Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Mein Vetter, das Monchichi und ich.

Kategorie: Erlebtes

Exemplar eines gewöhnlichen Monchichi in gesundem Zustand.Mein Vetter, bei welchem ich oft die Ferien verbrachte, besaß ein riesiges, grünes Stoffmonchichi. Seine älteren Geschwister hatten es auf einem Jahrmarkt geschossen (nein, es war nicht voller Schrot und Löcher), in einer Schießbude oder einem vergleichbaren Fahrgeschäft. Das Gesicht (oder was das darstellen sollte) war nicht wie sonst aus Plastik. Aufgrund dessen und seiner Größe war es für unser Plaisier bestens geeignet:

Wenn wir in seinem Mund pulten, konnten wir ihn umstülpen. Zunge raus? Ein Affront! Zur Strafe wurde es dann verprügelt. Üblicherweise begann dies damit, das Vieh an der rudimentär vorhandenen Gurgel zu packen und dann erstmal eine schnelle Folge von Faustschlägen in die häßliche Fratze zu geben. Über alles weitere decke ich gnädig den Mantel des Schweigens.

Diese Mißhandlungen trugen jedoch nicht an dessen sozialverträglichem Frühableben vorbei.
Als selbsternannte Chirurgen befanden wir die Implantation einer Zigarettenschachtel meines Onkels für unbedingt erforderlich. Nach Eröffnen der Flanke des Patienten platzierten wir diese bei vorerst unkomplizierten Operationsverlauf retroperitoneal. Jedoch verstarb es kurze Zeit später an den Folgen einer therapieresistenten Nahtisuffizienz.

Verzapft am 16. Januar 2010, so um 11 Uhr 04

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Kommentare

Was sagt Barbara dazu?

19. Januar 2010 um 06 Uhr 27 (Permalink)

Hat Dich Deine Mutter gestillt? War sie eine warmherzige Frau? Und Dein Vater? Du kannst ganz frei mit mir darüber sprechen. Ich höre gerne zu. Jeder muss sich mal aussprechen. Ich spüre Deinen Kummer. Sei nicht traurig, alles wird wieder gut!

Eigenen Senf dazugeben?

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