das liebe ich auch sehr!) und so weiter. Ich ließ ihn den Koran gar nicht mehr hervorholen. Ich wandte mich ab.

Zeitweise hatte ich sogar gedacht, dass ist so klischeehaft, da will mich jemand verarschen.

Wie will ich jemanden von etwas überzeugen, indem ich versuche, ihn zu erniedrigen und zu beleidigen? Ich würde es ja anders versuchen: Wenn ich jemanden überzeugen will, dann würde ich dafür sorgen, dass er mir weiter zuhört. Und nicht, dass er sich ärgert. Ich würde versuchen, seine Sichtweise nachzuvollziehen und nicht unbedingt sofort auszureden versuchen. Ich würde versuchen, sein Vertrauen zu gewinnen und ihm zeigen, dass mein Weg der richtige ist. Und glücklich macht.

Wenn Du mich überzeugen willst, dann zeige mir, dass Dein Weg richtig ist. Egal, wie lange es dauert. Wenn Dein Glaube stark genug ist, dann hast Du auch die nötige Geduld. Und lass bloß den Knüppel stecken!

Verzapft am 24. Dezember 2013, so um 21 Uhr 48

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Kommentare

Was sagt nickel dazu?

26. Dezember 2013 um 23 Uhr 54 (Permalink)

100% Zustimmung und genau meine Gedanken. Unheimlich. Guckst du mir heimlich in den Kopf?
Mach das nicht, da ist gefährlich und verwirrend und so.

Was sagt jemseneier dazu?

27. Dezember 2013 um 11 Uhr 28 (Permalink)

hi Ulf...
also mein letzter Bekehrungsversuch war im August von den Jehovas:
die wollte mir eine lösung anbieten worauf ich fragte für was... darauf hat sie gemeint, bei mir wär hopfen und malz verloren. Worauf ich meinte, ob sie es sich nicht ein bisschen einfach macht. ... war mein kürzester Bekehrungsversuch überhaupt. Das was die Leute überhaupt nicht mögen ist fragen fragen fragen... Dann fällt relativ schnell das Gebäude ein, das sie sich gezimmert haben...

Eigenen Senf dazugeben?

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