Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Mein Kampf und ich.

Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung

HitlerIch habe „Mein K(r)ampf“ vor vielen Jahren tatsächlich gelesen, nachdem ich es nach erheblichem bürokratischen Aufwand*1 in der Stadbücherei ausleihen konnte. Das ist etwa vierzehn, fünfzehn Jahre her. Und ich war beeindruckt.

Dabei ist es nicht einmal verboten.

Beeindruckt, wie schlecht dieses allgemein so dämonisierte Buch in Wirklichkeit ist.

Dieses Buch ist derart grottig, daß man es vielmehr unbedingt lesen sollte, um mitzubekommen, wie schlecht es ist, wie schlecht der Stil, wie schlecht der Inhalt, wie schlecht strukturiert. Man könnte Hitler dadurch entmystifizieren. Der Diktator bekommt als Dämon vom Dienst mehr Ehrerbietung als er verdient. Letztlich wird er in Gestalt seines Buches noch immer gefürchtet, oder würde sonst der „Freistaat“ Bayern als Inhaber der Rechte so sehr seinen Finger darauf halten und den unkommentierten Nachdruck mit allen Mitteln verhindern?
So läßt sich Deutschland faktisch immer noch von den Erben des Adolf Hitler knebeln. Der Bürger wird, wie immer, bevormundet, ja, entmündigt. Aber das sind wir ja gewohnt, nicht erst seit Hitler, nicht erst seit der Kirche. Das Volk wird mit allen Mitteln davon abgehalten, sich selbst zu bilden.

Damit wird die freie Willensbildung des Volkes beschränkt. Und ich glaube nicht, daß dieses gedruckte Stück Bockmist heute noch gefährlich sein würde. Langweilig geschriebenes dumpfes Geschwafel ist es, mit welchem sich niemand zum Nazi bekehren lassen wird, der nicht sowieso schon einer ist. Eher, so meine ich, würde der ungerechtfertigte Mythos dieses Buches zerbröckeln, wenn man es den Menschen zu lesen geben würde. Der Führer würde sich selbst mit seinen eigenen Worten entlarven als einen halbgebildeten, gefährlich wahnhaft-besessenen Schwafler, der inhaltlich und rhetorisch in diesem Buch so gut wie nichts bietet, was faszinieren könnte.

Und vielleicht könnte der LeserIn auch erkennen, wie gefährlich Dummheit ist und Uninformiertheit, daß Menschen sich davon verführen lassen. Vielleicht auf in der Gegenwart und in der Zukunft.

Verzapft am 22. Januar 2012, so um 20 Uhr 28

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Kommentare

Was sagt Ma Rode dazu?

23. Januar 2012 um 08 Uhr 04 (Permalink)

Ja, sowas ärgert mich auch. Bücher ausbuhen müssen, die ganz doll böse sind, aber selbst nicht lesen dürfen - wie bekloppt ist das denn?

Was sagt Achim dazu?

25. Januar 2012 um 20 Uhr 10 (Permalink)

"Dieses Buch ist derart grottig, daß man es vielmehr unbedingt lesen sollte, um mitzubekommen, wie schlecht es ist, wie schlecht der Stil, wie schlecht der Inhalt, ..."

Das sagt Herr Sumuncu seit Jahren

Eigenen Senf dazugeben?

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