Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Homöopathologisch

Kategorie: Erlebtes

Ich mache ja aus meiner (begründeten!) Ablehnung gegen naturwissenschaftlich nicht belegbare "Medizin" keinen Hehl. Homöopathie fand ich schon immer recht seltsam. Denn wie etwas wirken soll, wenn aufgrund starker Verdünnung des angeblichen Wirkstoffes von diesem in dem Mittelchen nichts mehr drin ist, ist mir schleierhaft. Absolut schleierhaft.

Durch den "Potenzierung" genannten Verdünnungsprozeß sollen ausschließlich die Nebenwirkungen eliminiert werden. Warum diese aber verschwinden und ausgerechnet nur die erwünschten Wirkungen erhalten bleiben sollen, entzieht sich meinem nicht unbegrenzten Vorstellungsvermögen. Die erwünschte Wirkung des Mittels jedoch, so glauben viele Homöopathen, steigt mit zunehmender Potenzierung, also Verdünnung bis jenseits aller molekularen Grenzen. Je nichtser darin ist, desto stärker- da ist es doch nur logisch, daß es am allerbesten wirkt, wenn man es überhaupt nicht einnimmt, oder?

Verzapft am 25. März 2009, so um 12 Uhr 37

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Kommentare

Was sagt Björn dazu?

25. März 2009 um 13 Uhr 36 (Permalink)

Nennt man sowas nicht den Placebo-Effekt? ^^

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 25. März 2009 um 13 Uhr 40 (Permalink)

Die Homöopather sehen das etwas anders... biggrin

Was sagt Ly dazu?

25. März 2009 um 18 Uhr 10 (Permalink)

placebo-effekt:

nach dem glauben kommt das wissen..

so heißt es.
ich hab ner ärtzin geglaubt, das es helfen kann mit diesen kleinen kügelchen. hab mich ziemlich ausgiebig beschäftigt damit. mal geschissen drauf auf erinnerung von heilwirkung bei potenzierung und so, na, wenns hilft?

hat es aber nicht. insofern kam ich nicht zum wissen..

oder hab ich nicht richtig dran geglaubt? ich hab mir doch alle mühe gegeben.

jedenfalls waren die angebliche wirkung für den arsch.

und das obwohl ich, ulf, du weißt es, der naturheilkunde und dem bildhaften denken in medizinischen dingen gegenüber nicht abgeneigt bin. aber kamille und salbei und mariendistel und dergleichen haben eben wirkstoffe und, vor allem, wirken! da muss ich nicht noch aus meiner glaubenskraft schöpfen.

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 25. März 2009 um 18 Uhr 19 (Permalink)

Naturheilkunde betrachte ich nicht per se als Schrott. Ich rege mich über das auf, was wissenschaftlich nicht belegbar ist.

Was sagt Ly dazu?

25. März 2009 um 18 Uhr 24 (Permalink)

oder boykottiere ich mich selbst und nehme somit den weißen kügelchen und meinem körper die möglichkeit überhaupt zu wirken? wink

wobei dieses "argument" nicht im gegensatz zu meiner überzeugung steht, das körper seele geist zusammengehören und sich gegenseitig beeinflussen.

aber manche argumente von heilsversprechern sind schon perfide, nicht?

Was sagt Ly dazu?

25. März 2009 um 18 Uhr 33 (Permalink)

ups, da war schon ein beitrag von dir..

ne, ist schon klar. so manches ist wirklich schrott.

wie stehst du eigentlich zur akkupunktur? nach der WHO ist sie ja bei manchen indikationen anerkannt, zb auch bei rheuma. ich finde tcm überhaupt ganz interessant, da die auch mit bildern arbeiten. in china arbeiten die disziplinen da zusammen, also die schulmedizinische und die traditionelle. hier ist es leider gottes meist ein entweder oder. find ich doof.

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 25. März 2009 um 18 Uhr 49 (Permalink)

Nach meinem Kenntnisstand ist bei der Akupunktur die Datenlage eher widersprüchlich. Es gibt aber vor allem bei Schmerzproblemen deutliche Hinweise auf Wirksamkeit, wobei der Mechanismus nicht erforscht ist. Aber gegenteilige Aussagen gibt es auch. Ich tendiere dazu, Akupunktur nicht abzulehnen.

Eigene Erfahrungen: Ein Mitpatient bekam wegen Kopfschmerzen irgendwo reingebohrt, und es half. Weitere berichteten auch von Effekten bei sich.
Bei uns (in der Tagesklinik) wurde überwiegend Ohrakupunktur gemacht, die allerdings nicht aus China kommt und in den Fünfzigern entwickelt wurde.

Ich fand es einfach nur grauenhaft. Es bewirkte nichts, außer daß ich nach dem zweiten Versuch verweigerte. Was aber daran liegt, daß ich immer viel Malaisen mit den Ohren hatte, u.a. ein neues Trommelfell habe und seitdem sogar Blutdruckmessen verabscheue. Da konnte also nichts gescheites bei herumkommen. Interessant wäre da ein Vergleich mit "richtiger" Akupunktur gewesen.

Was sagt Eugen dazu?

25. März 2009 um 21 Uhr 22 (Permalink)

Die Liebhaber kleiner Dosen haben jetzt das Netzwerk "Homöopathen ohne Grenzen" http://www.hom-og.de/ gegründet. Wenn das kein Beweis für die Wirksamkeit ihre Methode ist, dann weiß ich nicht wink

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 25. März 2009 um 21 Uhr 54 (Permalink)

Danke für den Link! Sehr amüsant! biggrin

Was ich auch interessant finde: Das Simile-Prinzip bedeutet ja, "Gleiches mit Gleichem" zu heilen. Das würde bedeuten, auch Alkoholiker mit Alkohol D-irgendwas kurieren oder Entzug bzw. Entgiftung beherrschen zu wollen. Da bin ich ja nun wirklich skeptisch, ob das Deliium und Krampfanfall verhindert. biggrin

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 26. März 2009 um 10 Uhr 04 (Permalink)

Auffallend ist übrigens, daß meine homöopathie- und bachblütenkritischen Kommentare in den Blogs, die so etwas befürworten, entweder gelöscht oder nicht freigegeben werden.... Honni soit und so weiter.

Was sagt Achter dazu?

30. März 2009 um 21 Uhr 57 (Permalink)

>"Auffallend ist übrigens, daß meine homöopathie- und bachblütenkritischen Kommentare in den Blogs, die so etwas befürworten, entweder gelöscht oder nicht freigegeben werden..."

Tststs... wink

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