Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Das Gegenteil von Zivilisation heißt Wacken!

Kategorie: Kultur

Im Walhalla-Camp.Am Mittwoch hatten wir noch feines Sonnengescheine. Das störte jedoch niemanden. Und den Spezi, der ohnehin rund um die Uhr und ohne Pause nicht betrunken, sondern völlig dicht war, sowieso nicht. Für erste Bepaßung war bereits gesorgt, auch wenn das Festival erst am Dönerstag so richtig steigt.

Festzustellen ist jedenfalls: Wir hätten schon im letzten Jahr campen sollen, das ist zwar furchtbar anstrengend und primitiv, aber bekanntlich ist Wacken ja das Gegenteil von Zivilisation. Und man kann Bands wie Volbeat zum Einschlafen live hören!

Sang Frank Sinatra noch „I wanna wake up in a city that never sleeps“ über New York, so sollte er heute damit Wacken in Schleswig-Holstein meinen, auf dessen Kuhweide eine 120-Stunden-Nonstop-Party gefeiert wird. Bis zum Freitag blieb ich trocken. Doch war ich um 15 Uhr mit Yakir Shochat von Hammercult zum Interview verabredet, und ehe wir uns ein ruhiges Plätzchen suchen konnten, öffnete der Himmel seine Schleusen, so dass wir in einem Schmuckstand unterkamen und ein paar Leute amüsierten damit.

Danach gab es sehr schnell Modder, der mindestens knöcheltief war. Mir kam zu Ohren, dass im Gebiet vor den Hauptbühnen das Zeug mit Pumpen abgesaugt werden musste, da die verflüssigten Kuhfladen dort zum Teil halbmetertiefe Pfuhle bildeten. Eine lange Hose zu tragen erwies sich bald mehr als lästig, doch besitze ich gar keine kurzen solchen, aber einer der Walhalla-Camper war einer, der hatte alles, und so lieh ich mir eine Schere. Schnippeldischnapp.

Vorbei an sich begeistert mal rücklings, mal bäuchlings durch den Matsch schleifen lassenden MetallerInnen*1 verfluchte ich zum ersten Mal in meinem Leben, Pazifist zu und damals nicht beim Bund gewesen zu sein und Schlammschlacht gelernt zu haben. Immerhin, ich kam immer dort hin, wo ich wollte, und stürzte nicht ein einziges mal dabei. Und fühle mich heute wir einst nach einem Laufwettkampf.

Zivilisation wird auch überbewertet. Aber einfach in die Hecke zu scheißen war sowas von verboten, und so mussten wir uns überlegen, wie man ein Dixi dafür benutzen kann, wenn man nicht mit fremdem Kot in Berührung kommen will. WIe auch immer der dort überall hingekommen sein mag. Wacken aber ist die Freiheit, sich endlich mal austoben zu können, ohne dabei aufzufallen, wie auch Assurbanipal bestätigt (den ich dort übrigens auch traf, schwer unrasiert, wie es sich gehört). Dort strippen auf den Tischen tanzende Metalheads, dort hüpfen nackte Metaller herum und reiben sich mit Dreck ein, und niemand stört sich daran, alle haben Spaß und niemand randaliert.

Fortsetzung volkt.

Verzapft am 06. August 2012, so um 13 Uhr 42

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Kommentare

Was sagt Christoph dazu?

06. August 2012 um 21 Uhr 12 (Permalink)

Zur Anmerkung 1. Es Roch und sah aus wie klärschlamm.

Aber schön war Wacken. Nächstes Jahr kann kommen.

Was sagt Caro dazu?

06. August 2012 um 21 Uhr 30 (Permalink)

Nächstes Jahr bin ich auch dabei, komme was wolle. Auch wenn ich hier im Süden niemanden kenne, der meine Musikrichtung teilt. Wenns sein muss fahr ich allein!

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