Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Der Bombenleger.

Kategorie: Erlebtes

Terror-Bombe mit Sprengstoff drin. Schlechte Zeichnung.Wie kürzlich schon erwähnt, bastelte ich früher gerne mit Sprengstoff. Also, Sprengstoff, genauer gesagt war es meist gewöhnliches Schwarzpulver*1. Die Zutaten waren relativ unkompliziert zu bekommen. An Neujahr sammelte ich einfach Blindgänger ein und kratzte das graue Zeug einfach heraus. Sonst nimmt man einfach Holzkohle, die man (allerdings etwas mühselig) im Mörser zu Pulver verreibt. Schwefelpulver in der Apotheke zu bekommen war zumindest damals auch kein Problem- ungefährlich und gut als Nachschub für den Chemiebaukasten zu deklarieren. Salpeter war da schon schwieriger, zumindest wenn man es in der gleichen Apotheke kaufen wollte wie den Schwefel. Genauere Angaben mache ich dazu aber nicht, ich will ja keinem dabei helfen, Terroranschläge gegen den amerikanischen Präsidenten Osama bin Barack zu verübeln*2. Aber heutzutage bekommste eh fast alles in Amazonien.

Ich war jung, ich war vierzehn, ich war pubertär, aber ich war vorsichtig genug. Ich wusste sehr genau, wie jemand assehen kann, dem das Schießpulver um die Ohren geflogen ist. Nämlich nicht schön und meist auch nicht praktisch, weil bei diesen Unfällen auch gerne einmal die eine oder andere Hand abgerissen werden kann. Mein Vater hatte mich -vielleicht in weiser Vorraussicht?- mit entsprechenden Geschichten und Zubehör geimpft gehabt.

Üblicherweise bastelte ich mit einer Streichholzschachtel und reichlich Paketband kleinere kanonenschlagähnliche Böller, manchmal auch kleinere*3, und ließ sie in einer kleinen, zu diesem Zweck aus Sicherheitsgründen gegrabenen Grube mit interessanter Pulverblitz- und Rauchentwicklung hochgehen. Größere Bomben hingegen baute ich nicht- zum einen wäre die Beschaffung entsprechender Rohstoffmengen heikel gewesen, zum zweiten wollte ich kein gar zu großes Risiko eingehen, doch noch etwas abzubekommen.

An Raketen versuchte ich mich leider erfolglos- sie verbrannten zischend von unten nach oben, ohne sich nennenswert zu bewegen.

Verzapft am 01. Juli 2013, so um 19 Uhr 28

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Kommentare

Was sagt Schwaller dazu?

01. Juli 2013 um 19 Uhr 51 (Permalink)

Du schlimmer Finger... wir haben mal eine "Rohrbombe" gebastelt um die Baumwurzel eines umgestürzten Baumes frei zu legen. Hat Funktioniert... war aber Scheiße laut und mehr als Gefährlich.

Das waren damals aber auch Zeiten... da musste man im Chemieunterricht aufpassen... heuer gibbet Anleitungen für jeden Depp im www.
Und nachher wundern die sich warum sie nur noch einen Handschuh brauchen.

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 01. Juli 2013 um 20 Uhr 00 (Permalink)

Nun, mein Vater ist Arzt und hatte oft unvorsichtige Bastler in Behandlung, die zum Teil auch ganz auf Handschuhe verzichten konnten. Ich wusste, was passieren kann.

Was sagt Michael Drews dazu?

01. Juli 2013 um 20 Uhr 44 (Permalink)

Na ja, das haben viele Jungens gemacht. Mein Bruder und ich haben früher an Neujahrstag leidenschaftlich Knaller gesammelt, die nicht zur Explosion kamen, und wo das Schwarzpulver noch zu gebrauchen war. Das sammeln, trocknen und in größeren Mengen kann schon eine ordentliche Kraft entwickeln. Mehr möchte ich dazu lieber nicht sagen. smile

Wie oft muss ich mich bei dir eigentlich einloggen?

Was sagt Hans dazu?

02. Juli 2013 um 05 Uhr 54 (Permalink)

Der perfekte Beitrag für den NSA. Denen dürften beim Thema Bomben die Ohren klingeln. Vielleicht bekommst du ja bald Besuch... wink

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 02. Juli 2013 um 12 Uhr 16 (Permalink)

@hans: so richtig zufällig ist das auch nicht. .. biggrin

Eigenen Senf dazugeben?

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