Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Deutschstunde

Kategorie: Verschrieben

Dem aufgehenden Vollmonde oder: Wie reize ich meine Deutschlehrerin
Das Verhältnis zu meiner Deutschlehrerin in meinem Deutsch-Leistungskurs war sofort von ihrer tiefen Abneigung zu mir geprägt. Das beeinflußte meine Einstellung zu ihr maßgeblich. Sie haßte mich, weil ich wegen plötzlich schlechter Chemienoten den LK gewechselt hatte und das Verbrechen beging, den Weg des Geringsten Widerstands zu wählen, wie sie sich ausdrückte. Da ihre Anerkennung zu erreichen vergeblich blieb, sah ich mich gezwungen, mich auf meine Weise gegen sie und Goethes schlechtestes Gedicht zu wehren:

Dem aufgehenden Vollmonde
(Goethe, Dornburg den 25.8.1828 )

Willst du mich sogleich verlassen?
Warst im Augenblick so nah!
Dich umfinstern Wolkenmassen,
Und nun bist du gar nicht da.

Doch du fühlst, wie ich betrübt bin,
Blickt dein Rand herauf als Stern!
Zeugest mir, daß ich geliebt bin,
Sei das Liebchen noch so fern.

So hinan denn! Hell und heller,
Reiner Bahn in voller Pracht!
Schlägt mein Herz auch schmerzlich schneller,
Überselig ist die Nacht. Die Aufgabe

Analysieren Sie dieses Gedicht.
Zusatzinformation: Im Brief an Marianne von Wilhelmer lautete die vorletzte Zeile: "Schlägt mein Herz auch schneller, schneller"
Zeit: 6 Unterrichtsstunden

Kommentare in rot, Schreib-, Zeichensetzungs- und derartige Fehler werden nicht erwähnt. Gestrichene stellen: XXX


Goethe schrieb das Gedicht "Dem aufgehenden Vollmonde" ungefähr dreieinhalb Jahre vor seinem Tode am XXX 25.8.1828 im Alter von 79 Jahren an Marianne von Wilhelmer. Es ist abgefaßt in drei Strophen zu vier Zeilen. Das Metrum ist ein vierhebiger Trochäus mit weiblicher Kadenz wechselnd mit einem vierhebiger Trochäus mit männlicher Kadenz, XX das Reimschema ist abab cdcd efef, also ein Kreuzreim. da die Betonung XXXXXX durch den Trochäus am Satzanfang liegt, wirkt das Gedicht tief bewegt, jedoch nicht stürmisch, da keine Enjambements vorhanden sind.<

Überleitung! In den erten beiden Zeilen Versen! XX wird nicht sofort deutlich, daß der Mond vgl. Titel! gemeint ist, sie klingen eher so, als erinnere er (das lyr. Ich) sich etwas Schönem oder einer Schönen, bzw einer Geliebten. Wahrscheinlich ist das Gehicht auch so gedachtStil! (Analyse ist objektiv) in der dritten und vierten Zeile spricht er Bezug? davon, daß der oder die Angeredete bzw. der Mond von Wolken verdeckt und verschwunden sei. (...Inhaltsangabe...)

In der letzten Strophe ist der Mond wieder aufgetaucht, was ihm Bezug? Glücksgefühle XXXXXXXX beschert, deren Intensität durch die Zeile 11 ("schlägt mein Herz auch schmerzlich schneller") zum Ausdruck gebracht XXXXXwird.

Der Mond symbolisiert die Geliebte bzw. den Gedanken / die Erinnerung an diese und einen Tröster gleichzeitig. In den ersten beiden Zeilen des Gedichtes wird er, wie bereits angedeutet, so direkt als Symbol für die Geliebte gesehen, daß das lyrische Ich ihn XXXX gleich XXX wie diese anredet. Als der Mond hinter den Wolken verschwindet, ist er berübt, fast ängstlich. Er befürchtet, durch die Bewölkung des Mondes bzw die Verdunkelung der Erinnerung die Geliebte zu verlieren. Der Mond bringt ihm nämlich streichen durch seine Nähe die Geliebte XXXXX nahe. wdh. . Er wirkt als Tröster für ihn XXX und XXXXXX deshalb macht es ihn unfroh Ausdruck, wenn er (der Mond) nicht da ist. SObald er wieder da ist wdh., geht es ihm (dem lyrischen Ich) besser, da er zeuge, daß er geliebt sei (Z. 7) Lösen Sie sich vom Goethe-Deutsch! Beziehungen sind unklar! XXXXXXXXXXXXXXXXXXXX

Vielleicht Keine Spekulation! stellt der Mond auch durch die Symbolisierung der Geliebten eine Art Orakel dar, wenn er schwindet, schwindet sie, entweder liebt sie ihn nicht mehr oder stirbt. Leider weiß ich nicht um ihr Alter, so daß letzteres eine Hypothese bleibt.

Durch die indirekte Anwesenheit der Geliebten durch deren Vertretung durch den Mond Ausdruck werden ihm jedoch wieder Beruhigung und Glücksgefühle beschert.

Die Bedeutung des Mondes wandelt sich X vom Stellvertreter der Geliebten in der ersten Strophe über den Tröster XXXXXXXXXXXXXXX in den ersten beiden Zeilen der zweiten zum Zeugen XXX für ihre XXXXX Liebe in der zweiten Hälfte der zweiten Strophe und der dritten..

Die Natur, d.h. der Mond dient hier als X Vermittler von Gefühlen. Die Geliebte braucht nicht selbst anwesend zu sein, da er aufgrund seiner Reife nicht mehr das Fleischliche braucht, sondern das Geistige, welches dem Menschen innewohnt und das man auch in der Natur sehen kann, da es auch am XXX Göttlichen Anteil hat. Nach Plato hat es das jedenfalls. D: Natur als Ersatz?

Nach selbigem XXXXX gibt es auch verschiedene Stufen der Liebe zum schönen Leib bis zur Liebe zur schönen Seele, XXXXX welche das lyrische ich und daher wohl auch Goethe anscheinend erreicht haben. Er (als Pantheist) läßt offensichtlich das lyrische Ich den Anteil des Göttlichen an der Seele der Geliebten beziehungsweise deren Anteil am Göttlichen im Mond, der die Natur vertritt, schauen. Nach Platons Höhlengleichnis Thema? jedoch hätte er noch nicht die höchste Stufe der Erkenntnis erreicht, denn dann müßte er in die Sonne schauen, doch denke ich, das dies etwas weit hergeholt ist. Bleiben Sie beim Thema

Der Mond wird in diesem Gedicht wie ein Beruhigungsmittel D verwendet. Ähnlich, nur mit anderem Zusammenhang ist dies auch in "Chinesisch-deutsche Jahres- und Tageszeiten VII" der Fall, wo der Mond die Angst vor dem Tode nommt. Auch in "An den Mond" hat er eine Trösterfunktion, nur daß er dort nicht erfolgreich ist. Das zuerst genannte hat auch Ähnlichkeit mit dem Metrum und Reimschema, diese stimmen nämlich überein naiv!. Der gedankliche Aufbau ist ähnlich: zuerst Zweifel, Unsicherheit und Angst, dann durch das Erscheinen des Mondes Beruhigung. Ansonsten sehe ich auch dort eher Unterschiede. Zumeist Thematische, denn Tod und Liebe sind doch nicht dasselbe. Auch bewirkt er dort XXXX keine Glückseligkeit, sondern erhellt nur die Nacht bzw das Sterben. In "An den Mond" hat er nur eine tröstende Funktion, er lindert lediglich das Leid der verflossenen Liebe. In dem zu bearbeitenden Gedicht ist diese nicht verflossen, nur abwesend.

Allen ist jedoch gemeinsam, daß mir Naturbildern Gefühle ausgedrückt werden. Symbolgehalt?

Überleitung? Wenn Goethe den Vers XX 11 XXXX X anders schrieb im Brief an Marianne, könnte er entweder diese Zeile versehentlich geändert haben, denn ein einzelknes Wort ist ja schnell vergessen., oder aber er dachte sich, daß ein XXX vor Liebe schneller schlagendes Herz nicht unangenehm schmerzt, was man aus der Zeile auch herauslesen könnte, so daß er, um Mißverständnissen vorzubeugen, das "schneller" lieber durch Doppelung betonte und somit XXX auch die Erregung deutlicher macht. Vielleicht wollte er auch nur der Meinung Vorbeugen, er könnte einen Herzanfall erleiden Unsinn!. Das XXXXX schneller schlagende Herz scheint allerdings in beiden Versionen eine potentielle XXXX Störung der Seligkeit zu sein ! (schlägt mein Herz auch schmerzlich scheller), allersdings keine tatsächliche.In diesen letzten beiden Zeilen wird deutlich, daß Goethe nich mehr jung war (79!) und XXX offenbar dies durch die erwähnung von Herzbeschwerden leichterer Art verdeutlichen will, XXXX aber dennoch zu intensiven Gefühlen, die so stark sind, daß das Herz schmerzt, fähig ist Unsinn!.

Nachtrag zur Symbolik: Der Mondstein (Opal) ist XX XXXX, soweit ich weiß, ein Symbol für Liebe, aber auch für Kummer. Zusammenhang?


In Ihren Ausfühungen wird deutlich, daß Sie eine "geordnete" und durch den Kontext gestützte Analyse nicht zu leisten fähig sind. Dadurch daß Sie das Goethe-Gedicht ins Lächerliche ziehen, wird eine fragwürdige Einstellung zum Fach*1 deutlich, die aber sicherlich nicht beabsichtigt ist.
mangelhaft*2
24.9.90*3

Originalklausur letzte Seite

Verzapft am 01. Februar 2008, so um 08 Uhr 56

« Voriger Artikel
Nächster Artikel»

Kommentare

Was sagt Ly dazu?

05. Februar 2008 um 03 Uhr 41 (Permalink)

ein schöner beitrag. hat mich glatt an meine eigenen schulzeit erinnert. allerdings habe so nicht gekonntert.
ich brachte nur mal einen Deutschlehrer in Wallung als ich meinte das ich bölls ansichten eines clowns langweilig fand. find ich immer noch, aber das hat eher was mit aufgeklärter zeit zu tun. das buch ist ja schließlich schon älter.

liebe grüße
Ly

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 05. Februar 2008 um 20 Uhr 13 (Permalink)

Ich fand das Buch nicht so schlimm- aber es ist in der Tat nicht so sehr spannend...

Eigenen Senf dazugeben?

Es hilft, sich einen Account anzulegen und sich anständig zu betragen. Dann kannste auch kommentieren.

Kommentare können hier nur von Mitgliedern abgegeben werden