Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Kontroletti-Popetti!

Kategorie: Erlebtes

Ich sah es sofort: Die beiden würden mich kontrollieren. Zumal ich im wegen des bevorstehenden Umbaus des Hauptbahnhofes schon ziemlich ausgestorbenen Verbindungsgang der einzige war, dem der Blickwechsel nach dem Erblicken meiner Erscheinung gelten konnte.

Ich hatte zum Glück Zeit genug zum Umsteigen auf dem Weg zur Arbeit, so dass ich nicht deswegen unruhig werden musste. Kontrollen an sich bin ich gewohnt. Soweit ich weiß entspreche ich irgendeinem Schema Mensch, bei dem es sich zu fischen besonders lohnt. Vulgo: Ich sehe wohl relativ kriminell aus. biggrin

Ich habe kein Problem damit. Die Herren -meist Bundespolizei, wie auch diesmal- machen ihre Arbeit, sie schaden mir nicht dabei und sind zumindest zu mir immer sehr freundlich dabei.

Diesmal allerdings war das erste Mal ohne Ausweispapiere im Sinne des Personalausweisgesetzes.

Reisepass„Nein, meinen Personalausweis habe ich verloren, und mein gültiger Reisepass liegt zu Hause rum, weil der so sperrig ist. Aber es besteht ja keine Mitführungspflicht.“

„Sie sind gut informiert!“ grinste der weniger alte der beiden Polizisten. Welch ein wunder- sowas merke ich mir, auch wenn ich dieses Wissen nie brauche. Wichtiges zu merken fällt mir da wesentlich schwerer.

Hamse denn irgendwas anderes? frug der ältere.

Schwerbehindertenausweis„Geht auch mein Schwerbehindertenausweis? Ist ja auch irgendwie amtlich und hat immerhin ein Bild?“

Die beiden versuchten nicht zu lachen und meinen ziemlich zerfrettelten Behindipass zu entziffern. Schließlich gab ich ihnen meine Personalien dann doch mündlich durch, der übliche Abgleich per Funk bestätigte meine Angaben inklusive des angezeigten Persoverlustes.

Solange ich mich nicht bedroht fühlen muss, bin ich entspannt und habe sogar meinen Spaß mit den Beamten. Die anscheinend auch mit mir.

Verzapft am 27. Oktober 2014, so um 21 Uhr 23

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