Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Von der Kunst, Kritik zu üben.

Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung

Meine Liebste und ich sind zwei verschiedene Menschen. Binsenweisheit, keine zwei Menschen sind gleich, und wenn man zu gleich ist, paßt man auch nicht zusammen. So wie zwei Stecker oder zwei Steckdosen.

Nun war meine Liebste ja ziemlich spontan bei mir eingezogen. Ihr erster Urlaub bei mir. Sonst war ich immer zu ihr in die Schweiz gedüst. Am dritten Tag dann sprach sie einfach: "Weißt Du was? Ich bleib jetzt hier!" - und so geschah es vor zwei Jahren. Wir waren ein Vierteljahr erst ein paar, und das auf mehrere hundert Kilometer Distanz. Also war ein stufenweises Immermehrzeitbeimanderenverbringen nicht möglich.

Natürlich hat jeder so seine Macken, die dem anderen nicht immer gefallen. Oder einer vergreift sich im Ton. Oder. Oder. Das Leben miteinander, auch außerhalb einer Paarbeziehung, ist gespickt mit großen und kleinen Konflikten. Da kann man sich schon mal anbrüllen.

Das muß man aber nicht.

Der Ton macht die Musik. Auch bei der Kritik. Wobei der Begriff "Kritik" zwar gerne negativ besetzt wird, aber eigentlich nur "unterscheiden" oder "abwägen" bedeutet. Kritik ist sehr nützlich, um Fehler oder andere Probleme beheben zu können. Denn was man nicht weiß, macht einen auch nicht heiß (also, nicht so sex-mäßig jetzt!).

Wir reden einfach miteinander. Und zwar so, daß einer den anderen nicht vor den Kopf stößt. Nach ganz billigen Regeln, die man auch in noch billigeren RatgeberInnen nachlesen könnte.
Wenn sich mehr Menschen wertschätzend gegenübertreten würden, mit dem Willen, sich zu einigen, dann würden sicherlich sehr viel weniger Köpfe eingehauen werden.

Das Leben, das Miteinander, Die Kommunikation, alles könnte so viel schöner sein.

Verzapft am 16. August 2011, so um 22 Uhr 44

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Kommentare

Was sagt jana dazu?

17. August 2011 um 08 Uhr 52 (Permalink)

Ist doch schön, wenns so gut klappt. War bei uns damals ähnlich. 4 Monate Fernbeziehung, dann hab ich meinen Liebsten besucht und nach 2 Wochen hab ich ihn dann gefragt, ob er ein Problem damit hat, wenn ich einfach dableibe. Hat dann kommentarlos seinen Kleiderschrank geräumt. Das ist jetzt 12 Jahre her und war ne verdammt gute Entscheidung smile

Was sagt Waelti dazu?

17. August 2011 um 09 Uhr 57 (Permalink)

Schön gesagt. Das Problem scheint recht häufig das Wort "Kritik" zu sein. Beziehungsweise die Bedeutung die dieses Wort meistens hat: Fehler gemacht. Und das darf ja wohl nicht sein.

Den anderen nicht vor den Kopf stoßen, das klingt gut. Ich liebe Gespräche mit Menschen die in Betracht ziehen "ich könnte ja Unrecht haben".

(Passiert bei mir selbst natürlich selten. Also das Unrecht haben.)

Nur noch 10 Jahre, dann habt Ihr den Stand Jana/Heute erreicht. Nur noch etwa 315.576.000 Sekunden. Etwa. biggrin

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