Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Gorch Fock - Flaggschiff der Bundeswehr mit Schlagseite.

Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung

Die Gorch Fock -Schulschiff der Bundesmarine - hat Schlagseite. Die Bordwand einer „sauberen Bundeswehr“ und dem „Bürger in Uniform“ hat leck geschlagen. Seit Herbst letzten Jahres sieht die Dreimastbark weniger prachtvoll aus. Noch ist die damalige Meuterei nicht abschließend untersucht, die auf den Sturz der Kadettin aus vierzig Metern Höhe folgte. Schon kommen Nachrichten von Schikanen bis hin zu sexuellen Mißhandlungen, zum Teil von dem Führer Kapitän Norbert Schatz zumindest gebilligt, die an Bord stattgefunden haben sollen. Ein angeblich früher selbst dort ausgebideter Mensch schreibt unter Pseudonym auf einer rechtsgerichteten Seite (nicht verlinkt!), daß eine harte Ausbildung noch niemandem geschadet habe.

Mit dem ganzen Drill, so sagte ein englischer Offizier (dessen Namen ich jetzt gut gebrauchen könnte), werden Menschen dazu gebracht, Dinge zu tun, die sie normalerweise niemals tun würden. Sich gegenseitig töten. Foltern. Erniedrigen.

In diesem Zusammenhang erinnert Piratenweib ganz richtig an das Milgram-Experiment, welches die Amis durchzogen, um die Frage zu klären, wie es denn sein konnte, daß Millionen Deutsche nur ihre Befehle ausgeführt hatten und niemand etwas davon gewußt hatte.

Der bisherige Anführer der Mannschaft, Norbert Schatz, hingegen sagt sinnvollerweise erstmal gar nichts.

Der Kolumnist der BLÖD-Zeitung, Boulevardwiderling Franz Josef Wagner, findet, Weibsvolk habe ohnehin nichts in der Männerwelt der Bundeswehr zu suchen, sondern habe gefälligst die Beine breit zu machen, Kinder zu gebären und dem Herrn des Hauses das Essen zu servieren. Na denn, wenn er derart anspruchslos ist...

Wie lange haben wir noch diese idiotische Männlichkeitstuerei nötig? Warum schaffen wir diesen Scheiß nicht einfach ab?

Verzapft am 26. Januar 2011, so um 17 Uhr 11

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Kommentare

Was sagt Ly dazu?

26. Januar 2011 um 18 Uhr 34 (Permalink)

weil dafür die ganze Welt den Scheiß abschaffen müsste, die Prognose sieht allerdings übel aus. Guck mal was China aufrüstet und sich plustert, guck mal Nordkorea, die über 70.000 Christen in Arbeitslager gestopft haben und sich gebären als hätten sie Absolution durch weiß der Himmel wen. Guck dich in deiner Nachbarschaft um.. manches scheint so naiv, so überzeichnet, so skurill und dämlich, das man sich im Comic wähnt, aber es ist realität.
Friedfertigkeit wird eher den allernächsten gegenüber gelebt, aber sonst? Eher nicht.

was ich korrigieren möchte, es heißt, die deutschen hätten nix gewußt damals, was ich jetzt sage schmälert nicht das Milgram und andre experimente, weil diese gruppendynamik so oder so funktionert.

die deutschen haben damals sehr viel mehr gewußt als gesagt, es war eine schutzbehauptung, die sich in der Bevölkerung einige Monate vor dem sich abzeichnenden Kriegsende formierte, das ist nachgewiesen. Ich steh nicht unbedingt auf den Typen aber letzte woche erst kam ein Guido-Knopp-Film auf dem zweiten zu genau dem Thema.

es gibt beweise das sehr viele gewußt oder geahnt haben müssen. Einer ist zb das Deutschlandweit das Radio der Alliierten zu hören war, jahrelang, in dem auf die Mißstände aufmerksam gemacht wurde, unter anderem durch einen der Mann-Brüder, in deutsch, Der Rest ist flüsterpropaganda, und das kennen wir alle, wie Informationen sich verbreiten, auch ohne Internet von heute, und auch wenns nicht in der Zeitung steht.

Es wird gemutmaßt, das ein gehöriges Maß Verdrängung hier die Rolle spielte, es lief ja vor Ort in der Heimat alles so schön geordnet ab, wenn Juden und andre abgeholt wurden, das lässt nicht so fürchten. Damit ist keinesfalls unterstellt, das die deutschen allesamt die Taten billigten, zb wurde die Reichskristallnacht von der Bevölkerung nicht so breit bejubelt und mitgemacht wie die Nazipropaganda sich das gewünscht hätte, aber Widerstand ist schmerzhaft.

Das Schulschiff:

Ich würde mir wünschen das der Segler weiterfährt, unter anderen Bedingungen, ebenso das Schikane und Leerlauf mit allen spinnerten Folgen im normalen Dienst aufhören,

und was der Englische von dir zitierte Offizier sagt, ist wahr und nichts neues. Kuschelhof kann Bund nie sein, aber Maß und Würde halten ist wichtig, so wie man dem Feind im Ernstfall gegenüber Maß und Würde einhalten muss.

Etwas was viele Soldaten dieser Welt im Ernstfall des öfteren nicht einzuhalten verstehen. Sie der Schädel-Skandal in Afghanistan durch deutsche Soldaten, aber auch die häufigen Vergewaltigungen im Kriegsfall, Folter, Schikane etc.

Maß und Würde in der Ausbildung, da fängt es an, und zwar bei allen Heeren dieser Erde, das ist schon ein sehr hoher Anspruch, der aber eher zu erreichen scheint als das wir alle keine Armeen mehr bräuchten.

Was sagt Ly dazu?

26. Januar 2011 um 18 Uhr 42 (Permalink)

PS: China rüstet und plustert nicht unbedingt wegen USA, die ja im Pazifik Übungen durchführen, sondern China rüstet, so das ganz offen ausgesprochene Argument, ganz generell wegen Verteidigungfall für die Wirschaft.

Kaum eine Nation dieser Welt kann es sich leisten, ihre Armee abzuschaffen oder Bündnisse ganz aufzugeben. D leistet sich wenigstens in Zukuft ein kleines Berufsheer, das ist doch mal ein Schritt.

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 26. Januar 2011 um 22 Uhr 54 (Permalink)

Irgendjemand muß ja den Anfang machen.

Was sagt Ma Rode dazu?

27. Januar 2011 um 07 Uhr 49 (Permalink)

Was ist denn dieser Wagner für eine Amöbe? *Schüttel*
Sicher, ich mag auch keine Soldatinnen, aber noch weniger mag ich Soldaten, die die "Freiheit am Hindukush" verteidigen müssen!

Was sagt Piratenweib dazu?

27. Januar 2011 um 18 Uhr 15 (Permalink)

Rüstung ist Geldverschwendung. Es vergeudet Forschungsenergie, -ideen und -gelder, Rohstoffe, Arbeitskraft und das alles aus menschenverachtenden Gründen.

Irgendjemand muss den Anfang machen und ein Ende machen. Warum nicht wir?

Eigenen Senf dazugeben?

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