Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Metaldiskowissenschaft.

Kategorie: Mischmasch

Seit ich neulich von einem Mitatheisten beim Ketzerstammtisch hörte, daß es auch einen Metallerstammtisch gibt, jeden Dönerstag ab neun Uhr abends, gehe ich dorthin, wenn sich das einrichten läßt. Das ist wie eine Fortbildung, nur lockerer, und da die anderen alle unkompliziert sind und niemanden ausgrenzen ist es sehr angenehm dort. Und ich komme noch mehr raus aus der Hütte. Wieder ein fester Termin mehr pro Woche.

Da ich natürlich dort noch nicht alle richtig kenne, aber alle gut zu besprechen sind, bin ich auch schnell dabei, mir die Leute in unmittelbarer Nähe (soweit meine kaputten Ohren hören) kralle.

A. macht beruflich irgendetwas mit irgendwelchem Zeug. Als Hobby aber legt er ein bis zweimal im Monat in einem Club in Münster die Platten auf, wenn dort Metal-Party ist. Fragen zu stellen bin ich noch von der Pflege her gewohnt, und da ich mich nun auch Interviews versuche...

Ulf:Mein Nietenarmband.
„Du legst also die Platten da auf, aber Du kannst ja wohl nicht einfach so willkürlich das machen, das muß doch bestimmt zur Stimmung passen im Saal?“

A.:
„Genau, sonst ist die Tanzfläche ganz schnell leer.
Einmal muß sich das irgendwie steigern, nicht immer hin-und-her mit hart und soft. Meistens mache ich dann irgendwann einen radikalen Schnitt und schalte von ganz heftig auf soft und dann wieder langsam härter. Oder eben Phasen. Eine Weile etliche harte Titel, dann wieder eine Zeitlang ruhigere. Je nachdem.

Manche Sachen kannste eh schlecht bringen, die ganz speziellen zum Beispiel. Staubsaugermusik mögen nicht so viele, auch nicht viele Metaller. Außerdem ist das nicht immer gleich, was wann wie ankommt. Was im letzten Monat noch der Dauerbrenner war, kann heute schon wieder anöden. Keine Ahnung, warum. Und die Tageszeit spielt auch irgendwie eine Rolle. Je später es wird, desto primitivere Mucke wollen die haben. Wenn die um 23 Uhr noch die Flucht ergriffen hätten beim selben Song, um drei schlucken die den größten Scheiß, sogar „Fear of the Dark“*1 (Ich protesträuspere mich vernehmlich.). AC/DC und so kommen dann auch immer gut dann, diese simple Fetzmusik.“


„Könnte das eventuell am gestiegenen Alkoholpegel liegen? Zum einen enthemmt Alkohol ja sehr, zum anderen hemmt er die Denkfähigkeit, vielleicht brauchen die Leute dann einfach einfacheren Kram, weil sie die schweren Sachen nicht mehr verstoffechseln können? Ich habe auf Parties auch beobachtet, daß die Musik mit fortgeschrittenem Betruncknis an Schrecken gewinnt, bis irgendwann wirklich die schlimmsten aller Schlager aus dem Klo gefischt werden, Holzmichel und so. Niedere Instinkte.“

„Möglich. Und dann gibt es da noch einige Sachen, die kannst Du immer bringen. Egal, wann, wie, wo.“
(Zählt auf: )
„Fear of the Dark
Painkiller*2
Seek and destroy*3
Rebellion*4
Warriors of the world united*5
The Bard’s Song (In The Forest)*6
Reign in Blood
Angel of Death*7
Symphony of Destruction*8
Under Jolly Roger*9

Wilde Mischung, warum auch immer.“


„Die müssen dann doch alle etwas gemeinsam haben, wenn sie alle und alle immer ansprechen. Wäre interessant, das mal zu analysieren.“
Pommesgabel.
„Da gibts doch keine Gemeinsamkeiten! So verschieden, wie das ist!“

„Es muß welche geben. So gesetzmäßig, wie das zu sein scheint. Muß man halt systematisch herangehen an die Musik. Was macht denn einen Titel aus? Rhythmen, Takte, Riffs, Tempo, Komplexität und so. Wir müssen nur genau gleiche Kriterien für alle diese Titel festlegen und denn mal gucken. Ich finde bestimmt etwas!“

Eine Idee war geboren.

Verzapft am 10. Februar 2012, so um 00 Uhr 21

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Kommentare

Was sagt Achim dazu?

10. Februar 2012 um 07 Uhr 41 (Permalink)

Fear of the Dark? Dieses lahme Liedchen? Entweder gehts immer, oder nur spät nachts? Für mich ist das bekiffte Hippiemusik, und bekiffte Musik ist immer lahm.

Symphony of Destruction hingegen ist ein Klassiker. Sogar einer mit Klasse.

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 10. Februar 2012 um 08 Uhr 50 (Permalink)

Nun, die Geschmäcker sind ja verschieden und der eigene Geschmack nicht das Maß aller Dinge (manchmal wirklich leider, siehe Dieter Bohlen). Genau das macht es ja interessant, die Gemeinsamkeiten zu begucken.

Zumal die Zusammenstellung wirklich scheinbar durcheinander ist. Diese Gemeinsamkeiten wären dann ja ein Indikator dafür, was den Titel erfolgreich macht. Unabhängig von der sub- und objektiven Qualität. Siehe Dieter Bohlen.

Was sagt Achim dazu?

10. Februar 2012 um 09 Uhr 59 (Permalink)

Weil ich was?

Aber bezüglich Fear of the Dark widerspricht er sich schon, einmal geht das nur, wenn alles geht, dann sagte er, dass das immer geht.

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 10. Februar 2012 um 10 Uhr 22 (Permalink)

Da hast Du recht, aber das ist wahrscheinlich mein Fehler. Ich habe das nicht aufgezeichnet, sondern aus dem mich ausnahmsweise nicht im Stich gelassen habenden Gedächtnis protokolliert. Nur die "Hitliste" hatte ich gezielt aufgeschrieben. FotD in der ersten Erwähnung hat eher SymbolcharakterIn. Insofern widerspreche ich mich. Nimm ersatzweise "the Final Countdown". biggrin

Was sagt Achim dazu?

10. Februar 2012 um 16 Uhr 23 (Permalink)

Dülüdüü, düdelüttütüü!

Das mochte ich bereits nicht, als es noch neu war.

Alle Metler in meiner Klasse haben das jedoch geliebt.

Grässlichster Synthiepop von Typen mit langen Haaren gespielt.

Die waren nie auch nur Ansatzweise Hardrocker.

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 10. Februar 2012 um 16 Uhr 36 (Permalink)

Wenn die das geliebt haben, dann waren das aber keine Metaller, sondern waschechte Poser! biggrin

Das Stück ist grauenhaft. Aber ein Ohrwurm, gemeinerweise.

Übrigens hatte ich neulich die neue Van Halen. Ich muß mich ja "im Dienst" beherrschen, sonst hätte ich geschrieben: Der kann zwar gut spielen, aber das Album ist absolute Kacke!"

Was sagt Achim dazu?

15. Februar 2012 um 12 Uhr 41 (Permalink)

Das meiste davon kenne ich gar nicht, sonst würde ich dir gerne helfen.

Und ein Lied von Rennend Wild will ich gar nicht kennen, Jens P hört so etwas.

Oje, eines ist sogar von Dingens, also die vereinigten Krieger der Welt, <schüttel>, die Band ist für mich total das rote Tuch.
Der Sänger ist ne Muskelschwuchtel. Aber den Gay Pride Award hat er sich redlich verdient, so offen schwul wie der ist.

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 15. Februar 2012 um 12 Uhr 47 (Permalink)

Homosexualität ist kein Grund, jemanden abzulehnen!
Das Zeug kann man ja kennenlernen zwex Mustererkennung. Mich interessiert schon, was Massenware ausmacht.

Was sagt Achim dazu?

15. Februar 2012 um 15 Uhr 45 (Permalink)

Es ist mitnichten so, dass ich Menschen aufgrund von deren Homosexualität antagonisieren würde, denn das tue ich nicht. Aber ich brauche dennoch keine schwule Musik zu hören oder schwule Bühnenshows ansehen.

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 15. Februar 2012 um 17 Uhr 12 (Permalink)

Ich habe mir das Zeug jedenfalls besorgt und beschäftige mich demnächst mal mit den Gemeinen Sakeiten.

Auf jeden Fall vermute ich einen faßbaren Magengruben-Beat und Mitgrøøltauglichkeit.

Eigenen Senf dazugeben?

Es hilft, sich einen Account anzulegen und sich anständig zu betragen. Dann kannste auch kommentieren.

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